Frankia verabschiedet die Modellreihe F-Line mit einer Final Edition, die dem gehobenen Anspruch dieser Serie vollkommen gerecht wird. Am Beispiel des vollintegrierten I 740 GD auf Fiat-AL-KO-Fahrgestell zeigen wir, wie die Verantwortlichen im oberfränkischen Marktschorgast den Ausstand ihres Klassikers versüßen.
Der Vollintegrierte I 740 GD bietet mit seiner Länge von 7,54 Metern bis zu vier Personen eine durchdachte und komfortable Reisemöglichkeit. Als Final Edition wertet Frankia die F-Line noch einmal auf: Eine Warmwasserheizung von Alde ersetzt das Truma-Gerät. Zudem sorgt eine Lithium-Eisen-Polymer-Batterie mit 320 Amperestunden in Kombination mit zwei 110-Watt-Solarmodulen, Ladebooster und Wechselrichter für deutlich mehr Autarkie. Ein dreh- und schwenkbarer Smart-TV, ein WiFi-Router, neu entwickelte Komfortpolster und dezentes Final-Edition-Branding verleihen ihm überdies ein kleines bisschen Extra-Luxus.

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In der Grundausstattung kommt der I 740 mit einem Hubbett im Bug, einer L-Sitzgruppe sowie zwei Einzelbetten mit 1,95 beziehungsweise zwei Metern Länge im Heck. Ein zusätzliches Polster macht daraus bei Bedarf eine große Liegefläche. Alternativ und ohne Aufpreis bietet Frankia zudem einen vollständigen Bugausbau mit umlaufenden Staufächern unterhalb des Daches an. Die L-Sitzgruppe weicht dann einer Vis-à-vis-Lösung, und das Hubbett entfällt.
Mit dem Bugausbau entfällt das Hubbett vorn, das Raumgefühl wird deutlich großzügiger.
Bild: Marcus Werner
So entsteht ein äußerst weites Raumgefühl, das den großzügigen Charakter dieses Reisemobils unterstreicht. Die Reduzierung der Arbeitsfläche der Küche beim Grundriss ohne Sitz-L lässt sich verschmerzen, zumal die etwas geringere Tiefe durch einen Auszug erweiterbar ist, in dem die Abdeckung des Spülbeckens zur Vergrößerung der Arbeitsfläche eingelegt wird.

Praktische Küche, cleveres Bad

Insgesamt ist der Küchenbereich gut strukturiert und macht einen praktikablen Eindruck: ein zweiflammiger Gasherd neben der Spüle und auf der gegenüberliegenden Seite Dometics Tectower 10, das Kombigerät mit nach links sowie rechts öffnendem Kühl- und Gefrierschrank inklusive kleiner Backröhre obenauf. Zur Seitentür hin wird das Multigerät von einem zwei Meter hohen Apothekerschrank mit Vollauszug abgegrenzt.
Das Interieur dieses I 790 GDW Titan trägt Fronten in Noce Bianco sowie Polster in Anthrazit. Alle Fahrer-/Beifahrersitze sind in Teilleder ausgeführt und tragen eine Final-Edition-Stickerei auf der Kopfstütze.
Bild: Marcus Werner
Zwischen der Küchenzeile und dem Schlafabteil im Heck befinden sich Dusche und Toilette. Aus den gegenüberliegenden Zellen wird ein Vollbad, wenn die Toilettentür in Richtung Wohn- und Küchenbereich geschlossen wird. Das Schlafzimmer lässt sich mittels Schiebetür ebenfalls separieren.

