Wie bekommt man ein schnelles Auto noch schneller? Man könnte es zum Beispiel leichter machen. Das haben die Tuner hinter dem Youtube-Kanal "BoostedBoiz" in der Praxis ausprobiert – mit einem Tesla Model S Plaid, der eigentlich schon reif für den Schrottplatz war.
Das 1020 PS starke Elektroauto wiegt serienmäßig etwa 2200 Kilogramm und sprintet in rund zwei Sekunden von null auf 100 km/h. Wenn es denn nicht stark beschädigt ist.

60.000 Dollar für das kaputte Model S Plaid

Doch die Truppe der BoostedBoiz um Moderator Kyle Wade hat ein eigentlich schrottreifes Model S Plaid gekauft und dafür noch 60.000 Dollar hingelegt, das sind umgerechnet etwa 54.000 Euro. Das Auto hatte einen Auffahrunfall, war aber ansonsten noch in einem recht guten Zustand.
"Wir werden diesem Teil nun unumkehrbare Schäden zufügen", erklärt Wade, ehe im Grunde alles entfernt wurde, was nicht zwingend benötigt wird. Denn der erste Versuch, durch das Entfernen von Türen, Kofferraumdeckel und Motorhaube Gewicht einzusparen, führte nicht dazu, dass der Tesla schneller wurde.
Deshalb verabschiedeten sich die Youtuber zum Beispiel auch von Dach, Scheiben, B- und C-Säulen und von großen Teilen des Fahrzeughecks.
Übrig blieb ein Gerüst des Model S Plaid, das "Cyber Kart", wie die BoostedBoiz das Gefährt tauften. Wade benötigte insgesamt vier Tage, um das Cyber Kart zu bauen.
Doch was bringt die Aktion auf der Rennstrecke, wie viel schneller ist das abgespeckte Auto im Vergleich zum Serienmodell?

Am Ende 0,83 Sekunden schneller

Das Model S Plaid schafft eine Viertelmeile (402,34 Meter) normalerweise in 9,66 Sekunden. Durch die Umbauten wiegt das Kart-Modell nur noch rund 1746 Kilogramm und ist ausgerüstet mit einem Überrollkäfig und einem Rennsitz.
Resultat: Das neue Model S reißt die Viertelmeile in 8,83 Sekunden ab. Das Cyber Kart ist also 0,83 Sekunden schneller. Zum Vergleich: Das ist fast so schnell wie der 2,5 Millionen Dollar teure Rimac Nevera, allerdings mit etwa der Hälfte der Pferdestärken.
Wade glaubt übrigens, dass weitere Verbesserungen möglich seien, wenn man bedenke, dass der Unterschied bei der Höchstgeschwindigkeit aufgrund der schlechten Aerodynamik miserabel sei.