VW T6.1 California gebraucht teurer als neu
Hilfe, die Bulli-Preise explodieren!

Huch, warum sind die so teuer? Die Preise für gebrauchte VW T6.1 California waren schon immer stabil, jetzt sind sie happig. Liegt an hoher Nachfrage und langen Lieferzeiten für Neuwagen. Unser Bulli war vor drei Jahren neu günstiger als jetzt gebraucht!
Bild: Andreas May / AUTO BILD
Als Bulli-Fahrer bist du ja immer auch auf der Suche nach dem Glück der anderen. Wie haben die sich eingerichtet, welche Kisten stellen die sich in ihre Schränke, entlädt sich bei denen auch die Batterie, und stürzt das Navi ab? Also vernetzt du dich in Foren, auf Facebook, guckst, liest mit. So wie wir. Und irgendwann fällt dir vor Schreck die Kaffeetasse auf die Tastatur.
Wir haben uns "vor Corona" einen VW T6.1 California bestellt, im Dezember 2019 unterschrieben, im Juli 2020 angemeldet. Es ist ein "Coast Edition" mit 150-PS-TDI, DSG-Getriebe, Einbauschränken, Küche mit Zweiflammen-Gasherd, Kühlbox, Spüle, Außendusche.
Wir haben 18-Zöller und Faltdach in Rot wegen der Optik anbauen lassen, Sitz- und Standheizung bestellt, Markise, Kamera hinten, Verkehrszeichen-Erkennung und das "kleine" Navi, das du am besten nur nutzt, wenn du den Weg weißt, so alt ist es.

18-Zöller für die Optik kosten Aufpreis, der graue Uni-Lack ist kostenlos. California Coast Edition, 150-PS-TDI, DSG und paar Extras. Listenpreis vor drei Jahren: 73.500 Euro, als Reimport 58.000 Euro.
Bild: Andreas May / AUTO BILD
Listenpreis vor drei Jahren: um die 73.500 Euro. Wir haben unseren Wunsch-Bulli beim Reimport-Händler gekauft und Glück gehabt, dass Finanzminister Olaf Scholz die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent reduziert hatte, denn so zahlten wir "nur" 58.000 Euro.
Kein gebrauchter Bulli unter 60.000 Euro
Und heute? Spielen die Preise verrückt! Als letztens ein ähnlicher Bus wie unserer auf Facebook zum Verkauf angeboten wurde und der Preis höher war als der, den wir vor drei Jahren, sieben Urlauben und mehr als 33.000 Kilometern bezahlt haben, guckten wir genauer. Und fahndeten auf drei unterschiedlichen Gebrauchtwagen-Portalen nach einem Bulli wie dem in unserer Garage. Nichts unter 60.000 Euro zu finden! Da werden sogar California aus der Vermietung oder mit doppelter Laufleistung zu Preisen angeboten, für die wir damals nicht neu gekauft hätten, weil zu teuer.

Hund muss mit! Viele machen ja Campingurlaub, weil Fliegen mit Hund doof ist. So ist es bei uns auch. Bella ist immer mit dabei im California.
Bild: Andreas May / AUTO BILD
Woran das liegt? An der Nachfrage! Die ist so gigantisch, dass VW Nutzfahrzeuge die Produktion in Hannover auf bis zu 130 California pro Tag angehoben hat. Und trotzdem müssen Kunden ein Jahr auf ihren Bulli warten, es ist in einigen Fällen sogar von 18 Monaten die Rede.
VW stellt den T6.1 ein, der T7 California übernimmt
Und diese Geschichte ist endlich: Eine VW-Sprecherin sagt zu AUTO BILD, dass "vermutlich nach dem Sommer Schluss sein wird mit Bestellungen, die dann bis nächstes Jahr abgearbeitet werden". VW stellt den T6.1 ein und zeigt auf dem Caravan Salon Ende August 2023 den neuen T7 California.

Kurze Erklärstunde bei der Abholung: Metin Aktay vom Reimport-Autohaus Immler in Sinsheim führt AUTO BILD-Mann May die Funktionen des California vor.
Bild: Fred Roschki / AUTO BILD
Hilfe, die Bulli-Preise explodieren! Teure Gebraucht-Angebote hängen mit happigen Neupreisen zusammen. Denn wer "Cali" fahren will, zahlt mehr. Ein Lehrstück aus dem Betriebswirtschaftsseminar "Angebot und Nachfrage".

Dach in Rot, Markise – es kostet alles Aufpreis. Dieser T6.1 California hat 2020 laut Liste um die 73.500 Euro gekostet. Jetzt wäre der Neupreis viel teurer.
Bild: Andreas May / AUTO BILD
Zuerst, also Ende 2021, hat VW das Angebot gestrafft, die mittlere und für viele vernünftige Ausstattung "Coast" mit Küche und manuellem Hubdach aus dem Programm genommen. Übrig blieben "Beach" als Einstiegsvariante mit "Ausklapp-Kochfeld", aber ohne Schränke, und "Ocean" mit Küche und Einbauschränken und automatischem Dach.
VW hat beim T6.1 California die Neuwagenpreise erhöht
Und sie haben die Preise erhöht: "Wenn ich heute meine bestellte Konfiguration lade, lande ich bei einer Preiserhöhung von 6,1 Prozent beim Grundpreis und 7,7 bei der Sonderausstattung im Vergleich zu gestern", schrieb einer im Forum.

Ausstattung: Coast Edition. Als Edition-Modell hat der T6.1 California eine bessere Ausstattung und immer den Streifen mit Schriftzug unten am Blech.
Bild: Fred Roschki / AUTO BILD
Rechnen wir selber mal nach: "Coast Edition" gibt's nicht mehr, also nehmen wir die Basis mit 150 PS und DSG, 18-Zöllern, Dach in Rot, Sitz- und Standheizung, Markise, "kleines" Navi, Kamera, Verkehrszeichenerkennung und Kühlbox. Kostet 79.000 Euro, 5500 Euro mehr laut Liste als unserer, aber ohne Schränke. Kein Wunder, dass auch die Gebrauchtpreise explodieren!
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