Stauraum an allen Ecken

Eindrucksvoll ergänzt wird der plausible Grundriss des I 740 GD von zahlreichen praktischen Stauraumlösungen. Den Einstieg ins Heckbett erleichtert auf Wunsch eine kleine Klapptreppe, davor finden sich zwei große Auszüge, die die Räume unter den beiden Fußenden sehr gut zugänglich und nutzbar machen.
Motorisierung
2.2 MultiJet 3 180
Leistung
132 kW (180 PS) bei 3500/min
Hubraum
2184 cm3
Drehmoment
450 Nm bei 1500/min
Höchstgeschwindigkeit
130 km/h
Getriebe/Antrieb
8-Stufen-A./Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte
90 l/Diesel + 19 l AdBlue
Länge/Breite/Höhe
7540/2300/3110 mm
Masse fahrbereit/Zuladung ca.
3593/907 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst)
2000/750 kg
Außenmaterial Wand/Dach/Boden
GFK/GFK/GFK
Stärke Wand/Dach/Boden
32/32/32 mm
Isoliermaterial Wand/Dach/Boden
XPS/XPS/XPS
Liegefläche Hubbett L x B
1920 x 1400 mm
Liegefläche Heck L (l./r.) x B
2000/1950 x 800 mm
Innenhöhe/-breite max.
2030/2195 mm
Kühlschrank/Eisfach
118 l/29 l
Herd
Gas, 2 Flammen
Bordbatterie
LiFePO4, 12 V/320 Ah
Frisch-/Abwassertank
150/130 l
Gasvorrat/Heizung
2x 11 kg/Alde
Grundpreis
149.990 Euro
Oberhalb der Treppe im Eingangsbereich integriert Frankia ein Schuhfach im Fahrzeugboden. So rutschen die Treter nicht auf eigenen Pfaden durchs Fahrzeug, und bei Schmuddelwetter wird der Schmutz ein wenig eingedämmt. Rechts neben dem Eingang befindet sich eine Sitzbank zum Aufklappen, und von dort lässt sich zumindest an einer Stelle der über die gesamte Fahrzeugbreite reichende doppelte und beheizte Boden erreichen.

Die Heckgarage als Highlight

Der große Star der praktischen Funktionen am I 740 GD ist jedoch die eindrucksvolle Heckgarage. Mit 1,24 Meter Innenhöhe bietet sie unglaublich viel Stauraum für die Dinge, die vor allem am Campingplatz eine Rolle spielen können: E-Scooter, Fahrräder, Tisch und Stühle sowie vieles mehr.
Was ’ne Garage — 1,24 Meter Innenhöhe, von drei Seiten zu erreichen. Aber die praktische Heckklappe ziert letztmalig die Final Edition.
Bild: Marcus Werner
Dass die Heckgarage zudem von drei Seiten zugänglich ist, ist eine weitere Stärke. Wer hier überlegt packt, spart sich Zeit, wenn er unterwegs vielleicht doch mal etwas aus dem Heckabteil benötigt.
Und die große Klappe an der Rückseite macht das Beladen supereinfach oder dient bei schlechtem Wetter als Minimarkise für kurze Pausen oder beim Klamottenwechsel von nass auf trocken. Wer diese einmalige Funktion zu schätzen weiß, der sollte sich so ein Final-Edition-Modell noch einmal durchrechnen. Denn die Tage der rückwärtigen Heckklappe sind bei Frankia gezählt.
Die Garagentür ist im einprägsamen Heck des Frankia-Mobils gut zu erkennen. Beim Rangieren hilft eine serienmäßige Kamera am Heck.
Bild: Marcus Werner
Insgesamt gelingt es Frankia mit dem I 740 GD F-Line in der Final Edition eindrucksvoll, nützliche Überlegungen auf anspruchsvolle Art zu realisieren. Die optische Gestaltung des Interieurs verzichtet auf anstrengende Effekthaschereien, ohne langweilig zu werden. Das Betätigen von Auszügen, Griffen oder Schaltern macht auch bei der x-ten Wiederholung noch Spaß, was sich in die Hand nehmen lässt, fühlt sich gut an, und die meisten Funktionalitäten erschließen sich auch ohne Handbuch.
Einzig das Cockpit dürfte gern etwas weniger Arbeitsplatzatmosphäre versprühen. Große Glasflächen und ein spürbarer Abstand zur Frontscheibe vermitteln eine gewisse Großzügigkeit, aber darüber hinaus ist der Luxus, den der Rest dieses Wohnmobils verströmt, auf dem Weg zum Urlaubsziel nur wenig zu spüren.