Camping ist ja nicht automatisch Abenteuer, aber wenn es zu einem werden soll, dann braucht es Typen wie ihn, einen mächtig hochgelegten Allrad-Sprinter mit groben All-Terrain-Gummis, sandfarben lackiert und mit allerlei mattschwarzem Zubehör behängt, das man hinter Timbuktu sicher öfter benötigt als im Familienurlaub an der Nordsee.
Weinsberg X-Pedition
Ein bisschen Almhütte: Der X-Pedition liebt das Rustikale.
Bild: Hersteller
Auch Weinsberg will den Offroad-Sprinter-Trend nicht verpassen, daher zeigt die Brand aus der Markenwelt von Knaus Tabbert nun den X-Pedition, ein offiziell noch als Studie bezeichnetes Paradebeispiel für echtes Fernweh auf vier Rädern.

Weinsberg Offroad-Sprinter: sechs Meter lang, AT-Reifen und 150 PS

So weit, so wild. Der hohe Sprinter erregt bei der Präsentation mächtig Aufsehen, zuverlässig drehen sich die Köpfe nach dem knapp sechs Meter langen Van, den Weinsberg künftig ab 119.890 Euro anbietet. Mit dabei sind dann die grobstolligen Reifen, nicht jedoch die in der Studie verbaute Höherlegung von immerhin 100 Millimetern, auch nicht der Allradantrieb. Doch ohne den lässt sich der X-Pedition nicht wirklich ernst nehmen.
Weinsberg X-Pedition
Schwarze Armaturen und markant geformte Möbelklappen prägen das Innere des X-Pedition.
Bild: Hersteller
Unabhängig davon liefert der Sprinter selbstverständlich eine großartige technische Basis. Weinsberg will den Einstieg mit 150 PS und Schaltgetriebe bauen, das passt und darf als ausreichend gelten. Klar, dass die 190-PS-Variante für mehr Fahrvergnügen sorgt, die Studie beweist es.

X-Pedition: individuelle Lösungen und robuste Optik

Innen setzt der X-Pedition seine Erzählung fort: Der Grundriss folgt dem üblichen Schema, doch in den Details setzt er auf individuelle Lösungen. Auffällig ist die bewusst robuste Optik mit vertikalen Holzleisten, die mehr Blockhütte sein will als Wohnmobil. Dazu kommt der Kontrast der mattschwarzen Möbel mit Klappen, die markant gekantet sind.
Weinsberg X-Pedition
Im Heck des X-Pedition gibt’s ein Querbett für zwei.
Bild: Hersteller
Alles soll nach handgeschreinert oder selbst gebogen aussehen und die Aura eines noch viel teureren Manufakturmodells transportieren. Das klappt in der Tat ganz gut. Praktisch ist der X-Pedition natürlich auch. Der flexible, auch im Freien nutzbare Tisch ist es, ebenso das zum Sofa umbaubare Querbett und das verschiebbare Waschbecken im Bad.
Weinsberg X-Pedition
Alles, was das Offroad-Herz begehrt: massive Anbauten, wie Leiter, Dachgepäckträger, Sandbleche und Licht.
Bild: Hersteller
Und auch die neue Cleanflex-Toilette, die das kompakte Bad besonders komfortabel nutzbar macht. Nun wird es Zeit zum Träumen. Denn wenn der Interessent alle wichtigen Optionen anklickt, also von Allrad über Dachklimaanlage bis zum Solarpaket alles dazubucht, wird der Preis ruckzuck die 150.000-Euro-Grenze reißen.

Fazit

Es gibt Autos, die keine Erklärung brauchen. Der X-Pedition gehört dazu, und man muss es Weinsberg lassen, dass sie mit ihm einen Fernreisetraum erzählen, den es früher nur vom Spezialisten gab. Dass der am Ende nicht günstig sein kann, war zu befürchten.