(dpa/AUTO BILD/KI) Aufgrund der aktuellen Diskussionen um Sparmaßnahmen bei Volkswagen wird die ursprünglich für diesen Freitag angesetzte Planungsrunde verschoben. Die Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat soll zwar stattfinden, jedoch werden die Themen Werksbelegung und Investitionsplanung für die nächsten fünf Jahre nicht abschließend behandelt. Als Grund für die Verschiebung werden die noch andauernden Gespräche mit der IG Metall und dem Betriebsrat über die vorgeschlagenen Sparpläne genannt, wie aus Konzernkreisen verlautet.
Ein neuer Termin für die Planungsrunde ist bisher nicht festgelegt worden. Erst nach dem Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern soll ein neuer Termin für die Planungsrunde anberaumt werden. In der kommenden Woche ist ein weiteres Treffen zwischen Unternehmensführung und Gewerkschaft geplant, das bereits die dritte Verhandlungsrunde darstellt.
Der größte Autohersteller Europas hatte im September die seit über 30 Jahren bestehende Beschäftigungsgarantie aufgehoben, wodurch betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen möglich geworden sind. Im Rahmen der derzeitigen Tarifverhandlungen fordert VW eine Lohnkürzung um zehn Prozent und plant zudem, verschiedene Zulagen und Boni zu streichen. Laut Angaben des Betriebsrates sind mindestens drei Werke und zehntausende Arbeitsplätze gefährdet.
Traditionell entscheidet die Planungsrunde bei Volkswagen im November über die Belegung der Werke und die Verteilung der Investitionen für die kommenden fünf Jahre. Bereits vor zwei Jahren hatte der damalige neue Konzernchef Oliver Blume die Runde auf das neue Jahr verschoben, um zunächst eine Bestandsaufnahme durchführen zu können. Im Jahr 2021 sorgte ein Machtkampf zwischen Blumes Vorgänger Herbert Diess und dem Betriebsrat für Verzögerungen bei der Planungsrunde.