VW T5: VW Bus gebraucht kaufen
VW Bus T5: Traumtransporter mit Tücken

Der VW T5 ist beliebt, doch Konstruktionsfehler können den Bus schnell zur Kostenfalle machen. AUTO BILD deckt die größten Schwachstellen auf und sagt, welche Motoren Sie besser meiden sollten.
Bild: Fabian Matzerath
Okay, ich gebe es zu: Meine Freunde haben mich gewarnt. "Kauf bloß keinen VW Bus T5 mit dem 2.5-TDI-Motor!" Aber was hätte ich tun sollen? Mein alter VW Bus T4 hatte mich plötzlich im Stich gelassen, der Zahnriemen riss viel zu früh, der Zylinderkopf war Schrott. Von heute auf morgen brauchten wir Ersatz.
Ein Familienauto. Schnell. Bezahlbar. Also wurde es ein Behörden-Bulli. Und ich habe ihn geliebt. Vom ersten Moment an. So wie ihn unzählige Familien, Handwerker und Camper lieben. Viel Platz, dieser unverwechselbare Bulli-Charakter, das Gefühl von Freiheit und Alltagstauglichkeit zugleich. Der T5 kann so vieles richtig machen.
Beim T5 entscheidet der Motor über Wohl und Wehe
Eigentlich. Denn es gibt einen Haken. Einen, den viele erst kennenlernen, wenn es zu spät ist: den Motor. Beim T5 entscheiden nicht Lackfarbe, Ausstattung oder Ausbau darüber, ob man glücklich wird. Es entscheidet nur eine einzige Frage: Was steckt unter der Haube? Denn dieser Bus wird entweder zum treuen Reisebegleiter oder zur rollenden Kostenfalle.

"Wer Lust aufs Basteln hat, kommt beim 2.5 TDI auf seinen Spaß. Es ist immer wieder etwas Neues zu tun!", meint Redakteur Bernd Volkens.
Bild: Olaf Itrich
Und wir reden hier nicht von Kleinigkeiten. Nicht von einem müden Anlasser oder einer defekten Lichtmaschine. Wenn bei den bekannten Problemmotoren etwas schiefgeht, dann richtig. Rechnungen im hohen vierstelligen Bereich sind eher die Regel als die Ausnahme. Fünfstellige Beträge? Leider kein Horrormärchen, sondern bittere Realität. Ich war mir sicher: Mich trifft es nicht.
Banale Ursache, massive Folgen
Mein Bus, ein 2.5 TDI aus dem Jahr 2007, war von der Behörde lückenlos scheckheftgepflegt. Einmal im Jahr beim Service, alles dokumentiert. Die Probefahrt? Unauffällig. Kein Klappern, kein Qualmen. Nur ein minimaler Wasserverlust. Nichts, was mich abschreckt. Dachte ich. Dann, ein knappes halbes Jahr und gerade einmal 3361 Kilometer später, kam der Schlag. Motorschaden. Die Nockenwelle und die Hydrostößel waren hinüber.

Das Loch im oberen Hydrostößel gehört da nicht hin. Er wurde vom Nocken der Nockenwelle völlig aufgerieben.
Bild: Olaf Itrich
Das erste Warnsignal: ein dumpfes, pochendes Schlagen aus dem Luftfilterkasten. Die Ursache war ebenso banal, wie bitter. In den Inspektionsprotokollen stand zwar, dass Öl und Filter regelmäßig gewechselt worden waren, doch der aktuelle Ölfilter hatte seit mindestens 50.000 Kilometern kein Tageslicht mehr gesehen. Er war komplett zugesetzt. Das Öl suchte sich seinen Weg am Filter vorbei durch den Bypass. Schmutz, Abrieb, Fremdstoffe – alles blieb im Ölkreislauf. Und fraß langsam, aber gnadenlos an Nocken und Hydrostößel.

Schmutz, Abrieb, Fremdstoffe fraßen gnadenlos an den Nocken.
Bild: Olaf Itrich
Mein Glück: Ich kann selbst schrauben. Ich habe die Nockenwelle, die Hydrostößel und gleich auch die Wasserpumpe erneuert. Unterm Strich: rund 640 Euro für Ersatzteile und Spezialwerkzeug. In einer freien Werkstatt hätte mich derselbe Schaden locker 2800 Euro oder mehr gekostet. Jetzt läuft mein VW Bus T5 wieder so, wie er soll. Über 7500 Kilometer hat er seitdem abgespult, ohne Mucken, ohne Wasserverlust, ohne neue Überraschungen. Aber eines habe ich gelernt: Beim T5 entscheidet nicht das Herz. Sondern der Motor. Unsere Motorempfehlungen lesen Sie hier:

