VW Up: TÜV-Report
Eine Schwäche leistet sich der Up beim TÜV!

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Der Up war der Kleine von VW, der heute heiß diskutiert und gefordert wird. Damals vielseitig, zeigt er heute noch Qualitäten. Wären da nur nicht die Bremsen.
Bild: Ronald Sassen
Als typischer Stadtflitzer kommt der VW Up oft mit überschaubarer Laufleistung zur HU und schneidet entsprechend häufig mängelfrei ab. Ganz ohne Kritik bleibt er dennoch nicht: Ein genauer Blick auf Licht und Bremsen lohnt sich, denn hier zeigen sich mitunter alters- und nutzungsbedingte Auffälligkeiten.
VW Up
- Bauzeit: 2011 bis 2023
- Motoren: 60 PS (1.0) bis 115 PS (GTI)
- Gebrauchtpreis: ab 3000 Euro
Das ist er: Ein deutscher Kleinstwagen, der den Asiaten Konkurrenz machen sollte und den VW heute nicht mehr baut. Dabei war der Up im Alltag funktional bis genial: übersichtlich, ein Parkplatzwunder auf 3,54 Meter Länge, flott genug sowie geräumig. Erstaunlich, wie Erwachsene auch hinten annehmbar unterkommen. Dafür fällt der Kofferraum mit 251 Litern eher mager aus.

Der VW Up bietet innen erstaunlich erwachsene Platzverhältnisse.
Bild: Ronald Sassen
Der Up kam zunächst nur als Dreitürer auf den Markt (bietet etwas mehr Schulterraum), der beliebtere Fünftürer folgte kurz darauf und macht Einsteigen wie Beladen einfacher. Vorbildlich ist die Sicherheit: serienmäßig sechs Airbags und ESP. 2013 kam der E-Up als Stromer, 2014 der Cross-Up mit SUV-Schminke, 2018 der Up GTI mit 115 PS. Das Facelift 2016 brachte ein neues Infotainment, Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht und neue Motoren.
Das kann er: Viele Wege souverän und ausgewogen erledigen. Diesel gibt's keine, dafür diverse Einliter-Dreizylinder mit und ohne Turbo sowie die lahme Erdgasversion Eco Up mit 68 PS. Der e-Up mit 82 PS starkem Elektromotor machte ab 2020 dank staatlicher Förderung eine späte Karriere als günstiger Stromer mit mehr Batteriekapazität.
Das macht Ärger: Im Dauertest von AUTO BILD gab's die Note 3+. Nervig: klemmende Türschlösser, undichte Klimaanlagen, knackende Panoramadächer, pfeifende Gasdruckregler (EcoFuel) und eingerissene Wärmeschutzbleche. Das automatisierte Schaltgetriebe ASG ist nicht immer zuverlässig. 14 Rückrufe, unter anderem wegen diverser Airbagprobleme, defekter Türkindersicherung, fehlerhafter Abschlepphaken sowie Problemen mit dem Gurtstraffer.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Hier zeigt der Kleine große Langlebigkeit. Achsaufhängungen sowie Federn und Dämpfer stehen weit seltener auf der Mängelliste als im Durchschnitt. Nur die Lenkgelenke der 13-Jährigen werden etwas öfter moniert. Der jüngere Up schlägt sich gut bis befriedigend. Rost kommt an den älteren Up hier und da vor.
Licht
Ein dunkles Kapitel für VW, denn Abblendlicht und hintere Beleuchtung (bei bis zu Neunjährigen) haben überdurchschnittlich viele Fehler. Ausnahme: Die Blinker und die vordere Beleuchtung sind okay.
VW Up: Mängeleinteilung*
Alter | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 85,5 (Ø 89,4) | 6,0 (Ø 4,0) | 8,4 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 86,6 (Ø 84,7) | 5,7 (Ø 5,3) | 7,7 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 80,3 (Ø 78,8) | 7,5 (Ø 7,6) | 12,3 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 73,7 (Ø 71,7) | 9,0 (Ø 10,0) | 17,2 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 68,7 (Ø 64,7) | 9,8 (Ø 12,4) | 21,5 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 62,3 (Ø 56,0) | 10,4 (Ø 15,5) | 27,3 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Bremsen
Die Funktion der Fußbremse wird durch alle Jahrgänge häufiger moniert, als im Schnitt. Die Mängelquoten der Feststellbremse steigen ab dem achten Jahr deutlich an. Dafür ist Scheibenverschleiß kein großes Thema.
Umwelt
In puncto Ölverlust schrammt der junge Up am Durchschnitt entlang, ab dem dritten TÜV-Termin ist er besser. Die Abgasanlagen sind im Alter etwas weniger verlässlich. Die AU nimmt er eher ohne Probleme.
Fazit
Als Stadtauto hat der Up meist weniger Kilometer auf dem Tacho. So liegt die Zahl der mängelfreien Exemplare im Alter leicht über dem Schnitt. Trotz seiner vielen Vorzüge hat der Up zwei Schwachstellen: die Lichtanlage (leicht zu beheben) und die Bremsen (teurer). Unbedingt prüfen! Verschlissene Bremsbeläge oder mangelhafte Bremsfunktion müssen die TÜV-Prüfer allzu oft anmerken und die Plakette verweigern.
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