VW Grand California 600 im Test

VW Grand California 600 im Test

VW Grand California 600: Wohnmobil im Test

Feiner ist keiner

Ja, er fährt! Pünktlich zum offiziellen Verkaufsstart war AUTO BILD mit dem neuen Grand California unterwegs. Wir sind begeistert!
Manchmal muss man eben einfach nur Geduld haben. In diesem Fall ganze eineinhalb Jahre: 2017 hat VW die schicke Reisemobil-Studie California XXL auf dem Caravan Salon in Düsseldorf gezeigt, 2018 dann zum gleichen Anlass zwei Grundrissvarianten des geplanten Serienreisemobils auf Basis des Crafter. Aber damit fahren? Unmöglich! Genau ansehen durften wir uns alles zwar, bis zur ersten Testfahrt sollte es aber noch länger dauern. Jetzt hat das Warten ein Ende: Pünktlich zum Verkaufsstart von Grand California 600 (Heck-Doppelbett quer) und 680 (Einzelbetten im Heck) kann AUTO BILD REISEMOBIL endlich ran. Und das sogar auf Gran Canaria. Wie passend.

Der Grand California ist ein komfortables Vollwertreisemobil

Der Grand California löst die Platzprobleme des kleinen Bruders – und kostet nur 1047 Euro mehr.

Das ist er: Ergebnis des ambitionierten Plans, ein komfortables Vollwertreisemobil oberhalb der beliebten California-Bullis zu etablieren. Vielen Interessierten fehlt darin einfach das Bad. Und vielleicht ein festes Dach über dem Kopf. Davon gibt's beim großen Bruder gleich zwei Varianten: Der 680 begnügt sich mit dem üppigsten Serienhochdach (H4), dem von uns getesteten 600 wird ein eigens entwickeltes GFK-Häubchen aufgesetzt. Das ist zwar noch mal 14 Zentimeter höher als das des 680, behält aber trotzdem dessen hervorragende Aerodynamik bei. Der gewonnene Raum schafft durchgehend mehr Kopffreiheit oder Platz für ein ausziehbares Kinderbett über Fahrer- und Beifahrersitz. Für komfort- und designorientierte Paare mit höchstens zwei oder ohne Kinder ist der Grand California 600 eine attraktive Ergänzung im Kastenwagensegment. Sein Preis: ab 54.990 Euro. Richtig gelesen. Der große kostet nur 1047 Euro mehr als der kleine California (Coast mit Küche, 53.943 Euro).

Das Interieur hebt sich angenehm von Althergebrachtem ab

Klare Linie: Die Einrichtung ist modern, wirkt aber keineswegs kühl, sondern einfach hell und luftig.

Das hat er: Eine klare, modernistische Ausstrahlung. Sein samtweißes Mobiliar, kombiniert mit grauen Polstern und einem Boden in Schiffsdielenoptik, hebt sich wohltuend von Althergebrachtem ab. Dabei wirkt er keineswegs kühl, sondern einfach hell und luftig. Dachhimmel und Seiten sind mit teilweise stoffbespannten Formteilen verkleidet. Hier stört kein Rollokasten die Linie. Auch das Fahrerhaus ist dadurch perfekt integriert. Dessen Drehsitze bilden mit der Isofix-Sitzbank und dem leicht verschiebbaren Tisch eine gemütliche Halbdinette. In die Schiebetür (Fliegengitter und Außenleuchte serienmäßig) ragt die Küche, deren Schubladenkühlschrank an der Stirnseite von innen und außen leicht erreichbar ist. 12V-, 220V- und USB-Außensteckdosen warten hinter einer Klappe. Drei Schubladen nehmen Geschirr auf, Kocher und Spüle in einem Bauteil sind leicht zu reinigen. Links und rechts gibt es Arbeitsflächenverlängerungen. Gegenüber steht das Bad mit WC, Klappwaschbecken und ausziehbarem Duschkopf. Neben einem Spiegelschrank gibt's hier zwei offene Ablagen und einen kleinen Unterschrank. Beim Duschen stört kein Vorhang, dafür muss danach der Lappen ran. Immerhin sind die Oberflächen unempfindlich, und über eine Dachluke trocknet alles schnell.

Mit 177-PS-Diesel und Wandlerautomatik ist der Grand California agil und souverän unterwegs.

Im Heck empfängt das Querbett zwei müde Mobilisten. Sein Mittelteil ist aufklappbar, die Trennsegmente zum Gepäckraum schnell herausgezogen. So kann auch langes Gepäck mitreisen. Toll: die Airline-Schienen seitlich an den Betttruhen. Sie fixieren Ladung sicher. Ganz hinten rechts ist der Gaskasten (Crashsensor serienmäßig) gut erreichbar. Überall sinnvoll verteilt finden sich USB-Steckdosen und einzeln steuerbare LED-Leisten. Eine offene Kleiderstange findet sich im Anschluss ans Bad. Die schicken Dachschränke erfordern allerdings Origami-Fähigkeiten, denn sie sind nicht sehr tief. Und bei den unteren wären Spanngummis eine gute Beladehilfe.

VW Grand California (2019): Test - Infos - Preis - Reise - Caravan

Erste Ausfahrt im neuen Grand California

So fährt er:
Einfach spitze! Der Grand California kommt serienmäßig mit dem großen 177-PS-TDI und Achtstufen-Wandlerautomatik. Eine agile Kombination, die bestens gedämmt ist und den Wohn-Crafter souverän voranbringt. Seine elektromechanische Lenkung arbeitet hoch präzise, die Bremsen sind dem Gewicht gewachsen. Sehr sanft arbeitet auch das Fahrwerk. Wir empfehlen das Fahrerassistenzpaket 3 mit Abstandsregeltempomat, Spurhalte-, Totwinkel- und weiteren Assistenten für 4284 Euro. Damit wird's sogar im Stau angenehm.
Das Fazit von Alex Failing: "Was lange währt, wird endlich – ich muss es in diesem Fall so sagen, sorry – saugut. Der Große fährt spitze, verwöhnt mit zurückhaltendem Interieur, entspannt mit einfacher Bedienung und wirkt hochwertig. Ein durchdachtes, sicheres Reisemobil."
AUTO BILD-Testnote: 1-

VW Grand California 600 im Test

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Autor: Alexander Failing

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