VW Polo: Stärken und Schwächen beim TÜV
Diese Polo-Macken sollten Sie kennen

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Eine eklatante Schwäche leistet sich der ansonsten solide VW Polo 6, während Nummer 5 in puncto Qualität deutlich hinter seinem Vorgänger zurückbleibt. Hier kommt der Überblick aus dem TÜV-Report 2026!
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der VW Polo gilt als solider Dauerbrenner unter den Kleinwagen. Der aktuelle Polo 6 fährt meist problemlos durch die HU. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick: Mit zunehmendem Alter zeigen sich kleine Schwächen, die vor dem Kauf besser ausgeschlossen werden sollten. Beim Vorgänger Polo 5 macht sich dieser Alterseffekt noch deutlicher bemerkbar.
VW Polo 6
- Bauzeit: 2017 bis heute
- Motoren: 65 PS (1.0) bis 207 PS (GTI)
- Gebrauchtpreis: ab 8500 Euro
Das ist er: Fast auf Niveau der Kompaktklasse, was seine Größe betrifft. Das liegt am Umstieg auf VWs MQB-A0-Plattform, die im Vergleich zum Vorgänger für sieben Zentimeter mehr Breite sowie einen luftigeren Innenraum sorgt. Motorenauswahl: Vom sparsamen Diesel bis zum 207 PS starken GTI ist alles dabei. Die Selbstzünder flogen 2020 raus. Kunden wähl(t)en oft den 1.0-Dreizylinder-Benziner mit 65 (Sauger) bis 115 PS (Turbo). Die Saugbenziner haben stets Schaltgetriebe, die Turbos gibt es auch mit Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Facelift im Jahr 2021.

Im Innenraum des Polo 6 ist spürbar mehr Platz vorhanden.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Das kann er: Die Bedürfnisse von Pendlern und kleinen Familien erfüllen. Auch in der Basisversion überzeugt der Polo in puncto Fahrverhalten, Bedienung und Platzangebot. Im Fond sitzen Erwachsene bequem. Für das Gepäck gibt's 351 Liter Stauraum, bei umgelegter Rücksitzbank sind es 1125 Liter.
Das macht Ärger: Vereinzelt Beschwerden über ruppig schaltende DSG. Lahme und abstürzende Navis (Discover Media und Discover Pro) nerven. Rückrufe betrafen unter anderem Gurtschlösser, ein fehlerhaftes Rückschlagventil am Bremskraftverstärker, nicht auslösende Airbags, Gurtwarner und Gurtstraffer sowie eine fehlerhafte Verschraubung der Hinterachse mit drohendem Kontrollverlust.
VW Polo 5
- Bauzeit: 2009 bis 2017
- Motoren: 60 PS (1.2, 1.0) bis 220 PS (2.0 WRC Street)
- Gebrauchtpreis: ab 2000 Euro
Das ist er: Den Kinderschuhen entwachsen und mit mehr Komfort ausgestattet. Zudem hat VW die Verarbeitung verbessert und die Ausstattungsoptionen erweitert. Dank guter Dämmung, bequemer Sitze und starker Motoren ist der Polo nun langstreckentauglich.

Der Polo 5 toppt den Vorgänger in allen Bereichen.
Bild: Toni Bader
Das kann er: Ein alltagstauglicher Kleinwagen sein, der sich ziemlich erwachsen fährt. 2010 kam die höhergelegte "Cross"-Variante. Sparfüchse greifen zu einem TDI-Motor (75 bis 105 PS). Der 1,2-Liter-TSI mit 105 PS ist gleichermaßen temperamentvoll wie wirtschaftlich – und kam im AUTO BILD-Dauertest über 100.000 Kilometer auf eine 2+. Als anspruchslos und solide gilt der 1.4-Sauger (86 PS, auch als "BiFuel").
Das macht Ärger: Bei den frühen Jahrgängen Steuerketten der 1,2- und 1,4-Liter-TSI sowie ruckelnd anfahrende DSG-Getriebe. Der ADAC führt als Problemzonen Bremsbeläge (Bj. 2011-2012, 2014-2017) und defekte Zündkerzen (2009 und 2011). Einige Rückrufe, darunter wegen eines fehlerhaften Anlasser-Magnetschalters (Baujahr 2011), diverser Airbagprobleme sowie illegaler Abschalteinrichtungen (Diesel EA189/EA288).
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Achsaufhängungen, Antriebswellen und Lenkanlage beider Typen geben keinen Anlass zu übermäßiger Kritik. Federn und Dämpfer werden nur an 12- bis 13-jährigen Polo 5 etwas öfter moniert, in diesem Alter kommt auch Rost öfter vor. Krass: Sechs- bis siebenjährige Polo 6 zeigen eklatante Mängel an den Lenkgelenken, die Fehlerquote liegt 20-fach (!) über dem Schnitt. Schuld sind morsche Staubmanschetten: Das Problem teilt sich der VW mit seinem Technikbruder Seat Ibiza.
Licht
Verstelltes Abblendlicht zieht sich durch alle Baujahre. Im Schnitt als haltbarer erweisen sich Rückleuchten und Blinker. Beim älteren Polo 5 treten vermehrt Defekte an der vorderen Beleuchtung auf.
Bremsen
Beim Polo 5 sind Fuß- und Feststellbremse häufige Schwachstellen, der Nachfolger ist Durchschnitt. Gleiches beim Bremsscheibenverschleiß. Leitungen und Schläuche beider Generationen sind unauffällig.
Umwelt
Grüne Welle für den Polo 6: Die Abgasanlage zeigt selten Rost, die AU meistert er zuverlässig, Ölverlust kommt selten vor. Der Vorgänger sieht bei den Abgasanlagen (Schalldämpfermängel) rot.
VW Polo: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 89,7 (Ø 89,4) | 3,3 (Ø 4,0) | 6,9 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 89,7 (Ø 84,7) | 3,4 (Ø 5,3) | 6,9 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 77,6 (Ø 78,8) | 11,8 (Ø 7,6) | 10,7 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 74,4 (Ø 71,7) | 8,1 (Ø 10,0) | 17,5 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 65,0 (Ø 64,7) | 11,6 (Ø 12,4) | 23,3 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 56,0 (Ø 56,0) | 15,8 (Ø 15,5) | 28,2 (Ø 28,4) | 0,1 (Ø 0,1) |
Fazit
Während die fünfte Generation des VW Polo bei der HU vermehrt Mängel an Abgasanlage, Fuß- und Feststellbremse sowie Bremsscheiben zeigt, ist der Nachfolger beständiger. Allerdings tut sich bei den sechs- bis siebenjährigen Exemplaren des Polo 6 eine Schattenseite auf, die Gebrauchtkäufer im Blick haben müssen: die Lenkgelenke.
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