Le-Mans-Designs im Formel-1-Look

WEC: Lotterer gegen Alonso

„Nur in Le Mans haben wir eine Chance“

Am Wochenende startet die Sportwagen-WM und damit Fernando Alonsos Run auf den Le-Mans-Sieg. André Lotterer will das verhindern. Streit gibt es schon jetzt.
Zoff in der Topklasse LMP1 der Sportwagen-WM: Soll Toyota den Le-Mans-Sieg im 20. Anlauf von vornherein geschenkt werden? Nach den Testfahrten in Le Castellet behält sich der Promoter ACO vor, die Privatteams einzubremsen. Die Rundenzeiten von Toyota sollen 0,2 bis 0,5 Prozent schneller sein als die der Privatteams. Die Japaner sollen gefordert werden, aber doch die Speerspitze sein. Offiziell, um die effiziente Hybridtechnik zu fördern. Doch inoffiziell wird gemunkelt, dass so nach den Ausstiegen von Porsche und Audi der letzte noch verbliebene Hersteller bei der Stange gehalten werden soll.
Doch die Privatteams sind sauer. Mikhail Aleshin, der beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans, einer der Teamkollegen von Ex-Formel-1-Star Jenson Button bei SMP sein wird, poltert: „Ich kann die Situation von Toyota ja verstehen. Aber wir alle verdienen einen fairen Wettkampf. Jetzt ist es so, als wenn jemand in der Formel 1 plötzlich mit einem Zwölfzylinder-Biturbo ohne Beschränkung gegen den Rest fährt.“

Alonso startet 2018 für Toyota in der WEC

Hintergrund: Toyota hat durch die beiden kinetischen Bremsenergierückgewinnungssysteme insgesamt mehr als 1000 PS Leistung: Etwas mehr als 500 PS durch den 2,4-Liter-V6-Turbo, nochmal etwas mehr als 500 PS durch die Elektromotoren. Die privaten LMP1-Teams kommen nur etwa auf 760 PS, müssen aber ohne Hybridelemente auskommen. Dafür sind sie 45 Kilogramm leichter und dürfen 69 Prozent mehr Sprit verbrauchen – werden aber trotzdem pro Stint in Le Mans ein, zwei Runden weniger fahren können. Und am Ende so also deutlich mehr Zeit an Box verlieren als Toytoa.
Der Toyota-LMP1: Kann Alonso damit gewinnen?
André Lotterer, bisher für Audi und Porsche unterwegs und der einzige Fahrer, der bei bisher allen 50 WEC-Rennen in der LMP1-Klasse gestartet ist, fährt jetzt für das private Rebellion-Team einen Oreca mit 4,5-Liter-V8-Saugermotor. Er sagt gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT: „Toyota kann Spazierenfahren. Die sind in einer eigenen Liga. Das spannende Rennen wird sich hinter ihnen zwischen uns Privatteams abspielen.“
Doch es gibt eine Ausnahme: Die 24 Stunden von Le Mans. Lotterer: „Da können wir Toyota schlagen. Nicht nur, weil in 24 Stunden allerhand passieren kann. Das weiß Toyota. Es ist daher ein Risiko, dass sie nur mit zwei statt wie im Vorjahr mit drei Fahrzeugen fahren. Auch die Strecke kommt uns da entgegen. Denn auf den langen Geraden muss Toyota den Hybridmotor abschalten und hat daher nur 500 PS. Wir werden da wohl schneller sein.“
Für Alonso heißt das: Der Sieg in Le Mans ist längst nicht in Stein gemeißelt. Auch wenn er bei Toyota mit Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima die beiden schnellsten Toyota-Fahrer der vergangenen Jahre im Team hat. Trotzdem freut sich Alonso: „Und zwar umso mehr, je näher Le Mans rückt.“
Dann wird auch Jenson Button dabei sein. Beim Auftakt in Belgien am kommenden Wochenende (Eurosport zeigt am Samstag die Schlussphase und die Highlights ab 18.15 Uhr) wird der Brite noch fehlen, weil er für Honda in der Super-GT an den Start geht.
Das LMP1-Starterfeld 2018
Toyota: Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima, Fernando Alonso
Toyota: Kamui Kobayashi, Mike Conway, José María López
Kolles-Nissan: Oliver Webb, Tom Dillmann, Dominik Kraihammer
Rebellion-Oreca-Gibson: Neel Jani, André Lotterer, Bruno Senna
Rebellion-Oreca-Gibson: Thomas Laurent, Mathias Beche, Gustavo Menezes
Manor-Ginetta-Mécachrome: Oliver Rowland, Oliver Turvey, Alex Brundle
Manor-Ginetta-Mécachrome: Charlie Robertson, Léo Roussell, Dean Stoneman
SMP-BR-AER: Mikhail Aleshin, Vitaly Petrov, Jenson Button
SMP-BR-AER: Stéphane Sarrazin, Egor Orudzhev, Matevos Isaakyan
DragonSpeed-BR-Gibson: Pietro Fittipaldi, Ben Hanley, Henrik Hedman

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Twitter/Lotterer; Hersteller

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