Wegen Vollgas-Videos: Millionen-Influencer muss vor Gericht
347 km/h im Mercedes-AMG One! Diese Fahrt hat ein Nachspiel

Mit Supersportwagen und spektakulären Videos begeistert "Gercollector" Millionen Autofans. Jetzt muss sich der PS-Influencer wegen zweier Vollgasfahrten auf der A8 vor Gericht verantworten!
Bild: Instagram/gercollector
347 km/h auf der Autobahn! Für Michael Spegel (32), besser bekannt als "Gercollector", könnte eine spektakuläre Fahrt im Mercedes-AMG One ein juristisches Nachspiel haben. Der Auto-Influencer musste sich am Freitag (30. Oktober 2026) vor dem Amtsgericht München verantworten. Der Vorwurf: ein verbotenes Autorennen.
Spegel ist einer der bekanntesten deutschen Auto-Influencer. Knapp zwei Millionen Menschen folgen ihm in den sozialen Netzwerken, wo er regelmäßig exklusive Sportwagen präsentiert. Sein Markenzeichen: ein auffälliger Rennhelm, hinter dem er sein Gesicht normalerweise verbirgt. Vor Gericht erschien er ohne Helm.
Gercollector: mit 1063 PS auf Tempo 347
Im Mittelpunkt des Prozesses stehen zwei Fahrten auf der A8 zwischen München und Salzburg im Jahr 2024. Im Juni soll Spegel einen Mercedes-AMG One mit 1063 PS auf bis zu 347 km/h beschleunigt haben. Der Hybrid-Supersportwagen schafft laut Hersteller maximal 352 km/h.

Mit bis zu 347 km/h im Mercedes-AMG One: Gegen Auto-Influencer "Gercollector" wird wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens verhandelt.
Bild: Gercollector/Youtube
"Das waren gerade knapp 350 km/h. Ich hab noch nicht mal durchbeschleunigt", kommentiert der Influencer die Fahrt in einem Video. Die Aufnahme wurde offenbar der Polizei gemeldet.
Das Besondere: Auf dem betreffenden Autobahnabschnitt galt kein Tempolimit. Trotzdem sieht die Staatsanwaltschaft einen möglichen Straftatbestand. Denn auch ohne Geschwindigkeitsbegrenzung kann eine Fahrt als verbotenes Kraftfahrzeugrennen gelten.
Nach Ansicht der Anklage herrschte auf allen Fahrspuren Verkehr. Andere Autofahrer hätten jederzeit die Spur wechseln können und müssten nicht mit einem Fahrzeug rechnen, das sich mit fast 350 km/h nähert.
Auch im Aston Martin über 300 km/h
Ein zweiter Vorwurf betrifft eine Fahrt im September 2024. Damals soll Spegel mit einem Aston Martin Vantage auf bis zu 312 km/h beschleunigt haben.
Sein Anwalt Stephan Tschaidse weist die Vorwürfe zurück. Ein Sachverständigengutachten komme nach Auswertung der Videos zu dem Ergebnis, dass kein illegales Straßenrennen vorliege. Lediglich in einem Baustellenbereich sei Spegel einmal 9 km/h zu schnell gefahren.
Der Influencer selbst äußerte sich vor Gericht nicht zu den Anschuldigungen. Weitere Verhandlungstermine sind vorgesehen. Ein Urteil steht noch aus.
Millionen-Fuhrpark am Tegernsee
Bekannt wurde "Gercollector" auch durch seine außergewöhnliche Autosammlung. In seiner Garage am Tegernsee stehen unter anderem ein Ferrari F40, ein McLaren P1, ein McLaren Senna und ein Porsche 911 GT2 RS.
Der Wert des Fuhrparks soll mehrere Dutzend Millionen Euro betragen. Zu den kostbarsten Fahrzeugen gehört ein historischer BMW 328 aus dem Jahr 1937, dessen Wert auf bis zu drei Millionen Euro geschätzt wird.
Ob Spegel mit seinen Vollgasvideos tatsächlich gegen das Strafrecht verstoßen hat, muss nun das Gericht klären.
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