Es gibt es wirklich: das 1-Liter-Auto! Unter Ferdinand Piëch konnte VW 2014 ein Auto in (Klein-)Serie bringen, das nur einen Liter Diesel auf 100 Kilometer verbraucht. Der Hightech-Ökoflitzer trägt den Namen XL1 und ist heute fast in Vergessenheit geraten. Wer jedoch richtig auffallen und dabei noch sparen möchte, der sollte sich dieses dunkelrote Exemplar aus dem AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt genauer anschauen!
Die Idee des 1-Liter-Autos geht zurück in die frühen 2000er-Jahre: Im Jahr 2002 präsentierte VW mit der "1L" genannten Studie erstmals ein Auto, das weniger als einen Liter Sprit auf 100 Kilometer verbrauchen sollte. Vorgegeben wurde das ehrgeizige Ziel vom damaligen VW-Chef Ferdinand Piëch, der in besagter Studie medienwirksam von Wolfsburg nach Hamburg fuhr und dabei einen beeindruckend niedrigen Verbrauch von nur 0,89 Liter Diesel erreichte. Bis zur Serienfertigung des 1-Liter-Autos sollten aber noch viele Jahre ins Land gehen.
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Nach mehreren Studien konnte VW das mittlerweile XL1 getaufte Serienmodell auf dem Genfer Autosalon 2013 präsentieren. Nur ein Jahr später startete die Produktion des Hightech-Fahrzeugs bei VW in Osnabrück. Von einer echten Serienfertigung kann allerdings nicht die Rede sein, denn bis 2016 entstanden nur 200 Exemplare des extraleichten und extrasparsamen XL1, was den nur 3,89 Meter kurzen VW deutlich exklusiver macht, als die meisten Ferrari oder Lamborghini.
Der XL1 sieht so futuristisch aus wie kein anderer VW. Kaum zu glauben, dass das Design bereits über zehn Jahre alt ist.
Bild: VW Autohaus Wicke GmbH
In puncto Materialauswahl kann der XL1 mit den meisten Supersportwagen mithalten. Um das Gewicht des delfinförmigen (VW-Sprech) XL1 so niedrig wie möglich zu halten, wurden Leichtbaumaterialien eingesetzt. So bestehen das Monocoque aus CFK, sämtliche Achsteile aus Aluminium, Karosserieteile aus Kunststoff und die Räder aus Magnesium. Das Ergebnis: Der nur 1,15 Meter flache XL1 wiegt lediglich 795 Kilo und besitzt dank seiner tropfenförmigen Form inklusive verkleideten hinteren Radhäusern einen cW-Wert von 0,189. Sie merken schon, der XL1 war ein Prestige-Modell, bei dem das Beste gerade gut genug war!

Der Neupreis lag bei 111.000 Euro

So verwundert es auch nicht, dass der XL1 bei seiner Präsentation 111.000 Euro kostete und somit seinerzeit teurer war als ein Porsche 911. Immerhin scheint der XL1 wertstabil zu sein. Das hier gezeigte und vom "VW Autohaus Wicke GmbH" angebotene Exemplar liegt mit 119.990 Euro sogar noch über dem ehemaligen Neupreis!

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VW XL1


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Der hohe Preis könnte mehrere Gründe haben: Zum einen ist dieser XL1 in Dunkelrot lackiert, während die meisten der 200 XL1 in Weiß oder Silber ausgeliefert wurden. Zum anderen wurde der XL1 aus erster Hand in vergangenen zehn Jahren gerade mal 3280 Kilometer gefahren. Umgerechnet entspricht das gerade mal rund sechs Tankfüllungen, denn VW gibt die Reichweite des XL1 mit rund 550 Kilometern an – bei einem Tankinhalt von gerade mal zehn Litern wohlgemerkt.

