WEC: Audi genervt
Diesel-Konzept wird benachteiligt

Audis Motorenpapst Ulrich Baretzky zeigt sich in AUTO BILD MOTORSPORT enttäuscht über die Einstufung des Dieselkonzepts. Reglementbedingter Nachteil?
Bild: Hersteller
- Bianca Garloff
- Michael Zeitler
Die Quote ist immer noch beeindruckend: 13 der letzten 16 24-Stunden-Rennen von Le Mans hat Audi gewonnen. Allein: Seit zwei Jahren werden sie von Konzernschwester Porsche geschlagen. Audi-Motorenpapst Ulrich Baretzky sieht das im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT auch in der Benachteiligung des Dieselkonzepts begründet.
Hintergrund: Die verschiedenen Motorkonzepte werden durch eine Balance of Performance, die Tankinhalt, Durchflussmenge und Treibstoffmenge bestimmt, ausgeglichen. Nur: Das Dieselkonzept ist laut Baretzky benachteiligt: „Unser großer Vorteil ist der Verbrauch. Das Dumme ist nur: Er wird vom Reglement her so kaschiert, dass es kein Zuschauer merkt."
Die Konzepte der LMP1: Ein Vergleich
Dazu kommt das um 30 bis 40 Kilo höhere Gewicht des Motors. „Deswegen können wir auch kein zweites Bremsenergie-Rückgewinnungssystem einsetzen“, klagt Baretzky. „Auch ein Abgasenergie-Rückgewinnungssystem ist für uns tabu, weil nichts mehr übrig ist an Energie. Der Diesel selbst hat eine so extrem hohe innere Effizienz, dass keine Abgase zum Antreiben einer weiteren Turbine übrig bleiben."

Ulrich Baretzky baut für Audi die LMP1-Dieselmotoren
Zufrieden ist Baretzky noch nicht: „Wir haben versucht, dagegen anzukämpfen, sind aber in der Minderheit. Seit dem Ausstieg von Peugeot sind wir die Einzigen mit einem Diesel und kriegen oft gesagt: ‚Wenn ihr nicht dabei wärt, dann wäre die Welt einfacher.’“ Mehr dazu und zum Le-Mans-Rennen in der heute erscheinenden AUTO BILD MOTORSPORT, als Heft in AUTO BILD am Kiosk.
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