VW Golf GTI (VII): Gebrauchtwagen der Woche

VW Golf GTI (VII): Gebrauchtwagen der Woche

Zu Recht geliebt und heiß begehrt

Der VW Golf GTI überzeugt seit jeher mit seinen sportlichen Talenten. Als Gebrauchtwagen offenbart der heißeste Golf-Ableger nur eine echte Schwäche.
Es sind drei Buchstaben, die die Automobilwelt veränderten: 1976 begründete ein sportlicher Golf den Mythos GTI. Zwar war der kompakte Wolfsburger nicht das erste Auto mit diesem Kürzel, doch machte Volkswagen die drei Buchstaben (Gran Turismo Injection) in Deutschland erst populär. Mittlerweile bietet VW auch den kleineren Polo sowie den Kleinstwagen Up als GTI an, aber der wahre König bleibt der Golf GTI. Die siebte Generation des Golf steht kurz vor der Ablösung, auf ein Schnäppchen kann man aber nicht hoffen. So startet der aktuelle Golf GTI bei 36.920 Euro. Wem das für gut bürgerlichen Fahrspaß zu teuer ist, der schaut sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt um. Doch wie steht es um die Haltbarkeit des Rebellen?
 

Der GTI Clubsport bietet Langstreckenkomfort, fühlt sich aber auch auf der Rennstrecke wohl.

Den GTI der siebten Generation gibt es seit 2013. Unter seiner Haube arbeitet ein 220 PS starker Benziner. 2017 gab es 10 PS mehr. Der Zweiliter-Vierzylinder wird per Turbo aufgeladen und bewegt mit Leichtigkeit das Leergewicht von rund 1400 Kilo. Wem diese Pferdestärken dennoch nicht ausreichen: Der GTI "Performance" wird seit 2017 von einem 245 PS starken Ottomotor angetrieben (bis 2017 waren es 230 PS). Auch das ist nicht genug? Noch mehr Leistung bietet mit 265 PS der GTI "Clubsport". Ab 2016 war das Sondermodell zum 40. Geburtstag des GTI erhältlich. 
Der kräftigste und kompromissloseste aller GTI ist jedoch der GTI "Clubsport S", ebenfalls ein Sondermodell zum Jubiläum. Präsentiert im Rahmen des GTI-Treffens am Wörthersee, stellte der 310 PS starke Clubsport S 2016 mit einer Zeit von 7,49 Minuten einen neuen Rundenrekord für frontgetriebene Fahrzeuge auf der Nordschleife auf. Mittlerweile hat der neue Honda Civic Type R den zwar überboten, doch ist der auf lediglich 400 Exemplare limitierte Hardcore-Golf Clubsport S weiterhin hervorragend für Rennstrecken geeignet und ein absolutes Kraftpaket. Obwohl auch hier alles an seinem Platz ist (Radio, Klima & Co.), wird durch die fehlende Rücksitzbank und die Gewichtsreduktion von 30 Kilo klar, dass es definitiv kein normaler GTI ist. Was alle GTI jedoch gemein haben, ist der Vorderradantrieb. Wer Allrad will, muss auf den Golf R oder auf den Konzernbruder von Audi ausweichen. Hier geht es zu gebrauchten VW Golf GTI

