VW ID.Polo GTI im ersten Test
Elektro-GTI: So wild ist der neue Polo wirklich

Strom statt Benzin – VW stellt den GTI auf den Kopf. Der erste Eindruck vom ID.Polo GTI zeigt: Der kann richtig gut werden!
Bild: Christoph Boerries
Müssen wir den GTI erklären? VWs uraltes Rezept, Spaß und Alltag in einem Auto zu vereinen und einen erschwinglichen "Traumwagen" mit kräftiger Maschine auf breite Räder zu stellen? Eigentlich nicht. Und doch ändert sich jetzt alles. Künftig soll die Sause elektrisch abgehen und zunächst im ID.Polo GTI zum Einsatz kommen.
VW ID.Polo GTI: zwei Autos in einem
Denn ein fast serienmäßiges Modell mit leichter Tarnung konnte AUTO BILD bereits fahren. Und im Grunde sogar zwei Autos. Der GTI verwandelt sich auf Knopfdruck und lässt daraufhin einen zweiten Charakter auf den Verkehr los.

Der Polo GTI wird elektrisch und bleibt dennoch sportlich.
Bild: Christoph Boerries
Im Normalmodus saust er entspannt über Landstraßen, beschleunigt satt und leise und überrollt Unebenheiten erstaunlich komfortabel. Es geht entspannt zu, souverän sogar, weil er trotz 290 Nm Drehmoment und Frontantrieb die Kraft sehr sauber überträgt.
Außerdem fühlt sich der elektrische Polo erwachsen an. Die Sitze sind bequem gepolstert, das Bedienkonzept wurde überarbeitet und zeigt sich nun angenehm aufgeräumt. Besonders gelungen: Tacho und Anzeigen lassen sich im Retrostil wie beim Golf 1 darstellen.
Unterm Strich sitzt man hier in einem echten Allrounder. Platz für fünf Personen, rund 440 Liter Gepäckraum und moderne Ausstattung inklusive.
GTI-Knopf: Jetzt wird's wild
Zurück zur Verwandlungstaste. Die sitzt unten im Lenkrad, ist als "GTI-Knopf" gekennzeichnet und lässt die Sportsau raus.

Der spezielle GTI-Modus schärft Gasannahme und Fahrwerk.
Bild: Christoph Boerries
In diesem speziell entwickelten Fahrmodus entpuppt sich der Polo als echte Spaßmaschine. Eine Launch Control sorgt für spektakuläre Sprints, die Lenkung arbeitet präzise und direkt, das Fahrwerk straff und sehr kontrolliert.
Spontan hängt der GTI am Strompedal, stürmt durch Kurven und wirkt dabei erstaunlich stabil. Die elektronisch geregelte Differenzialsperre hält die Vorderachse im Zaum, die Sitze geben ordentlich Halt, die Bremsen lassen sich fein dosieren.
Über Schaltwippen am Lenkrad lassen sich zudem die Rekuperationsstufen einstellen. Kurz gesagt: Großes Spaß-Kino.
Verbrauch und Preis: der Haken
Die von VW angegebenen rund 12 kWh auf 100 Kilometer sind allerdings nur schwer zu erreichen. Wer zügig unterwegs ist, landet schnell bei über 20 kWh. Die Reichweite schrumpft dann auf etwa 250 Kilometer.

Der elektrische GTI überzeugt mit präzisem Handling.
Bild: Christoph Boerries
Wer es ruhiger angehen lässt, schafft die versprochenen rund 424 Kilometer.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: der Sound. Für GTI-Verhältnisse kommt akustisch wenig rüber, auch wenn VW eine künstliche Klangkulisse integriert hat. Die dürfte nicht jeden überzeugen – lässt sich aber abschalten.
Der ID.Polo GTI geht ab Oktober 2026 in den Vorverkauf und startet bei 38.995 Euro.
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