Vier sportliche Cabrios: Test
Der König der Ausbrecher

Sie sind nach oben offen, haben tolle Manieren, Kraft bis zum Abwinken und verkehren in den besten Kreisen: BMW 650i, Jaguar XKR, Mercedes SL 500 und Porsche 911 Carrera S. Ein Vergleich.
- Joachim Staat
Der SL schießt mit 170 auf die Kurve zu, rotweiße Curbs zoomen heran wie Blitzlichter. "Brems!", schreit der Verstand. "Breeeeems!!" Rechter Fuß voll aufs Pedal, der Mercedes schwänzelt leicht, der Hinterkopf fragt: Wieso das? Keine Zeit für Antworten, die Kurve ist da, scharf einlenken, Reifen wimmern. Ausgangs sofort aufs Gas, da kommt das Heck, wusch ... Yippie, jubelt es im Kopf! Endlich, endlich bricht der SL aus. Ist eben doch kein Roboter. Wir mussten ihn bei Stellung ESP off schon gewaltig triezen, um den Zweisitzer so weit zu treiben. Die Rennpiste ist offenbar keine artgerechte Haltung für einen Luxus-Kreuzer, der lieber in Shanghai, Sotschi oder auf Sylt flaniert.
Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes SL
Video: 911, 650i, SL 500, XKR
Vier Luxus-Cabrios im Test
Überblick: Alle News und Tests zum BMW 6er

Komfort-König: Der BMW 6er überzeugt weniger mit Sport als mit seiner Gediegenheit.
Bild: Toni Bader
Weitere Details zu den vier sportlichen Edelcabrios gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen lesen Sie im Online-Artikelarchiv.
Fazit
Gesucht war der König der Ausbrecher. Gefunden haben wir das – nach Punkten – beste Auto: Der Mercedes SL gewinnt die Eigenschaftswertung, der BMW 6er unterm Strich, wenn das Geld mit reinspielt. Aber ehrlich: Es tut weh, die vier so streng zu bewerten, weil sie unvergleichlich sind. Der BMW ein Viersitzer, der SL mit Hardtop, der Porsche ein Sauger, der Jaguar ein Kompressor. Mit jedem würde glücklich lächelnd ausbrechen – bis ans Ende der Welt.
Service-Links