Verrücktes Audi-Patent
Haben Audis Elektromodelle bald ein künstliches Turboloch?

Um seine Elektromodelle künftig emotionaler und erlebbarer zu gestalten, könnte Audi an seinen Autos ungewöhnliche Änderungen vornehmen. Das geht zumindest aus einem Patent der Ingolstädter hervor.
Bild: Audi AG
Elektrische Lichtbögen, sprühende Funken und ein künstliches Turboloch – das sind nur Auszüge aus einem Patent von Audi. Konkret prüfen die Ingolstädter, wie sie ihre Elektromodelle künftig emotionaler und für den Fahrer erlebbarer gestalten können. Manche Punkte scheinen durchaus umsetzbar, andere wirken geradezu absurd.
Doch der Reihe nach. Beim Deutschen Patent- und Markenamt hat Audi das entsprechende Patent (Aktenzeichen DE: 10 2025 107 436.4) eingereicht. Um das Fahrerlebnis spürbarer zu machen, will der Hersteller unter anderem mehr Vibrationen vom Elektromotor in den Innenraum dringen lassen. Außerdem könnte auf eine Schalldämmung des Aggregats verzichtet werden, um auch die Motorengeräusche besser zu hören.
Künstliche Gangwechsel und simuliertes Turboloch
Bleiben wir beim Thema Sound. Simulierte Motorengeräusche und Gangwechsel wie beim Verbrenner kennen wir unter anderem schon von Herstellern wie Hyundai und Porsche. Auch Audi überlegt, simulierte und manuelle Schaltvorgänge in seinen E-Autos anzubieten. Zudem könnte über eine Kupplung der Elektromotor vom Antriebsstrang getrennt werden. Dadurch könnte er im Stand hochdrehen und dabei Geräusche und Vibrationen erzeugen – quasi ein künstliches "Aufheulen" wie bei einem Verbrenner.
Darüber hinaus könnten die Ingolstädter einen eigentlichen Vorteil der E-Mobilität künstlich zunichtemachen. Denn Elektromotoren haben für gewöhnlich ein direktes Ansprechverhalten. Verbrenner mit Turboaufladung leiden hingegen unter dem sogenannten "Turboloch": Je nach Motor dauert es einen gewissen Moment, bis diese Phase überwunden ist und der Gasbefehl umgesetzt wird. Ein künstliches Turboloch, das den Leistungsaufbau verzögert, hat Audi auch in dem Patent hinterlegt.

Mit dem Concept C zeigte Audi einen neuen vollelektrischen Sportwagen, der voraussichtlich 2027 in die Serienproduktion geht. Dann vielleicht auch mit Elementen aus Audis Patent?
Bild: Audi AG
Bis dahin klingen die möglichen Neuerungen durchaus umsetzbar. Doch bei simulierten Gangwechseln und Turbolöchern endet Audis Ideenreichtum noch lange nicht – allerdings wird er immer ausgefallener.
Echte Funken und aufs Fahren angepasste Düfte
Um die Beschleunigung noch intensiver zu spüren, könnte ein Display an den Rändern der Windschutzscheibe einen künstlichen Unschärfe- oder Verzerrungseffekt erzeugen. Auch von außen soll demnach die Schnelligkeit des Autos sichtbarer gemacht werden. Überlegt wird, bei sportlicher Fahrt Funken sprühen zu lassen. Das Patent nennt dafür unter anderem ein Metallteil, das kontrolliert auf den Asphalt gedrückt wird und durch Abrieb Funken erzeugt. Alternativ könnte ein elektrischer Lichtbogen zwischen zwei Elektroden entstehen.
Sollte das noch nicht für einen auffälligen Auftritt reichen, könnte sich, je nach Fahrmodus, auch die Außenfarbe des Autos anpassen. Hat man beispielsweise einen weißen Audi, ändert sich die Lackierung bei sportlicher Fahrweise oder höherem Tempo elektronisch zur roten Farbe.

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Bild: Audi AG
Um dem Fahrer das ultimative Erlebnis zu bieten, plant Audi sogar mit dem Geruchssinn zu spielen. Über Duftspender könnten je nach Situation unterschiedliche Gerüche ausgegeben werden. Bei entspanntem Fahren wären beruhigende Düfte vorgesehen, bei sportlicher Fahrt anregende. Das Patent erwähnt sogar einen Geruch, der an "elektromagnetische Strahlung" bzw. "Elektrosmog" erinnern soll – wie auch immer so etwas riechen könnte.
Ob Audi die Punkte aus dem Patent künftig in seinen Elektroautos umsetzt und welche Ideen davon überhaupt in Serie gehen, bleibt abzuwarten. Zumindest an Kreativität scheint es den Ingolstädtern nicht zu mangeln.
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