VW Touareg W12 Sport: Gebrauchtwagen
Dieser VW Touareg verbirgt eine Überraschung unter der Haube

Bild: Herzog-Rehm Handels GmbH
Keine Grenzen bei VW: Es gab eine Zeit, in der sie sich in Wolfsburg richtig was getraut haben. So gab es mit dem Phaeton eine Luxus-Limousine, die praktisch ohne Rotstift entwickelt wurde, mit dem Prototyp W12 Nardo einen Supersportwagen, der einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hat und erst in letzter Sekunde vor der geplanten Serienfertigung gecancelt wurde, und es gab mit dem Touareg W12 sogar ein SUV mit gigantischem Zwölfzylinder unter der Haube. Diese Zeiten sind längst vorbei, doch auf dem AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt wird immer mal wieder genau so ein Touareg angeboten!
Im Sommer 2004 entschloss VW, den Touareg als W12 Sport auf den Markt bringen – mit dem 450 PS starken Zwölfzylinder-Motor der Luxuslimousine Phaeton. Geplant war eine Kleinserie von 500 Stück, doch ab November 2005 wurde der Touareg mit Zwölfzylinder in das normale Programm übernommen. Erhältlich waren der W12 Sport Edition und der W12 Executive.

Laut des Verkäufers ist die Abgasanlage eine Spezialanfertigung. Die kleine Kennzeichenaussparung könnte ein Hinweis auf einen Reimport sein.
Bild: Herzog-Rehm Handels GmbH
Mit der Modellpflege im Jahr 2006 (neue Frontpartie und modernere Rückleuchten) wurde die Nomenklatur des Touareg W12 überarbeitet. Ab sofort konnten die Kunden zwischen dem optisch dezenten W12 Individual (unterscheidet sich nur durch vier Endrohre von den zivilen Versionen) und dem W12 R-Line mit dem auffälligen Bodykit des Touareg R50 wählen. Wie viele Touareg als Zwölfzylinder ausgeliefert wurden, ist leider nicht bekannt.
Das vom Händler "Herzog-Rehm Handels GmbH" inserierte Exemplar wurde erstmals im Mai 2005 zugelassen und zählt somit zu der frühen Serie des W12 Sport. Trotz überarbeiteter Schürzen, lackierter Radhausverkleidungen und den großen Felgen wirkt der Touareg fast schon harmlos. Zumindest würden nur die allerwenigsten vermuten, welch Urgewalt unter der Haube steckt.
Trotz eines Leergewichts von 2555 Kilo sprintet das Dickschiff aus dem Stand in 5,9 Sekunden auf 100 km/h und wird erst bei 250 km/h von der Elektronik eingebremst. Dafür sorgen 450 PS und ein maximales Drehmoment von 600 Nm, das mittels einer Sechsgang-Tiptronic an alle vier Räder geleitet wird.
Leistungsgesteigert auf 530 PS
Das hier gezeigte silberne Exemplar soll allerdings noch stärker sein! Laut des Verkäufers leistet der von der VW-Individual-Abteilung überarbeitete 6,0-Liter-W12 hier 530 PS. Das soll für eine Höchstgeschwindigkeit von beeindruckenden 300 km/h reichen, womit der Touareg auch heute noch zu den schnellsten SUV überhaupt gehören würde. Belege über die Leistungssteigerung sind im Inserat nicht zu finden. Hier sollten sich Interessenten vor Ort genauestens informieren und gegebenenfalls auch einen Experten zu Rate ziehen.

Der Innenraum sieht sehr gepflegt aus. Der angegebene Kilometerstand erscheint plausibel.
Bild: Herzog-Rehm Handels GmbH
Hinzu kommt, dass dieser Touareg eine speziell angefertigte Abgasanlage mit jeweils zwei übereinander positionierten Endrohren im Stile des Lexus IS-F besitzt. Angeboten wird der VW mit einer frischen Hauptuntersuchung.
Pluspunkte sind neben der umfangreichen Ausstattung, dass der Touareg nur zwei Vorbesitzer hat und auf dem Tacho lediglich rund 49.600 Kilometer stehen – womit er zweifellos zu den weniger gefahrenen Exemplaren gehört.
So viel soll der Touareg W12 kosten
Das nachgerüstete Panasonic-Radio und die kleine Kennzeichen-Aussparung am Heck sind Anzeichen für einen Reimport, was im Inserat jedoch nicht erwähnt wird.
Laut der Fotos scheint der Touareg in einem ordentlichen Zustand zu sein. Das könnte auch den Preis von 44.900 Euro erklären. Angesichts des angegebenen ehemaligen Neupreises von 135.000 Euro mag der Touareg zwar günstig erscheinen, doch zur Wahrheit gehört auch, dass es gebrauchte Touareg W12 bereits ab 12.000 Euro gibt. Dafür haben diese Autos meistens 200.000 Kilometer oder mehr auf dem Buckel.
Mit 44.900 Euro gehört dieses Exemplar zu den teuersten auf dem Markt. Kurios: Exakt dasselbe Auto wird auch von einem anderen Händler inseriert – allerdings für 47.500 Euro.
So oder so gilt: Interessenten sollten sich auf jeden Fall ihr eigenes Bild bei einer Probefahrt vor Ort machen und im Idealfall einen Experten im Gepäck haben.
Reparaturen können richtig teuer werden
Und wenn alles passt, sind da auch noch die Unterhaltskosten, die nicht zu unterschätzen sind! Reparaturen können richtig teuer werden, der W12 kann im Alter Probleme machen, und aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Motorraum gehen auch vermeintlich kleine Reparaturen schnell ins Geld. Auch die serienmäßige Luftfederung neigt zu Defekten. Aber selbst, wenn keine Reparaturen anstehen, Verschleißteile wie Bremsen sind alles andere als günstig.
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