VW Golf GTI-Tuning: Vergleich
Geballte GTI-Power im Test

Performance-Tuning am Performance-Modell: BBM Motorsport, HG Motorsport und Oettinger schreiten mit Leistung, Fahrwerk, Radsatz und Auspuff zur dynamischen Aufwertung des 230 PS starken GTI.
- Manuel Iglisch
Der große Tiefschlag kam bereits 1992. Pünktlich zur dritten Generation des Golf GTI schritt VW zur Weichspüler-Offensive, gab dem sportlichen Kürzel denkbar unsportliche Technik mit auf den Weg, um nur wenige Monate später schließlich auch seinen Führungsanspruch zu untergraben. VR6 hieß fortan das neue Oberhaupt, das nach VW-Aussage zwar eher Komfortvariante für Genießer als echtes Performance-Modell sein sollte, mit mindestens 174 PS den damals 115 PS starken Achtventiler des GTI allerdings ziemlich mickrig aussehen ließ. Seither fiedelt das legendäre Kürzel die zweite Geige in der Hierarchie, während R32 und später R immer weiter in Richtung Fahrdynamik aufspielten.An dieser Rollenverteilung hat sich auf den ersten Blick nichts geändert, bei genauem Hinschauen dann aber doch eine ganze Menge. Der GTI bearbeitet die sportliche Basis, während der neue R mit 300 PS gegen etablierte Sportwagen stichelt und seinen kleinen Bruder dabei auf Abstand hält. Wobei Letzterer stetig schrumpft – am Sachsenring liegen nur noch drei Sekunden Differenz an. Grund: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist der aktuelle GTI kein klassisches 90-Prozent-Auto mehr, das über Land schier grenzenlose Agilität suggeriert, um sich auf der Strecke plötzlich in chronischem Untersteuern zu verlieren; dank werksseitiger Performance-Aufstockung in Form von elektromechanischer Differenzialsperre, größerer Bremsanlage und symbolischer 10 Mehr-PS (230 statt 220 PS) meistert er nicht nur die etwas härtere Gangart, er bietet auch mehr Tuningpotenzial als zuvor. Ob es ausreicht, um sich durch gezielte Eingriffe an die Fahrdynamik eines R heranzutunen, beantworten nun BBM Motorsport, HG Motorsport und Oettinger im großen Vergleich.

BBM entsorgt die Vorderachsbremse zugunsten einer neuen Stoptec-Anlage.
Bild: Ronald Sassen

Tradition siegt vor Moderne: Altmeister Oettinger stellt
das fahrdynamisch mit Abstand reizvollste Paket.
das fahrdynamisch mit Abstand reizvollste Paket.
Bild: Ronald Sassen

HG Motosport investiert beim Tuning vor allem in die Leistungssteigerung.
Bild: Ronald Sassen
Fazit
Klare Sache: Oettinger programmiert die ausgewogenste Leistungssteigerung, kreiert nicht nur das agilste Handling, sondern tatsächlich Performance auf Golf R-Niveau und stellt mit seiner Wahl des Handschalters obendrein den einzig passenden Rahmen, um die Leistung gefühlvoll zu verwalten. HG verheißt die meiste Leistung, bringt das Power-Plus aber nicht zur Geltung, weshalb der zweite Platz nur deshalb herausspringt, weil BBM etwas teurer kalkuliert und aufgrund eines Software-Fehlers nicht vollends zeigen konnte, was in ihrem GTI steckt.
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