Rallye Monte Carlo 1993. Irgendwo in den französischen Seealpen, von Weitem knattert es, der Turbo zwitschert, im nächsten Augenblick schießt der französische Rallye-Star Francois Delecour in seinem Ford Escort Cosworth vorbei. Gänsehaut, breites Grinsen, unglaublich, wie das Auto geht. Einige Wochen später folgt beim heimischen Ford-Händler eine Probefahrt in der 220 PS starken Straßenversion. Zwar nur vom Beifahrersitz erlebt, doch die Liebe zu diesem beflügelten Auto war entbrannt. Unumstößlich stand fest: Dieses Auto muss ich einmal selbst fahren.
Ford Wolf Focus ST
Wolf schafft es mit gezieltem Fahrwerktuning, das ab Werk lebhafte Heck ruhiger zu stellen.
20 Jahre später. Wieder dieses Zwitschern von Turboladern. Aber keine Rallye Monte Carlo, sondern ein Flugplatz bei Schwäbisch Hall. Zwei Fahrzeuge biegen auf die Landebahn ab. Vorneweg der neue Ford Focus ST, dicht dahinter ein knallroter Ford Escort Cosworth. Unglaublich, aber wahr: Heute geht der seit nunmehr 20 Jahren andauernde Traum in Erfüllung. Möglich macht's Walter Wolf, Motorsportlegende und heute noch zusammen mit Sohnemann Uwe aktiver Ford-Tuner. Nach dem Motto "98 Prozent sind nicht genug" ist bei Wolf das Thema High Performance seit 1979 gelebte Realität.
Ford Wolf Escort RS Cosworth
Unglaublich, wie handlich und spritzig der 94er Wolf-Cosworth um die Ecken geht.
Die von Wolf aufgebauten Renner auf Basis Sierra Cosworth, Escort RS und Focus eroberten mehr als 30 Siege und 100 Podiumsplätze. Klar, dass da beim Cossi eine vom Rennsport abgeleitete Tuningvariante nicht lange auf sich warten ließ. Von 220 Serien-PS stieg die Power auf satte 300 PS, dazu gab's Änderungen an Fahrwerk, Rädern und Sportauspuffanlage. Die 0-100 km/h macht er in abartigen 4,6 Sekunden. Und dieser Racer wartet nun auf eine Ausfahrt. Wie er sich im Vergleich zum aktuellen Wolf Focus ST schlägt, erfahren Sie oben in der Bildergalerie.

Fazit

Das kommt selten vor. Der Neue ist günstiger, aber langsamer als der Alte. Der Focus ST fühlt sich moderner an, muss aber seinen Vorfahren ziehen lassen. Beide Fahrzeuge tragen mit bäriger Kraft und scharfem Handling die unverkennbare Handschrift von Tuning-Urgestein Walter Wolf.