Viel Fahrspaß, wenig Mängel

Unabhängig für welchen GTI man sich entscheidet: Das Fahrwerk ist stets straff, aber nicht übertrieben hart. Die Sportsitze mit dem klassischen Karomuster bieten hervorragenden Seitenhalt. Größten Anteil am Fahrspaß hat jedoch der Zweiliter-Vierzylinder, der sich bestens mit dem manuellen Sechsganggetriebe versteht. Trotz der Sportlichkeit ist der GTI ein ausgewogener Alltagsbegleiter. Der ewige Zulassungs-Sieger ist aber nicht frei von Mängeln. Zwar kommen mehr Autos ohne Mängel durch die Hauptuntersuchung und der Golf überzeugt durch Qualität. Aber ausgerechnet der jüngste Golf fällt beim TÜV durch verschlissene oder rostende Bremsscheiben auf. 
Die Fuß- und Feststellbremse geben hingegen keinen Grund zur Sorge. Beim Kauf eines GTI aus Vorbesitz sollte man auch die Achsfedern und -dämpfer inspizieren. Hier notieren die TÜV-Prüfer bereits bei der ersten HU vereinzelt Auffälligkeiten. Unsere Empfehlung: Wer auf dem Gebrauchtwagenmarkt einen GTI sucht, sollte von reinen Nordschleifen-Jägern die Finger lassen. Wurde das Fahrzeug hauptsächlich auf der Rennstrecke bewegt, könnte es unter anderem aufgrund der zu klein dimensionierten Auffangbehälter für die Öldämpfe zu Problemen bei der Ölverbrennung kommen. Ein Motorschaden durch angesaugtes Motoröl könnte schlimmstenfalls die Folge sein. Bei Exemplaren, die lediglich im Alltag bewegt wurden, ist dies nicht zu befürchten.

Gebrauchtwagensuche: VW Golf GTI

Viel Leistung, dezent verpackt

Der Innenraum ist gut genutzt, vorne und hinten ist das Platzangebot gut.

So kräftig und wild wie seine Technik ist, so zurückhaltend ist seine Optik. Auf den ersten Blick erkennt man den GTI durch seinen roten Zierstreifen am Kühlergrill. Anders sind auch die Lufteinlässe mit Wabenstruktur und der verchromte Doppelauspuff. Verglichen mit anderen Kompaktsportlern oder mit seiner Leistung, ist der GTI aber eher unauffällig. Nahezu bescheiden. Innen gibt es die bekannten Karomuster-Sitze, den kultigen Schaltknauf im Golfball-Design, eine gute Übersichtlichkeit sowie überzeugende Qualität. Vier Passagiere sitzen bequem, auf kurzen Strecken finden auch fünf Insassen Platz. Das Kofferraumvolumen ist mit 380 Litern im Kompaktklasse-Mittelfeld. GTI-Modelle haben wie auch GTD-, R- sowie GTE-Modelle eigene Ausstattungslinien, die sich über "Highline", der dritten Ausstattungslinie, einsortieren lassen. Dennoch ließ sich ein Golf GTI dank der seitenlangen Aufpreisliste ordentlich aufrüsten. Vor der Gebrauchtwagensuche sollte man sich überlegen, welche Extras man benötigt. Doch egal für welchen GTI-Version, welche Motorisierung oder welche Ausstattung man sich entscheidet, erhält man immer ein recht sicheres Auto. Im Euro NCAP-Crashtest schnitt der Wolfsburger gut ab und erreichte die Höchstwertung von fünf Sternen. Überblick: Alles zum VW Golf GTI

Golf auch gebraucht ein Bestseller

Der GTI ist mittlerweile nicht mehr das Topmodell der Wolfsburger Kompaktklasse. So wildert der allradgetriebene R ebenfalls in dieser Liga. Leistungstechnisch mit über 300 PS ebenfalls ein Powerpaket, ist der R preislich jedoch noch höher angesiedelt. Soll es ein Kurvenräuber sein, der bezahlbar ist und auch über solide Alltagsqualitäten verfügt, ist der GTI ein hervorragender Kandidat. Bei der Gebrauchtwagensuche ist auf seine größte Schwachstelle zu achten: rostige oder verschlissene Bremsscheiben. Ansonsten gibt es so kurz vor der neuen Golf-Generation keine Auffälligkeiten beim Golf GTI 7. Für den als Drei- und auch Viertürer erhältlichen GTI sollten mindestens 15.000 Euro investiert werden.

VW Golf GTI (VII): Gebrauchtwagen der Woche

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Kompaktklasse GTI

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