Wolf Racing Mustang GT im Test

Wolf Racing Mustang GT: Test

Wolf im Pony-Pelz

Mehr als 421 PS gesteht Ford dem Mustang in Deutschland nicht zu. Bleibt der Gang zum Tuner: Wolf Racing bringt das Pony per Kompressor auf Trab.
Klar, so ein ganz offiziell beim deutschen Ford-Händler erstandener, handgeschalteter Mustang GT ist schon etwas Feines. Für 44.000 Euro gibt es bollernde 421 PS, agiles Handling, eine krosse Handschaltung, und wenn's sein muss, geht's in gemessenen 4,8 auf 100, in 16,7 Sekunden auf 200 und stramm weiter bis 250 km/h. Damit ist aber auch schon das Ende der deutschen Mustang-Fahnenstange erreicht, eine stärkere (Shelby-) Version wird hierzulande nicht feilgeboten.

Der Kompressor bläst den Mustang mächtig auf

Rote Rakete: Mit seinen 590 PS nimmt der Wolf-GT dem Serien-Mustang 3,6 Sekunden bis 200 km/h ab.

Wer mehr braucht, muss aber nicht verzagen: Walter Wolf, Ford-Tuner seit 1979, setzt dem Fünfliter-V8 mit einem Kompressor die Krone auf: Stattliche 590 PS und 725 Newtonmeter (Serie: 530 Nm) spuckt der Motor nach dem Umbau aus. Das Schöne daran: Das Roots-Gebläse stammt aus dem Performance-Programm von Ford USA, kommt also quasi mit Werkssegen. Entsprechend professionell abgestimmt fühlt sich der Umbau an: Der grundsätzliche Charakter des Vierventilers bleibt erhalten, er reagiert nach wie vor äußerst spontan auf Gaspedalbewegungen und dreht gierig bis über 7000 Touren. Nur eben jetzt von einem herrlichen Kompressorsägen untermalt. Und viel, viel druckvoller. Trotz überforderter Traktion holt der Wolf-Mustang beim Sprint auf 100 km/h immerhin vier Zehntelsekunden gegenüber der Serie. Und wenn er einmal in Fahrt ist, setzt sich die Leistungssteigerung prächtig in Szene: Bis 200 km/h nimmt der Wolf dem Werks-Pony 3,6 Sekunden ab, in den einzelnen Durchzugs-Diziplinen sind es zwischen einer und gut zwei Sekunden.
Alle News und Test zum Ford Mustang

Beim Handling kann das Fahrwerk überzeugen

Gut abgestimmt: Dank der präzisen Lenkung eignet sich das gedopte Pony gut zum Landstraßenritt.

Die Drehmomentwelle schwappt derart hoch, dass sie sogar den riesigen Drehzahlabsacker beim Schalten in den sechsten Gang überspült. Der beim Serienauto eigentlich nutzlos rechts hinten rumliegende Overdrive wird nun zum brauchbaren Fahrgang, in dem immer noch akzeptabler Durchzug vorhanden ist. Und: Der sechste reduziert den Lärm. Denn bei der Klappenabgasanlage von Wolf hat man per Fernbedienung nur die Wahl zwischen den beiden Modi "brüllend laut" oder "Hörsturz". Die voluminösen Abgasrohre beanspruchen am Unterboden zudem wesentlich mehr Platz als die Serienanlage, was in Verbindung mit der eindrucksvollen Tieferlegung des Testwagens Parkhausrampen zu unüberwindlichen Hindernissen werden lässt. Wir würden uns die 2590 Euro für den Klappenauspuff also sparen. Trotz der 60-Millimeter-Tieferlegung per H&R-Gewindefahrwerk und der feisten 21-Zöller ist der Federungskomfort überraschend gut, das Ansprechverhalten sogar feiner als beim Serienauto.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Freilich steht aber nur wenig Federweg zur Verfügung, sodass das Fahrwerk bei derben Unebenheiten oder sehr schneller Autobahnfahrt auch mal auf Block geht und das Auto kleine Bocksprünge vollführt. In Sachen Handling gibt sich das komfortorientierte Set-up dagegen keine Blöße, und so macht der gestreckte Galopp über Landstraßen – auch dank der präzisen Lenkung und der wirksamen Bremse – enorm viel Spaß.

Technische Daten Wolf Racing Mustang GT
Motorbauart V8, Kompressor
Einbaulage vorn längs
Hubraum 4951 cm³
kW (PS) bei 1/min 434 (590)/7100
Literleistung 119 PS/l
Nm bei 1/min 725/4800
Getriebe 6-Gang manuell
Antrieb Hinterrad
Bremsen vorn 352 mm/innenbelüftet
Bremsen hinten 330 mm/innenbelüftet
Reifengröße 255/30 – 295/25 R 21
Reifentyp Conti SportContact 6
Länge/Breite/Höhe 4784/1916/1330
Radstand 2720 mm
Tank 61 l
Kofferraum 408 l
Testwagenpreis 66.969 Euro

Messwerte Wolf Racing Mustang GT
Beschleunigung
0-100 km/h 4,4 s
0-200 km/h 13,1 s
Elastizität
60-100 km/h (4./5. Gang) 3,0/4,4 s
80-120 km/h (5./6. Gang) 4,0/9,1 s
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 32,0 m
aus 100 km/h warm 33,5 m
aus 200 km/h 133,1 m
Vmax >300 km/h
Testverbrauch 14,7 l/100 km Super Plus
Leergewicht/Zuladung 1753/334 kg
Leistungsgewicht 3,0 kg/PS

Florian Neher

Fazit

Der Kompressorumbau macht aus einem friedlich weidenden Pony eine wutschnaubende Bestie. Die Fahrleistungen – insbesondere das Durchzugsvermögen – verbessern sich dramatisch, das Gewindefahrwerk und die 21-Zoll-Räder bringen die Kraft ohne übertriebene Härte auf den Asphalt. Vom Klappenauspuff raten wir jedoch ab: Er ist zu laut und hängt zu tief.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.