Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Die Marke Weinsberg ist 50 Jahre alt geworden! Und wie es sich für einen Reisemobilhersteller gehört, gibt's zum Jubiläum ein Sondermodell. Dieses trägt den verruchten Namen Outlaw (übersetzt: Gesetzloser). Womit nicht die Kundschaft gemeint ist, auch wenn diees Wohnmobil eine eher spezielle Zielgruppe hat. Zeit für den ersten Praxistest! Das ist er: Ein Kastenwagen für Camper, die viel Ladevolumen und Autarkie benötigen. Ideal für alle, die teures Equipment haben, aber nicht selbst ausbauen wollen oder können. Die Besonderheit ist die gasdichte Heckgarage. Mit 6,36 Meter Länge und Hochdach hat der Outlaw kompakte Außenmaße, aber gleichzeitig eine gute Innenstehhöhe. Top ist ebenfalls die Winterfestigkeit. Grundpreis ab 44.870 Euro. (Überblick: alles zum Thema Wohnmobile)

Bike-Paket sorgt für perfekte Ladungssicherung

Weinsberg CaraBus Outlaw
Egal ob Motorräder, E-Bikes oder Hundebox – in der Heckgarage ist Platz.
Das hat er: eine spezielle Heckgarage, in die bis zu zwei Motorräder, ein Quad oder Fahrräder passen. Für die perfekte Ladungssicherung bietet Weinsberg ein Bike-Paket (670 Euro) mit Riffelblech-Garagenboden, Airline-Schienen, die am Fahrzeugrahmen verschraubt sind, klappbare Auffahrrampe sowie einen Motorradhalter für ein Bike an. Für Fahrräder gibt es den Thule Veloslide (799 Euro). Der seitliche Möbelausbau ist besonders kratzfest und bietet ausreichend Stauraum für Werkzeug. Einige Details fallen bei unserem Praxistest auf, die je nach Bedürfnissen des Kunden selbst nachträglich eingebaut werden müssen: Kleiderhaken für die dreckigen Jacken, eine Schlaufe für einen Tankkanister und eine sichere Staumöglichkeit für den Helm. Der Clou der Heckgarage ist, dass diese gasdicht ist und somit keine lästigen und vor allem gefährlichen Benzindämpfe in den Wohn- und Schlafbereich gelangen.

Besonderes Augenmerk auf dem Thema Autarkie

Weinsberg CaraBus Outlaw
Der Tisch ist sowohl innen als auch außen einhakbar und hat kein störendes Tischbein.
Apropos Schlafbereich: Durch das Hochdach befindet sich das Bett über der Heckgarage. Über eine Leiter erklimmt man die große Liegefläche (2,00 x 1,70 Meter). Bequem genug für zwei Leute, wobei die Kopffreiheit eingeschränkt ist. Ansonsten lässt es sich ganz gut da oben aushalten: Ein Fenster sorgt für ausreichende Belüftung, es gibt Heizungsausströmer, USB-Steckdosen und Ablageflächen für Bücher, Brillen und Co. Reichlich Staufächer, Ablagen und Bodenstaufächer sind auch im Wohnraum. Highlight ist hier der beinlose Tisch, der zum einen bequemes Einsteigen ermöglicht und zum anderen mit bis zu 40 Kilogramm belastbar ist. Top!Ein besonderes Augenmerk legten die Weinsberg-Entwickler auf das Thema Autarkie. Im winterfesten Kastenwagen ist eine reine Dieselheizung verbaut. Lediglich eine Fünf-Kilo-Gasflasche wird für den Kocher gebraucht. Für genügend Power an Bord sorgen ein Ladebooster und eine 95-Ah-AGM-Batterie. Platz für eine zweite Bordbatterie (395 Euro) ist vorhanden.

Enge Straßenverhältnisse sind kein Problem

So fährt er: spritzig, knackig, gut. Basismotorisierung ist der Fiat-Ducato-Motor mit 120 PS und AdBlue-Einspritzung. Empfehlenswert ist das im Testfahrzeug verbaute Media-Paket (1999 Euro), das ein Radio-Navi-Infotainmentsystem, Rückfahrkamera und ein Head-up-Display beinhaltet, welches sowohl die Geschwindigkeit als auch die Navigation anzeigt. Durch seine kompakten Außenmaße lässt sich der Weinsberg auch bei engen Straßenverhältnissen sicher bewegen. Positiv fällt das gut abgestimmte Fahrwerk auf. Auf Seitenwind und Böen reagiert der Weinsberg gelassen.Fazit von Helene Schmidt: Der Outlaw beweist, dass mit einer klaren Idee ein einzigartiges Fahrzeug entstehen kann. Mich überzeugen der Ideenreichtum, die Detailversessenheit und die gute Verarbeitungsqualität. Ein richtig klasse Kasten! Urteil: vier von fünf Punkten.
Weitere Themen: Crossbikes im Vergleich

Von

Helene Schmidt