Allein in Frankreich hat Rapido-Gruppe vier Hauptmarken: Rapido (klassisch-elegante Wohnmobile), Itineo (Schwerpunkt Familien), Campérêve (High-End- Kastenwagen; im Export Dreamer Select genannt) und Dreamer (Campingbusse und Kastenwagen für dynamische, modebewusste junge Leute).
Rapido 696F
Funktionell: Kochzentrum mit Arbeitsfläche vor dem Herd.
Bild: Bernhard Schmidt / AUTO BILD
Dazu Stylevan (Kastenwagen) und die Oberklasse-Marken Fleurette und Florium mit Teil- und Vollintegrierten. Weiterhin gehören zur Rapido-Gruppe in Deutschland Westfalia, in Italien Giottiline, in den USA/Kanada Roadtrek, in Britannien WildAx. Trotzdem spielt Europas drittgrößter Reisemobilhersteller (nach Trigano und der Hymer Group) in Deutschland noch immer in der Regionalliga.
Das ist seltsam, trifft hier doch die bekannte Großserientechnik von Fiat/Peugeot, Ford und Mercedes auf 60 Jahre Campingfahrzeug-Routine plus französischen Stil, ja Haute Camping-Couture.

Fiat-Ducato als Basis für den Rapide 696F

Ein Teilintegrierter der gehobenen Mittelklasse ist der Rapido 696F auf der neuen Fiat-Ducato-Plattform. Er besitzt das inzwischen weitverbreitete Sky-view-Panoramafenster am Bug-Dach, das sogar gegen etwaiges Eis beheizbar ist. Drinnen ist es très chic mit edel gemusterten Oberflächen. Das Layout ist klassisch: Im Heck gibt es ein separates Schlafzimmer mit Doppelbett (wahlweise mit Einzelbetten – für die Deutschen, wie man intern hört) und vorne als Extra noch ein großes elektrisches Hubbett von 1,60 x 1,96 Metern.
Rapido 696F
Traumhaft: Wohlfühlschlafzimmer mit höhenverstellbarem Bett.
Bild: Bernhard Schmidt / AUTO BILD
Der darunter befindliche Tisch lässt sich ebenso elektrisch absenken, was schon fast dekadent ist. Wegen der 7,50 Meter Länge bleibt viel Raum für die Dinge, die man in Frankreich schätzt: einen gewaltigen, beheizbaren Kofferraum mit bis zu 1,08 Meter Höhe (elektrisch verstellbar) unter dem Schlafgemach, vor diesem ein üppiges, abtrennbares Bad über die gesamte Fahrzeugbreite, davor eine große Küche mit einem Turm von Kühlschrank (156 Liter). Und falls mal Gäste da sein sollten: Unter dem Hubbett ließe sich aus der Sitzgruppe eine weitere Schlafstatt von 1,15 x 2,08 Metern bauen. Aber das fühlt sich eher nach Notlösung an.
Für zwei plus zwei hingegen dürfte der 696F ideal sein, sofern sie täglich das Bett hoch- und runterfahren mögen. Am Innendesign gibt es nichts zu mäkeln. Rapido ist bekannt für seine soliden Möbel in hellen, modernen Tönen, die den Wagen groß und luftig erscheinen lassen. In Anbetracht des Gebotenen verwundert der Basispreis nicht: 97.700 Euro.