Warum die Aufmerksamkeit dem Verkehr gehört: Kommentar
Augen und Ohren auf im Straßenverkehr, liebe alle!

Smartphone-Zombies bringen sich selbst und andere in Gefahr, wenn die Whatsapp-Nachricht wichtiger ist, als das Verkehrsgeschehen um einen herum. Gerade Fußgänger sollten auf sich aufpassen!
Bild: AUTO BILD Montage Hintergrund / Getty Image
Eigentlich widerstrebt es mir, Korrespondenz mit "Liebe alle" zu starten. Das ist einfach viel zu unpersönlich. Hier mache ich eine Ausnahme, denn das Folgende geht absolut jeden Verkehrsteilnehmer was an.
Vor Kurzem führte ich mit einer Bekannten das folgende Gespräch: "Wenn ich mit meinem Auto auf einer belebten Kreuzung, in einer verkehrsberuhigten Zone oder in der Nähe eines Supermarkts unterwegs bin, öffne ich alle Fenster und drehe meine Musik so laut wie möglich auf, damit man mich wahrnimmt." – "Jetzt, im Dezember? Bei null Grad und Schnee?" – "Ja." – "Warum? Weil dein Elektroauto leiser ist als ein Verbrenner?" – "Ja, auch. Die Leute starren aber vor allem auf ihre Telefone und nehmen um sich herum viel zu wenig wahr."

E-Autos wie dieser Nissan Leaf sind leise, klar. Aber man kann ihr Surren trotzdem wahrnehmen.
Bild: Manfred Klangwald / AUTO BILD
Trotz Grünphase wird an der Ampel nicht losgefahren
Letzteres kann ich bestätigen. In letzter Zeit ärgere ich mich immer öfter darüber, dass jemand beim Aussteigen aus der U-Bahn einfach stehen bleibt und man aufpassen muss, um nicht über den "Smartphone-Zombie" zu stolpern.
Oder an der Ampel: Es wird grün – und der Vordermann fährt einfach nicht los. Nach einer gefühlten Ewigkeit sieht man dann an der Lichtspiegelung im Auto, wie das Telefon in die Jackentasche gesteckt wird oder schnell auf den Beifahrersitz wandert.
Wer das als Kleinigkeit abtun will, sollte Folgendes bedenken: Ablenkung durchs Smartphone kann im Straßenverkehr richtig gefährlich werden. Bei einer ADAC-Studie auf einer Teststrecke ging der Blick der Autofahrer beim Lesen und Beantworten einer Whatsapp-Nachricht 14-mal weg von der Straße aufs Handy – in der Summe waren sie so bis zu 140 Meter (!) weit im Blindflug unterwegs! E-Scooter-Piloten verringerten bei der gleichen Aufgabe plötzlich ihre Geschwindigkeit, einige gerieten merklich aus dem Gleichgewicht.
Am gefährlichsten leben Fußgänger im Straßenverkehr
Am gefährlichsten leben Fußgänger im Verkehr – sie haben schlicht keine Knautschzone. Deshalb gilt für alle: Handy in die Tasche, die Augen und Ohren auf im Straßenverkehr! Denn keiner will jemanden anfahren oder angefahren werden.
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