Wegen Formel-1-Problem: Hülkenberg muss aussetzen
Junger Brite bekommt Hülkenberg-Cockpit

Nachwuchspilot Oli Bearman darf in Mexiko und Abu Dhabi den Haas fahren.
Bild: LAT / Haas
- Frederik Hackbarth
Die Formel 1 hat ein handfestes Nachwuchsproblem: Als Neuling dieser Tage ein Cockpit in der Königsklasse zu ergattern, das ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit.
Beleg dafür ist vor allem der Blick aufs unveränderte Fahrerfeld für 2024: Passiert bei Williams, wo die Verantwortlichen wegen der hohen Sponsormitgift aus den USA aktuell die Leistungen von Crashpilot Logan Sargeant schönreden, nicht noch eine Überraschung, dann fahren nächstes Jahr tatsächlich dieselben 20 etablierten Piloten mit wie diese Saison: Bei keinem einzigen Team gibt es einen Platztausch!
Selbst die starken Leistungen von Neuling Liam Lawson, der bei AlphaTauri zuletzt für den verletzten Daniel Ricciardo einsprang, bewegten Red Bulls Entscheider nicht dazu, dem Neuseeländer für kommende Saison einen Platz zu geben. Der Formel-2-Champion von 2022, Felipe Drugovich, versauert dieses Jahr bei Aston Martin auf der Ersatzbank. Seinem designierten Nachfolger Theo Pourchaire dürfte es 2024 bei Sauber-Audi ähnlich ergehen.

Nachwuchspilot Olli Bearman darf in Mexiko und Abu Dhabi den Haas fahren.
Bild: LAT / Haas
Das Trichterprinzip der Nachwuchsformeln funktioniert nicht mehr, denn der Trichter ist verstopft durch das alles entscheidende Kriterium: Erfahrung.
Hintergrund: Die neue Generation der Groundeffect-Autos ist so speziell zu fahren, dass Routine doppelt zählt. Die Teams setzen deshalb auf Konstanz und Erfahrung, für den Nachwuchs jedoch eine bittere Pille: Selbst für die talentiertesten Piloten der Formel 2 bestehen dadurch aktuell kaum Chancen auf den nächsten Karriereschritt.
Immerhin: Die FIA hat diesen prekären Trend schon länger erkannt und versucht ihm zumindest etwas Einhalt zu gebieten. In mindestens zwei frei Trainingssitzungen muss per Reglementsvorschrift jedes F1-Team deshalb einen Rookie-Fahrer einsetzen, der bisher nicht mehr als zwei Grand-Prix-Starts bestritten haben darf.
Im Fall von Nico Hülkenbergs Haas-Team erhält nun der junge Brite Oli Bearman diese Chance. Das gab der Rennstall am Donnerstag vor dem Katar GP bekannt. Der 18-Jährige liegt in seiner ersten Formel-2-Saison derzeit auf einem respektablen sechsten Gesamtrang und ist Mitglied in der Juniorenakademie von Haas' Motorenpartner Ferrari: Über diesen Pfad folgt er bei Haas auf Piloten wie Mick Schumacher und Charles Leclerc, die den gleichen Weg gingen.
Wie der US-Rennstall jetzt bestätigte, darf Bearman bei den beiden Rennen in Mexiko und Abu Dhabi am Freitag ins Auto klettern - Hülkenberg muss dann, genauso wie Teamkollege Kevin Magnussen, einmal aussetzen: Nach bald 200 GP-Starts und bereits mit dem Vertrag für 2024 in der Tasche, wird es der Deutsche allerdings verkraften können...
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