Verkehrsschilder
Gesetzechaos: Erste Autofahrer klagen

AUTO BILD deckte Gesetzgebungspannen auf. Jetzt gibt es erste Klagen gegen Bußgeldbescheide. Doch bislang ist unklar, ob diese auch wirklich Aussicht auf Erfolg haben. Verkehrsminister Ramsauer lässt alle Verordungen prüfen.
- Claudius Maintz
In der jüngsten Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO), der sogenannten Schilderwaldnovelle, ist ein Absatz vergessen worden. Darin hätte stehen müssen, dass alte Verkehrszeichen gültig bleiben. Wegen Verletzung des sogenannten Zitiergebots – ein gravierender Formfehler mit Verfassungsrang – erklärte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Pfusch-Verordnung kurzerhand für nichtig. Angestrebter Effekt: Die alten Schilder sollten wieder gelten! Doch der Winkelzug des Ministers ist "aus juristischer Sicht etwas vorschnell", wie der Jenaer Staatsrechtler Professor Michael Brenner sagt. Vor allem Anwälte sind der Meinung, dass die Schilderwaldnovelle gar nicht nichtig ist und das Zitiergebot befolgt wurde. Will heißen: Sie gilt – mitsamt des vergessenen Absatzes über alte Verkehrsschilder. Konsequenz: Alte Schilder sind unwirksam.
Gesetzgebungspanne: Viele Verkehrsschilder sind ungültig

Bild: Sven Krieger
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