Seat-Werkstätten im Test

Werkstatt-Test: Seat

Seat muss kräftig nachschrauben!

Jerder vierte Fahler übersehen – der Werkstatt-Test von AUTO BILD zeigt: Es gibt einige Probleme, die Seat bei den Hörnern packen muss.
Den Spaniern wird ja ein gewisser Stolz nachgesagt. Bei unserem Test der deutschen Seat-Vertragspartner gibt es dazu wenig Anlass. Die ersten Fehler passieren schon bei der Terminvereinbarung. Nicht alle Service-Mitarbeiter fragen am Telefon die Fahrgestellnummer ab. Das ist ein Problem, ohne die weiß der Seat-Computer nicht, was bei der Wartung gemacht werden muss, welche Ersatzteile vonnöten sind und ob interne Rückrufe, sogenannte Serviceaktionen, anstehen. Das sorgt für Verzögerungen bei der Fahrzeugabgabe, weil der Auftrag erst vorbereitet wird, wenn der Kunde schon auf der Matte steht. Und nervt stierisch.

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Auftragskopien gibt's bei Seat kaum

Auch das Seat-Wartungssystem durchblickt nicht jeder Serviceberater. Früher war eine Inspektion gleich bedeutend mit Ölwechsel und Zusatzarbeiten. Heute gehen immer mehr Hersteller dazu über, daraus getrennte Ereignisse zu machen. So entsteht Terminchaos. Bei Rost in Neumünster rätseln die Mitarbeiter darüber, ob der vier Jahre alte Leon einen Bremsflüssigkeitswechsel benötigt oder nicht. Der erste Wechsel wäre nach drei Jahren fällig gewesen, der nächste erst ein Jahr später. Allerdings ist im Serviceheft noch gar kein Wechsel eingetragen. Was also tun? Rost entscheidet sich, nichts zu tun. Der Kunde spart in diesem Fall Kosten. Läuft aber Gefahr, mit überalterter Bremsflüssigkeit herumzufahren. Ähnlich läuft es in Stuttgart: Erst auf sanften Druck des Testers kommen frische Zündkerzen mit auf den Auftrag – der Servicemann hatte die Fälligkeit übersehen. Die Auftragskopie ist ein genereller Schwachpunkt bei Seat. Einzig in der Werkstatt Kölbl bekommt der Tester ein Dokument, auf dem der voraussichtliche Preis vermerkt ist – so muss es sein. Bei Rost, Schneider und Hermann erhalten unsere Tester gar keine Kopie. Sie haben also nichts in der Hand, was sich besonders bei Hermann als Problem erweist, denn dort wird der vorab mündlich genannte Preis deutlich überschritten.
Überblick: Alles zum Thema Werkstatt-Test

Nur 77 Prozent der Mängel werden entdeckt

Sehr viel besser sieht es bei der Werkstattleistung aus. Viele Betriebe arbeiten gründlich, dreimal gibt es null Fehler. Rost scheitert wie zwei andere an der viel zu kurzen Probefahrt – drei Kilometer sind Minimum. Schneider fährt nur 0,3 km, aber das passt ins Bild. Als Einzige berechnen die Chemnitzer Entsorgungskosten und wahnwitzige 12,75 Euro (netto) für Schmierspray! Zusammen mit Hermann gehen zwei Drittel aller übersehenen Fehler auf ihre Kappe. Insgesamt finden die Seat-Betriebe nur 77 Prozent der von DEKRA präparierten Mängel – wirklich kein Grund, stolz zu sein. Weitere Details zum Seat-Werkstatt-Test erfahren Sie in der Bildergalerie!

Seat-Werkstätten im Test

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Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

2017 war kein gutes Jahr für Autowerkstätten. In AUTO BILD Nummer 45 der Test von Ford: historisch schlecht, nur 57 Prozent der Fehler gefunden. In Heft 51 dann VW: mit 82,3 Prozent zwar Jahresbeste, aber viel schlechter als noch drei Jahre zu vor (95 Prozent). Und nun Seat als zuletzt veröffentlichte, noch zur 2017er­Reihe gehörende Marke. 77 Prozent der Fehler gefunden, mehr nicht. Die Ausreden danach sind vielfältig. Und ich widerspreche allen. Weil schlechte Leistung offensichtlich normal ist. Ich bin selbst Kunde, nur eben mit Auto­Ausbildung. Und ich sehe sofort, wenn mein Fahrzeug kaputt aus der Werk statt kommt. Wenn Manschetten zerquetscht sind, der Auspuff auch beim dritten Versuch noch schief hängt oder angeblich Probefahrten unternommen wurden, ohne jedoch Kilometer auf dem Zähler zu hinterlassen. Ich nenne das Unvermögen und Dreistigkeit. Denn die meisten wissen sogar, wo ich arbeite. Und deshalb testen wir weiter. Auch 2018 wieder.

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