Fahrbericht VW XL1
So fährt der Ein-Liter-Hai

VW baut den ultraflachen Zweisitzer XL1 ab Ende 2012 in einer Kleinserie. Was der Spaß kostet und wie gut sich das Ein-Liter-Auto heute schon fährt, klärt der Fahrbericht von BILD AM SONNTAG-Redakteur Timo Friedmann.
- Timo Friedmann
Ich bin in Doha, der Hauptstadt des Wüstenstaates Katar. Hier kostet Sprit halb soviel wie Wasser. Die 100-Liter-Tankfüllung vom 1001-PS-Renner-Bugatti gerade mal 20 Euro. Es gibt mehr Hochhäuser als Bäume, die freie Natur besteht aus freier Wüste. Hier können Vollgas-Proleten ohne Reue ungehindert Gas geben. Ausgerechnet hier zeigt VW mit dem XL1 ein Auto von beeindruckender Effizienz. Das Spritsparwunder 2011 sieht ungewöhnlich aus. Ich steige durch die weit aufschwingenden Flügeltüren über die breiten Schweller ein. Die Karosserie besteht aus Kohlefaser, wie bei einem Formel-1-Wagen. Das spart 60 Prozent Gewicht im Vergleich zu einer Stahlkarosserie. Insgesamt wiegt der XL1 795 Kilo. Das ist viel im Vergleich zu den früheren Prototypen, aber wenig für ein vollwertiges Auto. Ein Golf wiegt 350 Kilo mehr. Der VW XL1 ist flacher als der Bugatti (1,16 Meter hoch), aber 3,89 Meter lang und 1,67 Meter breit. Seine Form ähnelt einem Hai. Sein Körper läuft tropfenförmig nach hinten, zeigt aber Ecken und Kanten.

Bild: Werk
Überblick: News und Tests zu Spritspar-Modellen

Bild: Werk
Zwei-Liter-Auto kommt 2013
Meine Fahrt in die Zukunft dauert nur 10 Kilometer, immerhin erreiche ich 120 km/h. Dabei fühlt sich der Wagen sicher und stabil an. Der Komfort ist in Ordnung, allerdings rollt das Auto auf den ultraschmalen Reifen sehr hart ab. Aber das soll sich bis zur Serie noch ändern, breitere Komfortreifen stehen schon bereit. Ende 2012 will VW den XL1 als Kleinserie für rund 35.000 Euro verkaufen. Wem das noch zu teuer ist, der muss bis 2013 warten. Dann bekommt der neuen Kleinwagen VW up! den Antrieb des 1-Liter-Autos. Und kostet als 2-Liter-Auto dann nur knapp die Hälfte des VW XL1.
Service-Links