VW Touareg V6 TSI Hybrid: Test
Modernes Kraftwerk

Ein Hybrid-SUV gibt es bereits seit fünf Jahren von Toyota-Tochter Lexus. Nun kommt VW mit dem Touareg Hybrid. V6-Benziner mit 333 PS und 34-kW-Elektromotor in Kombination versprechen 8,2 l/100 km Normverbrauch.
- Martin Braun
79 Kilogramm für die Batterieeinheit unter dem Gepäckraum und 55 Kilogramm für den Elektromotor zwischen Benzinmaschine und Automatikgetriebe – das ist das Zusatzgewicht, das ein Hybrid-Touareg mit sich herumschleppt. Dazu kommen wohl noch ein paar Kilogramm für dicke Elektrokabel und schlaue Rechner, denn der neue Hybrid-Touareg wiegt gemessene 2358 Kilogramm. Zum Vergleich: ein aktueller Touareg 3.0 V6 TDI kommt auf 2282 Kilogramm. Zusatzspeck hat der Hybrid-Touareg also durchaus. Und so fragt man sich, was das Doppelherz in der Praxis bringt. Es bringt vor allem Stille im Innerortsverkehr. Denn dort hat der leise laufende Benzinmotor überraschend oft Pause. Praktisch sofort, wenn man vom Gas geht, weil die Vorausfahrenden langsamer werden; dann kuppelt das System den Verbrenner ab und lässt ihn ruhen. Nicht erst beim absoluten Stillstand, wie das ein herkömmliches Start-Stopp-System macht.
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Bild: Toni Bader
240 km/h sind schnell erreicht

E-Antrieb hilft beim Sparen
Der Testverbrauch von 10,1 Liter Superbenzin/100 km zeigt, dass der zusätzliche E-Antrieb tatsächlich beim Sparen hilft. Freilich: Der ausstattungsbereinigt über 12.000 Euro billigere 3.0 V6 TDI verbraucht auf gleicher Strecke nur 9,3 Liter/100 km; allerdings stößt er als Diesel dafür die wesentlich fieseren Schadstoffe aus. Dafür steigt der Verbrauch beim Hybrid deutlich an, wenn man auf der Autobahn richtig schnell fährt: 15,3 Liter/100 km bei Vollgas, dagegen nur 12,1 Liter/100 km beim V6 TDI. Andererseits lässt sich der Hybrid auf gemessene 7,9 Liter/100 km drüken, wenn man unter Tempo 100 bleibt. Beim Diesel verharrt die Untergrenze bei 7,5 Liter/100 km. Das Schöne bei derlei Zahlenspielen: Auch mit dem Hybridantrieb bleibt der Touareg ein vollwertiger Geländegänger. Der erste Gang der neue Achtstufenautomatik ist kurz genug, um enorme Steigungen absolvieren zu können.
Allradantrieb mit 333 PS

Bild: Toni Bader
Fazit
Der Preis schreckt erst einmal, beinhaltet aber elektrische Ledersitze, Xenonlicht und schlüssellosen Zugang. Dennoch kostet der Hybrid über 12.000 Euro mehr als der Diesel-Touareg. Dafür startet, rollt und fährt der Hybrid viel leiser, viel vornehmer. Das passt gut zum Touareg. Schade nur, dass der E-Antrieb so selten allein nutzbar ist. Schließlich hat man viel Geld für ihn bezahlt.
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