VW Golf Sportsvan/Golf Plus gebraucht: TÜV-Report 2026
Gebraucht-Tipp: Das ist der beste Golf beim TÜV!

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Mit Hochdach, viel Platz und Variabilität setzt der Sportsvan bzw. Plus Maßstäbe innerhalb der Golf-Familie – und beim TÜV-Termin. Dort rutscht er sehr selten ins Minus.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der VW Golf Plus und sein Nachfolger, der Golf Sportsvan, bieten mehr Platz und eine höhere Sitzposition bei vertrauter Golf-Qualität. Auch beim TÜV überzeugen sie mit überdurchschnittlicher Zuverlässigkeit – wohl auch dank guter Pflege durch ihre Besitzer. Der Überblick aus dem aktuellen TÜV-Report.
VW Golf Sportsvan
- Bauzeit: 2014 bis 2020
- Motoren: 85 PS (1.0 TSI) bis 150 PS (1.4 TSI, 1.5 TSI, 2.0 TDI)
- Preis: ab 7500 Euro
Das ist er: Nicht so sportlich, wie der Name vermuten lässt, aber formal und fahrdynamisch ein Fortschritt zum Golf Plus. Zudem ein cleverer Bruder des Golf 7 auf Basis der MQB-Plattform. Erhalten blieben die erhöhte Sitzposition und gute Rundumsicht des Vorgängers, eine verschiebbare Rückbank macht den Sportsvan variabel beim Einladen. Erstmals bot VW als Extra einen automatischen Parkassistenten an.

Der Sportsvan kommt deutlich dynamischer daher als der Vorgänger.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Das kann er: Allroundfähigkeiten im Alltag, angenehmes Platzangebot und gute Verarbeitung bieten. Der Kofferraum hat Kombiformat (bis zu 1520 l), das sichere Fahrgefühl ist vertraut golfig. Die Motoren leisten 85 bis 150 PS, obwohl die spätere R-Line-Ausstattung mehr Power suggeriert. Für den Sportsvan gab es keinen Allrad und kein höhergelegtes Crossmodell mehr. Im 100.000-Kilometer-Dauertest von AUTO BILD holte der Sportsvan die Note 1–, sodass er weitere 50.000 Kilometer laufen durfte.
Das macht Ärger: Zickende Bordnetzsteuergeräte und nicht einrastende Kopfstützen, nötiger Tausch von Kindersicherungen. Zweimassenschwungräder der TDI-Motoren und Turbolader der 1.4-TSI-Benziner verschleißen vorzeitig. Rückrufe unter anderem wegen Airbags, fehlerhafter Schraubenfedern hinten und zu großer Leckraten der Einspritzung.
VW Golf Plus
- Bauzeit: 2004 bis 2014
- Motoren: 75 PS (1.4) bis 170 PS (1.4 TSI)
- Preis: ab 1400 Euro
Das ist er: Der große Bruder des Golf 5. Das Höhenplus von zehn Zentimetern kommt dem Raumgefühl zugute sowie den Fensterflächen für eine gute Rundumsicht. Ein Plus gibt's auch beim Verbrauch: rund ein halber Liter mehr als beim Golf. Ab 2009 trägt der Plus die kantigere Nase des Golf 6. ESP und sechs Airbags sind Serie.

Bequem, geräumig, übersichtlich: die Vorteile des Golf Plus.
Bild: Sven Krieger
Das kann er: Funktionalität in den Alltag bringen inklusive bequemem Einstieg, Komfort und Platzangebot – im Innen- wie im Kofferraum. Das alles versüßt Langstrecken, obschon der Plus etwas straffer federt als der Golf. Antriebsempfehlung sind die ab 2006 erhältlichen Turbotriebwerke TSI mit 122 bis 170 PS. Die schwächeren Sauger agieren schlapp bei gleichem oder höherem Verbrauch. Außerhalb von Umweltzonen sind die genügsamen TDI eine Option für Vielfahrer.
Das macht Ärger: Defekte Zündschlösser, Steuerkette und Turbolader des 1.4 TSI. Die 122-PS-Version ruckelt beim Beschleunigen, dagegen hilft ein Softwareupdate. Risse im Zylinderkopf des 2.0 TDI bis 2005; schwache Zweimassenschwungräder. Diverse Updates infolge des VW-Dieselskandals.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Rote Zahlen zeigt die Tabelle nur in Sachen Rost, der den 11- bis 13-jährigen Plus-Modellen etwas öfter attestiert wird. Ansonsten präsentieren beide Baureihen haltbare Achsaufhängungen. Lenkung und Gelenke, Federn und Dämpfer bleiben ebenfalls unter dem Mängelschnitt.
Licht
Sportsvan und Plus sind leuchtende Beispiele, was die Mängelquoten von Abblend-, Front- und Rücklicht angeht, alle bleiben unterhalb des Schnitts. Der Plus fällt jedoch negativ durch defekte Blinker auf – die Fehlerquote ist dreifach erhöht.
Bremsen
Keinen Grund zur Sorge liefern Fuß- und Feststellbremse: Der Sportsvan ist nahezu mängelfrei, der Vorgänger besser als die Vergleichsgruppe. Sehr solide sind Schläuche und Leitungen. Bremsscheibenverschleiß bleibt weit unter dem Schnitt.
Umwelt
Die Abgasanlagen des ältesten Plus sind sehr haltbar, auch der Sportsvan toppt die Fehlerquote nicht. Ölverlust macht diesem ebenso kaum Probleme, dem Plus in Maßen. Die AU absolvieren beide im Durchschnittsvergleich zuverlässiger.
VW Golf Sportsvan/Golf Plus: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
4-5 Jahre | 93,5 (Ø 84,7) | 2,6 (Ø 5,3) | 4,0 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 89,2 (Ø 78,8) | 3,9 (Ø 7,6) | 6,9 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 85,2 (Ø 71,7) | 4,5 (Ø 10,0) | 10,3 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 72,4 (Ø 64,7) | 11,2 (Ø 12,4) | 16,4 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 59,8 (Ø 56,0) | 19,0 (Ø 15,5) | 21,2 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Golf Sportsvan und Golf Plus bieten viel Nutzwert auf wenig Raum. Und geben – wie schon in den Vorjahren – die Streber bei der Hauptuntersuchung. Der Sportsvan erntet überwiegend sehr gute Prüfungsergebnisse, auch der ältere Golf Plus macht noch eine gute Figur. Rote Zahlen bescheren ihm nur defekte Blinker und etwas öfter vorkommende Rost-, Riss- und Bruchschäden. Kaufempfehlung für beide!
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