Es gibt Regionen in Deutschland, die kennt man einfach. Entweder weil man dort schon einmal Urlaub gemacht hat. Oder weil sie für ihre kulinarischen Erzeugnisse berühmt sind. Neben diesen Stars der Touristik gibt es viele unterschätzte Ecken, an denen man vorbeifährt und gar nicht weiß, was man verpasst. So wie den Hunsrück. Gelegen zwischen den Reisehotspots Mosel und Rhein, erstreckt sich eines der ältesten Mittelgebirge Deutschlands, das mit seinen gut ausgebauten Wanderwegen vor allem Naturliebhaber lockt.

Unser Reise-Fahrzeug: ein seltener VW T2b Westfalia Champagner Edition

Es ist Mitte September. Gemütlich tuckern wir mit unseren historischen Gefährten durch die spätsommerliche Hügellandschaft. Für diese Reise haben wir unsere modernen Dauertest-Fahrzeuge gegen einen seltenen VW T2b Westfalia Champagner Edition eingetauscht. Den Oldie kann man bei der AUTO BILD REISEMOBIL-Spendenaktion der Lebenshilfe Gießen e.V. gewinnen (siehe Kasten unten). Dass der betagte Camper noch voll urlaubstauglich ist, beweist er auf unserer Tour. Das Ziel: der BurgStadt CampingPark in Kastellaun, unser Basislager.
VW T2b gewinnen!
Hunsrück, Rhein und Mosel - VW T2b

So können Sie an der Verlosung teilnehmen

Als Los dient jede Überweisung von mindestens 5 Euro auf das Spendenkonto Lebenshilfe Gießen e.V., Sparkasse Gießen, IBAN: DE63 5135 0025 0205 0386 62, BIC: SKGIDE5FXXX. Geben Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift als Verwendungszweck an. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie das Kinder- und Familienzentrum "Sophie Scholl".


Was uns bereits bei der Anreise ins Auge fällt, sind die unzähligen Burgen aus dem Mittelalter, die sich entlang der idyllischen Landstraßen erheben. Rund 60 gibt es davon im Hunsrück. Eine von ihnen ist die Höhenburg Balduinseck zwischen Buch und Mastershausen. Sie entstand im 14. Jahrhundert im Auftrag ihres Namensgebers Erzbischof Balduin von Trier auf einem Felsvorsprung. Direkt an der Burg verläuft der herrliche Masdascher Burgherrenweg, der wiederum Teil des mehrfach ausgezeichneten Saar-Hunsrück-Steigs ist.

Rhein-Route mit vielen Highlights

Eine andere Etappe dieser Fernwanderroute ist die Geierlay-Schleife, von der sich Wanderer mit Höhenangst aber besser fernhalten sollten. Highlight der Tour ist die sicherlich schönste Hängeseilbrücke Deutschlands. Die Geschichte ist im Hunsrück allgegenwärtig. Nur wenige Kilometer von Balduinseck entfernt befindet sich ein weiteres historisches Relikt, jedoch aus einer ganz anderen Zeit.
Auf der ehemaligen NATO-Basis Pydna stationierte das US-Militär während des Kalten Krieges unter anderem Atomraketen. Das führte dazu, dass sich die Bewohner 1985 zur größten Friedensbewegung der Hunsrücker Geschichte zusammenschlossen.
Hunsrück, Rhein und Mosel - VW T2b
Mit der Loreleyfähre zwischen St. Goar und St. Goarshausen überquert der Bulli den Rhein.

Heute ist Pydna vor allem Fans elektronischer Musik ein Begriff. Seit 1995 wird auf dem Gelände das Nature One gefeiert, eines der größten Elektromusik-Festivals in Europa. Psychedelische Musik ganz anderer Art soll es übrigens am von Kastellaun nur rund 20 Kilometer entfernten Rhein gegeben haben.
Um den Loreley-Felsen bei St. Goarshausen rankt sich die Legende einer schönen Sirene, die, auf dem Felsen sitzend, mit ihrem Gesang die Schiffer auf dem Rhein in ihren Bann zog, sodass sie verunglückten. Für die Mär ist vor allem das Lied von Heinrich Heine ("Ich weiß nicht, was soll es bedeuten …") verantwortlich.
Tatsache ist aber, dass es im Rhein an dieser Stelle lange Zeit tückische Sandbänke und Strudel gab, denen so manches Schiff zum Opfer fiel.