75 PS Systemleistung

Allerhöchste Zeit, einen Blick auf das hochinteressante Antriebskonzept des XL1 zu werfen. Konzipiert wurde der XL1 als Plug-in-Hybrid. Heutzutage nichts Besonderes mehr, damals jedoch fortschrittlich. Im Heck des XL1 steckt ein Zweizylinder-Diesel mit 0,8 Litern Hubraum und überschaubaren 48 PS. Unterstützt wird dieser von einem Elektromotor mitsamt eines Lithium-Ionen-Akkumulators in der Frontpartie. Im Boostmodus stehen so maximal 75 PS zur Verfügung. Die Kraftübertragung übernimmt ein Siebengang-DSG.
Wie sich der XL1 fährt? Kleiner Zeitsprung ins Jahr 2011, als wir ein frühes Vorserienauto testen konnten: "Ich schalte das 7-Gang-DSG-Getriebe auf Fahrstufe D und rolle leise los. Der Keil huscht flott an riesigen Geländewagen vorbei. Wenn ich voll auf dem Gas stehe, schaltet sich der Zweizylinder-Diesel im Heck zu. (...) Meine Fahrt in die Zukunft dauert nur 10 Kilometer, immerhin erreiche ich 120 km/h. Dabei fühlt sich der Wagen sicher und stabil an. Der Komfort ist in Ordnung, allerdings rollt das Auto auf den ultraschmalen Reifen sehr hart ab."

Rein elektrisch sollen bis zu 50 Kilometer möglich sein

Dass der XL1 kein Sportwagen ist, dürfte klar sein. Die Fahrleistungen sind weder damals noch heute beeindruckend: Für den Sprint auf 100 km/h benötigt die Flunder 11,9 Sekunden, bei 160 km/h wird elektronisch abgeregelt. Wirklich bemerkenswert ist aber der angegebene Verbrauch von 0,9 l/100 Kilometer. Rein elektrisch sollen bis zu 50 Kilometer möglich sein.
Mit der 2014 präsentierten Studie XL Sport ließ VW die Hoffnung eines richtig sportlichen XL1 kurz aufflammen, denn im Heck des Einzelstücks steckte ein modifizierter Zweizylinder aus der Ducati 1199 Panigale Superleggera mit dem der kleine Sportwagen bis zu 270 km/h schnell sein sollte. Leider blieb der XL Sport ein Prototyp.
Kein normaler Golf: Der Fahrer sitzt im XL1 etwas weiter vorn als der Beifahrer. Die Seitenscheiben lassen sich nur teilweise öffnen.
Bild: VW Autohaus Wicke GmbH
Wer heutzutage mit einem XL1 vorfährt, sorgt jedenfalls für Aufsehen. Nicht nur wegen der auch heute noch futuristisch anmutenden Optik, sondern auch wegen der Flügeltüren. Im Innenraum herrscht das typische VW-Flair der frühen 2010er-Jahre, mit Ausnahme der versetzten Sitzposition von Fahrer und Beifahrer und den Displays der Kameras, die die Außenspiegel ersetzen (hierzu benötigte VW seinerzeit eine Sondergenehmigung).

Kaum Wertverlust

Von den 200 gebauten Exemplaren stehen in Deutschland aktuell sieben Exemplare offiziell zum Verkauf. Die Preisspanne ist dabei enorm. Der "günstigste" XL1 soll 85.000 Euro, der teuerste 160.000 Euro kosten. Das hier gezeigte Exemplar aus erster Hand und mit nur 3280 Kilometern liegt mit 119.990 Euro also ziemlich genau im Mittelfeld. Viel Geld für ein ganz besonderes Auto.

Fazit

Der VW XL1 ist ein Vorzeige-Projekt aus der Piëch-Ära. Ein Auto, das einen Auftrag hatte und diesen erfüllen musste – koste es, was es wolle. Aus damaliger wie heutiger Sicht alles anderes als lukrativ, aber genau das macht den Reiz des XL1 aus. Ein solches Auto wird es vermutlich nie wieder geben.