(dpa/AUTO BILD/KI) Die IG Metall hat ihre Warnstreiks bei Volkswagen vorerst beendet. An den Aktionen, die gestern und heute stattfanden, beteiligten sich insgesamt fast 100.000 Mitarbeiter, wie die Gewerkschaft mitteilte. Der Ausstand, der in jeder Schicht zwei Stunden andauerte, wurde am Morgen mit dem Ende der Nachtschicht abgeschlossen. Seit Beginn der Frühschicht wird in Wolfsburg und den anderen Werken wieder regulär gearbeitet.
An den Warnstreiks nahmen an neun betroffenen Standorten insgesamt 98.650 Teilnehmer teil, darunter 47.000 in Wolfsburg, 12.500 in Kassel-Baunatal sowie jeweils 9.000 in Zwickau und Hannover. Die IG Metall hatte am Montag zu den Warnstreiks aufgerufen, die an neun der zehn deutschen VW-Standorte stattfanden. Die Aktionen waren Teil des Tarifstreits um Lohnkürzungen, Werkschließungen und Stellenabbau.

Deutlich mehr Streikteilnehmer als 2018

Die Beteiligung an den Warnstreiks war laut IG Metall noch deutlich höher als bei der letzten großen Warnstreikwelle bei Volkswagen im Jahr 2018. Damals hatten sich mehr als 50.000 Beschäftigte an den Standorten Wolfsburg, Hannover, Emden, Kassel-Baunatal, Braunschweig und Salzgitter beteiligt.
Am kommenden Montag treffen sich Vertreter von Unternehmen und Arbeitnehmern in Wolfsburg zur nächsten Tarifrunde. Es wird erwartet, dass diese Runde entscheidend sein könnte für die weitere Entwicklung des Konflikts. In der Tarifrunde geht es um die Bezahlung der rund 120.000 Beschäftigten in den Werken der Volkswagen AG, für die ein eigener Haustarif gilt.
Hinzu kommen mehr als 10.000 Mitarbeiter bei VW Sachsen, für die 2021 eine Angleichung an den Haustarif vereinbart wurde. Volkswagen fordert angesichts der schwierigen Lage des Konzerns eine zehnprozentige Lohnkürzung. Zudem stehen Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zur Debatte. Die IG Metall setzt sich für die Verhinderung dieser Maßnahmen ein und fordert eine Zukunftsicherung für alle Standorte ohne Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen.