Formel 1: Väter und Söhne

WEC: Lauda jr. will Titel verteidigen

„Mein Vater hat mir nie geholfen“

Mathias Lauda ist amtierender Meister in der GT-Amateurklasse. Mit AUTO BILD MOTORSPORT spricht der Österreicher über seine Karriere.
Dass der eigene Sohn genauso erfolgreich wird, hat der dreimalige Weltmeister Niki Lauda (69) selbst verhindert. Grund: Er verbot seinem Sprössling, Rennen zu fahren. Daraus machte Lauda auch öffentlich nie einen Hehl: „Wenn meine Buben Rennfahrer werden wollen, kriegen sie eine Watschen. Sie sollen sich auf Motocross beschränken. Wenn sie je Autorennen fahren wollen – das unterstütze ich nicht. Sie sollen Motocross fahren, damit werden sie bald aufhören und dann haben wir das hinter uns. Lukas, der ältere, ist schon einmal gestürzt, hat sich die Hand gebrochen – also das geht schon den richtigen Weg. Über kurz oder lang haben die Buben vom Rennfahren genug.“
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Doch Niki Lauda irrte sich. Heute ist Mathias Lauda einer der besten Fahrer in der GTE-Am-Klasse (ein Amateurfahrer pro Fahrzeug) in der Sportwagen-WM (WEC), fährt dort einen Aston Martin Vantage GTE (4,5-Liter V8, rund 500 PS).

Mit diesem Aston Marrin Vantage will das Trio den Titel verteidigen

Vor dem Saisonstart der WEC am Wochenende in Spa (Eurosport überträgt am Samstag ab 18.15 Uhr) verrät er in AUTO BILD MOTORSPORT, seit heute als Heft in AUTO BILD im Zeitschriftenhandel: „Dass mein Vater immer gesagt hat, dass ich keinen Motorsport machen darf, war für mich schwierig, weil ich diesen Drang schon immer in mir hatte. Ich habe als Kind jedes Rennen geschaut und Ergebnisse auswendig gelernt. Hätte er es früher erkannt, wäre das für mich einfacher gewesen.“
So konnte Lauda jr. erst mit 21 Jahren seine Rennkarriere starten. „Da fehlen einfach zehn Jahre Kartsport. Die holst du nicht mehr auf“, sagt er. Trotzdem hat er Fuß gefasst im Rennsport. Gemeinsam mit seinen Aston-Martin-Kollegen Pedro Lamy (46) und dem Geschäftsmann Paul Dalla Lana (52), will er 2018 den Klassensieg in Le Mans.
Das Trio genießt Kultstatus. Der pummelige Amateur Dalla Lana baut in Kanada ein Krankenhaus nach dem anderen, gilt als Wohltäter und war bisher bei allen 50 WEC-Rennen am Start. Das trifft außer ihm nur auf Darren Turner und André Lotterer zu. Lauda: „Den Speed hat er. Ich denke, er ist der beste Amateurfahrer. Obwohl er von Montag bis Freitag arbeitet. Wir Profis können uns besser körperlich auf die Rennen vorbereiten.“
Laudas Tipp für andere Weltmeistersprösslinge wie Mick Schumacher oder Enzo Fittipaldi: „Lasst euch Zeit! Gewinnt lieber mehr Rennen in den Juniorkategorien. Das gibt Selbstvertrauen. Ich bin 2005 viel zu schnell in die GP2. Dort lief es nicht und so hatte ich keine Chance mehr, in die Formel 1 zu kommen."

Formel 1: Väter und Söhne

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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