Fahrbericht Volvo XC60 Polestar

Volvo XC60 D5 Polestar: Test

Volvo schärft beim XC60 D5 nach

Der Volvo XC60 D5 soll als Polestar Performance mehr Spaß bringen. Lohnt sich der Aufpreis von 999 Euro für 20 Mehr-PS? AUTO BILD hat's getestet.
Kleiner Schwedischkurs für Volvo-Freunde: Polestar heißen nicht nur die kommenden Elektromobile der Skandinavier, sondern auch dieser XC60 D5. Der hat den Namenszusatz Polestar Performance. Ein Softwarepaket mit maximal 20 PS mehr soll das Mittelklasse-SUV dynamischer und fahraktiver machen. Ist der Spaß 999 Euro wert?

Der Leistungszuwachs des XC60 ist überschaubar

Begrenzter Effekt: Neue Software ringt dem Zweiliter-Vierzylinder kurzfristig 20 PS mehr ab.

Klare Antwort: Jein! Denn im Alltag lassen sich 240 statt 235 PS und 500 statt 480 Nm Drehmoment kaum spüren. Erst beim auf 20 Sekunden begrenzten Overboost lässt der Zweiliter-Vierzylinder dann die vollen 255 PS/520 Nm auf alle vier Räder los. Zusammen mit dem angeschärften Ansprechverhalten des Turbodiesels, stärker heckbetontem Dynamik-Modus sowie verkürzten Schaltzeiten und optimierten Schaltpunkten wirkt das coole Designerstück dann tatsächlich etwas, na sagen wir mal, lebendiger. Nichts, was sich im Datenblatt massiv niederschlägt. Den Sprint bis Tempo 100 erledigt der Polestar gerade mal eine Zehntelsekunde schneller als der Serienbruder, die Höchstgeschwindigkeit bleibt mit 220 km/h unverändert.

Zum großen Dynamiker wird der Polestar nicht

Grundsätzlich ein Cruiser: Auch mit dem Polestar-Paket wird der XC60 nicht zum Kurvenräuber.

Beim Überholen auf der Landstraße fühlen wir uns trotzdem einen Hauch souveräner unterwegs, kleine Zwischenspurts auf der Autobahn rotzt der D5 ziemlich lässig aus den Brennräumen. Doch bevor Sie jetzt Ihre Bestellung ändern oder Ihren XC60 zum Händler bringen, um das Fitnessprogramm nachträglich aufspielen zu lassen: Das Wesen des Volvo ändert sich nicht wirklich grundlegend, Polestar macht aus dem XC60 keinen BMW X3. So bleibt der Schwede auch im Dynamik-Modus mit gestrafften Waden eher der gelassene Cruiser, der nicht unbedingt nach heißen Handling-Abenteuern giert. Dazu passt, dass auch die Lenkung nach wie vor sehr leichtgängig und eher indirekt ausgelegt ist.

Bleibt also die Preisfrage. Außer den 999 Euro für das Polestar-Paket muss bei nachträglichem Einbau die TÜV-Abnahme bezahlt werden. Allerdings bleibt die Werksgarantie erhalten und der Testverbrauch mit 7,9 Litern unauffällig. Und abgesehen vom Basisdiesel D3 (150 PS) lässt sich jeder XC60 auf diese Weise pimpen, sogar Vorgängermodelle. Kein schlechter Service – das verstehen wir auch ohne Schwedischkurs.
Technische Daten Volvo XC60 D5 Polestar Performance • Motor: Vierzylinder, Biturbo, vorn quer • Hubraum: 1969 cm³ • Leistung: 188 kW (255 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment: 520 Nm bei 1500/min • Antrieb Allradantrieb, Achtstufen-Automatikgetriebe • Länge/Breite/Höhe: 4644/1891/1712 mm • Leergewicht: 2051 kg • Kofferraum: 505-1432 l • 0–100 km/h: 7,1 s • Vmax: 220 km/h • Testverbrauch: 7,9 l/100 km (Diesel) • Abgas CO2: 209 g/km • Preis ab 59.450 Euro.
Das Fazit von Gerald Czajka: "Wirklich empfehlen können wir das sanfte Sportprogramm nicht – dazu ist der Effekt zu gering. Wer am Stammtisch oder beim Verkauf aber einen Trumpf ausspielen möchte, liegt mit dem soliden Werkstuning nicht falsch."
AUTO BILD-Testnote: 2

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