VW kämpft gegen China-Konkurrenz: Diese Maßnahmen sollen helfen
Umkämpfter E-Automarkt: So will sich VW gegen BYD und Co. wappnen

Um sich für den Kampf auf dem E-Automarkt in China neu aufzustellen, hat Volkswagen einige Dinge geändert. Die Hintergründe!
Bild: Volkswagen AG
Volkswagen stellt sich in China neu auf. Mit einem anderen Ansatz will der Autobauer die teilweise enteilte Elektroauto-Konkurrenz angreifen und Kosten sparen.
Das ambitionierte Ziel sind 30 neue E-Modelle bis 2030 für den chinesischen Markt. Das soll vor allem über die Volkswagen China Technology Company (VCTC) in Hefei und eine eigene, vom MEB abgeleitete Plattform für rein elektrisch angetriebene Kompakt-Modelle geschehen.
"Die Fahrzeuge auf Basis dieser Plattform sollen ab 2026 auf den Markt kommen und in der Preisklasse von 140.000 bis 170.000 Yuan (umgerechnet 18.000 bis 22.000 Euro; d. Red.) liegen", kündigte Ralf Brandstätter, der VW-Konzernvorstand für China, an.
Der Standort in der chinesischen Stadt mit acht Millionen Einwohner wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut, der Konzern ließ sich das rund eine Milliarde Euro kosten.
Zeit und Kosten sparen
Dorthin soll nun die Entwicklung von Modellen für den chinesischen Markt von Wolfsburg verlagert werden. Damit spart VW Zeit, sie soll um 30 Prozent verkürzt werden, von der Marktreife bis zur Entwicklung.
Rund 3000 Menschen sollen bis 2024 in Hefei arbeiten und die Modelle entwickeln. Parallel dazu arbeitet VW mit anderen Unternehmen wie zum Beispiel dem chinesischen Hersteller Xpeng zusammen, um Kompetenzen zu bündeln und um schneller zu werden auf dem E-Automarkt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.
"In einem dynamischen Marktumfeld ist ein hohes Entwicklungstempo entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit", sagte Brandstätter. Er erwartet nach eigenen Worten "ein sehr aggressives Preislevel".

Der ID.3 läuft in China gut.
Bild: Volkswagen AG
Daneben strebe man nach einer autonomen, kontrollierbaren Wertschöpfungskette, erklärte er. Deshalb wolle man auf lokale Zulieferer in China zurückgreifen, um nicht mehr zu abhängig vom Import oder Export zu sein, da der auch von Krisen wie in der Ukraine oder im Nahen Osten beeinflusst wird. "In China, für China" produzieren nennt Brandstätter das.
Große und neue Herausforderungen
Denn VW steht in China nicht nur vor großen, sondern auch vor neuen Herausforderungen, da die Menschen andere Ansprüche an ein E-Auto haben als in Deutschland.
Die Kunden sind jünger und haben andere Fahrgewohnheiten. Voraussetzungen, die Volkswagen adressieren muss, um mit Konkurrenten wie BYD mithalten zu können.
Jüngste Verkaufszahlen machen Hoffnung. Die Verkäufe des ID.3 sind in China im Oktober um 65 Prozent gegenüber der Vorjahreszeit gestiegen. In Summe gingen rund 24.000 Elektroautos an Kunden, das ist fast doppelt so viel wie im Oktober 2022. Da auch der chinesische Gesamtmarkt wuchs, bleibt der Druck auf VW allerdings hoch.
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