Die Wasserpumpe ist am Ende. Den Lagerschaden sieht man mit bloßem Auge. Ölkanäle sind verschlammt.
Bild: Olaf Itrich
VW T5: Motorempfehlungen von AUTO BILD
Der Zuverlässige: 1.9 TDI – lahm, aber unkaputtbar
Wer beim T5 auf Nummer sicher gehen will, landet beim 1.9 TDI mit Pumpe-Düse. Die Varianten AXC und AXB, Baujahre 2003 bis 2009, gelten als echte Dauerläufer. 86 oder 105 PS reißen zwar keine Asphaltfetzen. Aber: Diese Motoren laufen und laufen und laufen. 400.000 Kilometer sind eher Regel als Ausnahme. Die Technik ist überschaubar, günstige Ersatzteile, kaum Überraschungen. Genau deshalb ist er der Liebling von Campern und Langzeitbesitzern. Vorsicht bei den späteren BRR/BRS-Versionen mit Dieselpartikelfilter: Wer nur Kurzstrecke fährt, darf sich hier auf teure DPF-Probleme einstellen.
Fazit: Wer keinen Rennwagen sucht, findet hier den besten Freund fürs Leben.
Fazit: Wer keinen Rennwagen sucht, findet hier den besten Freund fürs Leben.
Der Blender: 2.5 TDI – kraftvoll, aber brandgefährlich
Fünf Zylinder, sattes Drehmoment: Der 2.5 TDI klingt wie die perfekte Wahl. Ist er aber nicht. Denn kaum ein T5-Motor hat so viele teure Sollbruchstellen: bröckelnde Plasmabeschichtung der Zylinderlaufflächen, Nockenwellenverschleiß, anfälliger Ölpumpenantrieb, wackelige Pumpe-Düse-Elemente. Reparatur? Schnell vierstellig. Instandsetzer empfehlen, beim Motoröl auf die Norm 0W-30, 506.01 zu achten.
Fazit: Fahrspaß ja – Vernunft nein.
Fazit: Fahrspaß ja – Vernunft nein.
Motorenübersicht
Modell | Motor | Hubraum | Zylinder | Einspritzung | Motorcode | Leistung | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
VW T5.1 | 1.9 TDI | 1896 cm³ | R4 | Pumpe-Düse | AXC | 63 kW/86 PS | ohne DPF |
VW T5.1 | 1.9 TDI | 1896 cm³ | R4 | Pumpe-Düse | AXB | 77 kW/105 PS | ohne DPF |
VW T5.1 | 1.9 TDI | 1896 cm³ | R4 | Pumpe-Düse | BRR | 62 kW/84 PS | mit DPF |
VW T5.1 | 1.9 TDI | 1896 cm³ | R4 | Pumpe-Düse | BRS | 75 kW/102 PS | mit DPF |
VW T5.1 | 2.5 TDI | 2461 cm³ | R5 | Pumpe-Düse | AXD | 96 kW/130 PS | ohne DPF |
VW T5.1 | 2.5 TDI | 2461 cm³ | R5 | Pumpe-Düse | AXE | 128 kW/174 PS | ohne DPF |
VW T5.1 | 2.5 TDI | 2461 cm³ | R5 | Pumpe-Düse | BNZ | 96 kW/130 PS | mit DPF |
VW T5.1 | 2.5 TDI | 2461 cm³ | R5 | Pumpe-Düse | BPC | 128 kW/174 PS | mit DPF |
VW T5.2 | 2.0 TDI | 1968 cm³ | R4 | Common-Rail | CAAA | 62 kW/84 PS | mit DPF |
VW T5.2 | 2.0 TDI | 1968 cm³ | R4 | Common-Rail | CAAB | 75 kW/102 PS | mit DPF |
VW T5.2 | 2.0 TDI | 1968 cm³ | R4 | Common-Rail | CAAD | 84 kW/114 PS | mit DPF |
VW T5.2 | 2.0 TDI | 1968 cm³ | R4 | Common-Rail | CAAC/CCHA | 103 kW/140 PS | mit DPF |
VW T5.2 | 2.0 Bi-Turbo | 1968 cm³ | R4 | Common-Rail | CFCA | 132 kW/180 PS | mit DPF |
Der Vernünftige: 2.0 TDI Common-Rail – endlich erwachsen
Ab 2009 kam mit dem 2.0 TDI CR endlich moderne Dieseltechnik. Leiser Lauf, besserer Verbrauch, kein Pumpe-Düse-Drama. Ja, auch hier gibt es Schwächen: AGR-Kühler intern undicht, empfindliche Injektoren, DPF-Probleme bei Kurzstrecke. Aber insgesamt ist das der ausgewogenste Motor im T5. Besonders empfehlenswert: Modelle ab 2012, hier hat VW die gröbsten Fehler im Griff.
Fazit: Der beste Kompromiss aus Zuverlässigkeit, Komfort und Kosten.
Fazit: Der beste Kompromiss aus Zuverlässigkeit, Komfort und Kosten.
Das Biest: 2.0 Bi-Turbo – schnell ins Verderben
180 PS, zwei Turbos und richtig Dampf. Aber leider auch viel Ärger mit dem Motor. Der CFCA ist berüchtigt für Kolben- und Zylinderkopfschäden. Etliche Busse haben bereits einen Austauschmotor. Und dafür gibt es zwei Hauptgründe: Temperaturprobleme und AGR-Ärger. Frisst er Öl und liegt im Leerlauf der Öldruck unter einem Bar, ist der Motor meist schon hinüber.

2.0 Bi-Turbo: Die Zylinderlauffläche ist verschlissen. Der Motorölverbrauch schießt in die Höhe.
Bild: Fabian Matzerath
Helfen soll das rechtzeitige Nachrüsten eines Ölkühlers, einer verbesserten Ölpumpe und der Wechsel auf einen AGR-Kühler mit der Kennung "D". Ohne diese Maßnahmen gilt: Finger weg!
Fazit: Wer Leistung will, braucht hier vor allem Mut und Geld.
Fazit: Wer Leistung will, braucht hier vor allem Mut und Geld.
Fazit
Der VW T5 ist begehrt, aber mit Vorsicht zu genießen. Die Wahl des Motors entscheidet über Glück oder Frust. Wer dauerhaft Ruhe will, greift zum 1.9 TDI oder zum späten 2.0 TDI CR. 2.5 TDI und 2.0 Bi-Turbo hingegen verlangen Mut, starke Nerven und ein sehr gut gefülltes Portemonnaie. Unser Tipp: weniger Leistung, mehr Haltbarkeit. Und bitte, bitte: spätestens alle 15.000 Kilometer Motoröl und Ölfilter wechseln.
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