Vom Rhein geht es weiter an die Mosel

Während im Osten auf dem Rhein noch heute reger Schiffsverkehr herrscht, geht es auf der Mosel deutlich ruhiger zu. Die Region ist nicht nur wegen des Weins ein Touristenmagnet. Der Rebensaft ist wirklich gut und hat in der Region eine lange Tradition.
Einer, der mehr darüber weiß, ist Winzer Andreas Schlagkamp. Seine Familie gehört zu den ältesten noch existierenden Weinproduzenten in Senheim. Nachweisbar ist die weinhaltige Familiengeschichte bis mindestens 1602. "Vor 400 Jahren war das natürlich noch kein Weingut wie heute.
Wir reden da grundsätzlich über Weinherstellung", sagt Andreas Schlagkamp und lässt seinen Blick durch den großen Saal schweifen.
Hunsrück, Rhein und Mosel - VW T2b
Der Bulli hat die perfekte Größe für die kleinen Wege zwischen den Weinhängen über Senheim.

Das Haus, in dem die Schlagkamps heute Wein verkaufen und in dem auch Veranstaltungen stattfinden, ist gleichzeitig ein Museum. Die Wände sind mit über 10.000 Exponaten aus der Geschichte des Weinanbaus und der Familie bestückt. Mehr als 40 Jahre lang sammelten die Schlagkamps die Stücke.
Das Haus in der Zeller Straße in Senheim baute der Großvater Hans. "Da es damals kein Gemeindehaus gab, in dem die Dorfbewohner feiern konnten, baute er eins", erzählt Andreas Schlagkamp. "Aber mein Opa war natürlich schlau. Die Leute durften ihr Essen mitbringen, mussten aber seinen Wein kaufen. Oben gab es eine Wohnung, die war an den Dorfarzt vermietet. Da bekam der Spruch 'feiern, bis der Arzt kommt' eine ganz neue Bedeutung."
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Weinliebhabern, die bei den Schlagkamps vorbeischauen, sei übrigens der Elbling empfohlen sowie der Rote Weinbergspfirsichlikör, dessen Früchte nur an der Mosel wachsen. Gemütlich tingeln wir mit dem Bulli und Wein im Gepäck auf der L 98 nordwärts von Ort zu Ort. Die Traumstraße führt direkt an der Mosel zwischen mit Wein bewachsenen Steilhängen entlang.
Hier und dort entdecken wir eine alte Burgruine oder einen hübschen Campingplatz direkt am Ufer. Als wir in Beilstein ankommen, müssen wir allerdings auf die Bremse treten. Sind wir etwa per Zeitreise im Mittelalter gelandet? Die Altstadt des kleinen Ortes am Moselufer ist so gut erhalten, dass sie einem Freilichtmuseum gleicht.

Zum Abschluss abheben im Flugsimulator

Nach dem Gewimmel und Gewusel an der Mosel wirken die ruhigen Straßen des Hunsrücks am Abend wie eine wohltuende Oase. Am nächsten Morgen sitzen wir leider bei strömendem Regen am Frühstückstisch. Draußen etwas zu unternehmen fällt heute aus.
Heiko Stemmler, Inhaber des BurgStadt CampingParks, hat die erlösende Idee: Er nimmt uns einfach mal kurz mit nach Hongkong. Und ehe wir uns versehen, sitzen wir in einer Boing 737 und schauen Heiko beim Landeanflug auf die chinesische Metropole zu. Der Campingplatzbetreiber ist nämlich auch leidenschaftlicher Pilot und hat einen absolut realistischen Flugsimulator gebaut, in dem seine Gäste die ersten Flugstunden nehmen können.
Auf seine Empfehlung hin schauen wir an diesem Tag auch noch bei Shop-doch in Kastellaun vorbei. Christian Lauer und Markus Faber betreiben hier einen Petromax-Handel der besonderen Art. Neben Dutch Oven und Co vertreiben sie eine eigene Kollektion von Gewürzen für die Outdoorküche mit wohlklingenden Namen wie "Borstenvieh" – ein köstliches Mitbringsel. Dazu ein Glas Elbling – fertig ist der Urlaub fürs Herz.

Von

Jenny Zeume