Vergleich Opel GT/Audi TTS
Kante trifft Keule

Ami-Kante gegen deutschen Kult-Roadster, Heckantrieb gegen Allrad, Lowtech gegen Hightech – wenn Opel GT und Audi TTS gemeinsam ausfahren, prallen Kontinente der Roadster-Welt aufeinander.
- Oliver Strohbach
Man könnte kurzen Prozess machen. Allein bei der Verdeckprozedur, die Opel seinen GT-Kunden zumutet, kommt man sogleich und unausweichlich zu dem Urteil: jenseits von Gut und Böse, also schuldig. Zack, Rübe ab. Doch halt, so schnell werden hier keine Roadster geschlachtet. Schon gar nicht, wenn sie aussehen wie diese beiden Beautys. Zum einen der Opel GT, der auf dem Pontiac Solstice basiert und als GM-Konzern-Derivat nach Deutschland kam. Hier schmückt er seit März 2007 als einziger echter Herzklopfer die Opel-Prospekte. Von den OPC-Racern einmal abgesehen. Mit der Bezeichnung GT trägt der Opel einen großen Namen mit altem Glanz. Schließlich gab es im eigenen Hause von 1968 bis 1973 schon einmal einen GT. Der im Stil einer kleinen Corvette mit Coke-Bottle-Design schon damals das Nervenzentrum dort kitzelte, wo man sich nicht wehren kann. Schmale Taille, ausgeformte Kurven – das kennt man doch irgendwoher? Genau, neben Angelina Jolie zieren auch den neuen GT solche Proportionen.
Im #PARSER#STT iduA#PARSER# bringt es der Zweiliter-TFSI auf satte 272 PS

Bild: Lena Barthelmeß
Das niedrigere Gewicht des GT macht seine längere Übersetzung wieder wett

Bild: Lena Barthelmeß
Gerade beim Thema Exaktheit zeigt der GT seine US-Wurzeln. Beispiel Fahrwerk: Zwar rundum mit Alu-Doppelquerlenkern bestückt, nutzen die Techniker aber nicht das volle Sportpotenzial. Was sich in langsamen Kurven noch knackig anfühlt, offenbart sich bei höheren Geschwindigkeiten und Wechselkurven als zu weich und träge – und der Ausgewogenheit des TTS unterlegen. Dazu eine Lenkung, die zu wenig Rückmeldung, und Sitze, die zu geringen Seitenhalt bieten. Wie es geht, zeigt der TTS. Er setzt die Fahrerwünsche schneller und präziser um. Alles mit einer Lässigkeit, dass man sich auf Anhieb sicher fühlt. Das adaptive Fahrwerk (Magnetic Ride) hält den TTS dabei trotz der schlechteren Gewichtsverteilung wesentlich reaktionsschneller und präziser in der Balance. Es überzeugt auch im Sport-Modus und bei Highspeed. Lenkung, Schaltung oder Pedalstepptanz – der #PARSER#STT iduA#PARSER# funktioniert exakter, fühlt sich dadurch aber auch etwas künstlich und steril-langweilig an – aber wem kann man schon Perfektion vorwerfen? Anders der Opel GT: Wo im Audi Elektronik aller Art dem Fahrer die Wünsche von den Augen abzulesen scheint, werkelt hier viel Mechanik, was dem GT zweifellos Charakter verleiht.
Der Opel GT fordert den hartgesottenen Roadster-Fan

Bild: Lena Barthelmeß
Und Mängel wie die miese Verarbeitung im Innenraum, zu wenig Ablagen, das schlechte Abblendlicht und die Tatsache, dass sich ein abgeschlossener GT – anders als der TTS – einfach von außen über die leicht erreichbaren Tasten entriegeln lässt, sind indiskutabel. Keine Frage: Der #PARSER#STT iduA#PARSER# ist dem GT überlegen. Beim Einstiegspreis von 32.180 Euro für den GT zu 47.750 Euro beim TTS fühlt sich mancher aber gleich viel puristischer. Stimmt's?
Service-Links