Opel war im Wohnmobil-Geschäft mal ziemlich erfolgreich. Und wenn es nach Deutschlands größtem Opel-Händler geht, soll die Blitz-Marke bald wieder an diese vergangenen Zeiten anknüpfen. Das neue Label heißt Womondo und hat gleich vier Kastenwagen-Typen auf die Stuttgarter CMT gestellt – den kompakten Primo, den mittelgroßen Momento, den sieben Meter langen Grando und den behindertengerechten Agilo. Keiner davon sieht nach Bastelprodukt aus. Hinter Womondo steht die Handelsgruppe Siebrecht aus Uslar in Niedersachsen. Die verkauft mit ihren 240 Mitarbeitern rund 10.000 Opel im Jahr und schiebt das Wohnmobil-Geschäft mit interessanten Zusagen an: Die Lieferzeit soll vier bis sieben Monate betragen, also deutlich kürzer sein als zurzeit üblich. Die Auswahl an Lacken und Dekoren soll über 10.000 Kombinationsmöglichkeiten schaffen. Dazu verspricht Womondo sieben Jahre Dichtigkeitsgarantie sowie Rundum-sorglos-Service in ganz Europa mit 24-Stunden-Hotline und Mobilitätsgarantie.
Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile

"Mich hat die schlechte Qualität mancher Hersteller geärgert"

Womondo Momento
Nobel im Opel: Hochwertige Materialien spielen bei Womondo eine große Rolle.
Hoffnungsträger für das Gelingen ist der Momento: 6,19 Meter lang, gedacht für zwei, modern gestaltet und auffallend gut verarbeitet. Die Möbel bestehen aus melaninbeschichtetem Pappelholz, die Fugen verlaufen kerzengerade, alles fasst sich hochwertig und solide an. "Als Vermieter hat mich die schlechte Qualität mancher Hersteller geärgert. Bei der eigenen Marke wollte ich das besser machen", erklärt Womondo-Mitbegründer Dirk Rennemann, der seine langjährige Branchenerfahrung einbrachte. Auch das Design des Erstlings Momento weicht bewusst vom gewohnten Kastenwagen-Stil ab. Der Wohn-Opel fällt im Inneren mit dunklem Grau statt der modischen Weiß- und Cremetöne auf, kommt mit breiten Rollladenschränken wie in der Designerküche und hellgrauen Kanten rund um die Türen und Schubladen. Dazu schwarze Glasflächen in der Küche, viel graues Alcantara und rautenförmig abgesteppte Lederpolster, wie sie uns sonst eher in der Liner-Klasse begegnen – ein bisschen extravagant, das alles, aber stilsicher kombiniert und nicht protzig. Und in vielen Details sehr lebensnah: So gibt es hinter der Sitzbank eine kleine Ledertasche für drei Fernbedienungen, optional einen schwebenden Esstisch zwischen den Fahrersitzen und einen Einflammenkocher, der sich während der Fahrt in die Spüle verzieht.
Überblick: Alles zum Opel Movano
Rund 100 Käufer für 2017 erhofft sich das Womondo-Team mit seinem Ausbau-Experten in Slowenien. Ob's mit dem großen Opel-Revival klappen kann, wissen die Leser von AUTO BILD REISEMOBIL wieder zuerst: Dann, wenn der Womondo demnächst zum Testen kommt. Mit Alltagsausstattung, denn im Messe-Momento stecken Extras für 26.000 Euro. Früher gab's dafür beim Opel-Händler ein komplettes Bedford-Wohnmobil.

Fazit

von

Helene Schmidt
Ein neuer Hersteller, der nicht auf bekannte Basisfahrzeuge und das gewohnte Design setzt, sondern bewusst neue Wege geht, ist immer eine Bereicherung der Branche. Die Lieferzeiten sind kurz, das Service-Versprechen ist attraktiv – jetzt bin ich mal gespannt, wie sich der Opel Movano gegen den mächtigen Ducato schlägt.

Von

Helene Schmidt