Bitte etwas Geduld. Dieses Jahr wird es nichts mehr mit Reisemobilen auf Basis des neuen Crafter. Die Serie beginnt erst Anfang 2017, und dann haben sie bei VW auch noch ein paar andere Probleme. Aber natürlich denken sie an Freizeitvarianten des Crafter. Und keiner bei VW widerspricht, wenn jemand "Sven Hedin" sagt und meint, dass so ein Typ prima ins Programm passen würde. Für unsere jungen Leser: Sven Hedin hieß ein stylisher Familiencamper auf Basis des VW LT. Und der erste LT war von 1975 bis 1996 ein populärer Transporter, den sie bei VW allein bauten. Dann kam die Zweck­ehe mit Mercedes. Und die Scheidung. Jetzt erscheint ein neuer Crafter: AUTO BILD REISEMOBIL konnte ihn schon fahren.
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Sprinter und Ducato müssen sich warm anziehen

VW Crafter
Den Crafter wird es in drei Längen (5,98 m, 6,80 m, 7,40 m) und drei Höhen (2,34 m, 2,60 m, 2,80 m) geben. Dazu gibt's vier TDI-Motoren mit 102 bis 177 PS.
Es sind handgebaute Nullserienmodelle, aber sie lassen ein Urteil zu: Hier kommt nicht nur ein starker Rivale für den Sprinter, sondern auch für den Ducato. Sicher, der Crafter wird mehr kosten als der allgegenwärtige Fiat. Aber er wird auch komfortabler sein. Das beginnt bei der Sitzposition: sehr niedrig für einen Transporter, nah am Pkw, ungefähr wie im aktuellen T6. Von dem kommen im Prinzip auch die Diesel, wir probierten die beiden 2,0-­Liter-­TDI mit 140 und 177 PS. Sie arbeiten leise wie in Pkw der oberen Mittelklasse. Der stärkere, ein Biturbo, bringt mit seinen 410 Newtonmetern Arbeit und Vergnügen unter eine Haube – ein bulliger Spaßmotor im Kastenwagen. Auch das Fahrwerk des Crafter hat nichts von Nutzfahrzeug-­Rauheit: Ohne zu wanken oder zu stuckern, plättet es furchige Pisten. Selbst ganz ohne Extras ist das ein gelassenes Fahren. Aber die Versuchung wird groß. Wer will, bekommt den Crafter mit Achtstufenautomatik und einer Vollversammlung elektronischer Helfer, darunter automatische Abstandsregelung, Anhängerrangier-­Assistent, Spurassistent mit aktivem Lenkeingriff sowie Ein-­ und Ausparkassistent. Scheidung kann so schön sein. Mal sehen, welche Reisemobil­-Marke sich den Single zuerst greift.

Fazit

von

Christian Steiger
Er fährt so schwerelos wie ein großer Kombi – oder sein kleiner Kollege T6. Und wer sich trotzdem vor dem großen Kasten fürchtet, kann eine Armada von Assistenten einspannen. Kein Zweifel, hier kommt ein interessantes Basisauto – allerdings erst 2017.