Yucon K-peak 7.0 GD: Fahrbericht
Premium-Camper: So fährt der Kastenwagen der Superlative

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Wer sich für einen Kastenwagen entscheidet, hat meist den Wunsch nach einem kompakten Campingfahrzeug. Ein Van, mit dem man vor dem Supermarkt immer noch einen Parkplatz bekommt und zur Not auch mal in der City stehen kann. Mit dem Yucon K-peak 7.0 GD könnte gerade Letzteres schwierig werden.
Die längste Version der autarken Sonderedition baut auf der L3-Plattform, der zweitgrößten von vier Varianten, des Mercedes Sprinter auf und misst knapp sieben Meter in der Länge. Die beliebteste Größe bei Reisemobilausbauern ist die L2-Variante mit 5,93 Metern, von der auch Frankia-Tochter Yucon zwei Modelle im Programm hat.
Das Aufstelldach kostet 9990 Euro extra
Ein wahrer Koloss von Kastenwagen. Öffnet man auf dem Campingplatz dann auch noch das (9990 Euro teure optionale) Aufstelldach, klappen den Nachbarn endgültig die Kinnladen herunter. Zugegeben: Die dunkelgraue Lackierung, die verdunkelten Rahmenfenster, die All-Terrain-Reifen und die Lightbars über der Frontscheibe verstärken den Effekt noch einmal.

Van im Goliath-Format. Der K-peak 7.0 macht einen kolossalen Eindruck.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Die enorme Fahrzeuglänge ermöglicht es dafür, problemlos Längseinzelbetten im Sprinter zu verbauen, ohne an der Größe von Küche oder Badezimmer sparen zu müssen. Allein die knappe Stehhöhe von 1,89 Metern passt nicht ganz zum XXL-Konzept des Vans. Allerdings ist das kein K-peak-Problem, sondern betrifft bauartbedingt alle Kastenwagen auf Basis des Allrad-Sprinter, dem es aufgrund der durchgehenden Kardanwelle nach oben hin an Platz fehlt.
Besonders im Badezimmer, in dem durch die eingebaute Duschtasse naturgemäß noch weniger Kopffreiheit herrscht als im Wohnraum, ist das zu merken. Darüber hinaus haben die Entwickler des Yucon den Platz im K-peak gut genutzt. So schafft beispielsweise ein Waschbecken in Schubladenformat Bewegungsfreiraum in der Nasszelle. Und unter der Trittstufe zu den Längseinzelbetten im Heck versteckt sich zusätzlicher Stauraum.

Helles Interieur vergrößert den Raum optisch und wirkt modern.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Allerdings gibt es eine Sache, die wir uns nicht erklären können: Warum muss die Stufe weiß sein, obwohl der restliche Boden des Vans in einem campingtauglichen Anthrazit gehalten ist? Egal wie diszipliniert man vor dem Reisemobil die Schuhe auszieht, beim Campen landet irgendwann Dreck im Inneren. Da ist Weiß die denkbar ungünstigste Farbe. Zumindest wenn es um Bodenbeläge geht, denn als Schrankfront sorgt es, in Kombination mit dem hellen Holzdekor, für einen freundlichen und luftigen Innenraum.
Das hat der Yucon
Ab Werk gibt's bereits ein Rundum-sorglos-Paket. Das Konzept des K-peak richtet sich an echte Abenteurer, die viel Wert auf Autarkie und eine gewisse Geländetauglichkeit legen. Allradantrieb mit der obligatorischen Neunstufenautomatik, 190-PS-Motorvariante, All-Terrain-Reifen und Zusatzscheinwerfer gehören zur Grundausstattung des Adventure-Vans.
Fahrzeugdaten | Yucon K-peak 7.0 GD |
|---|---|
Motorisierung | 419 CDI |
Leistung | 140 kW (190 PS) bei 3800/min |
Hubraum | 1950 cm3 |
Drehmoment | 400 Nm bei 1700/min |
Höchstgeschwindigkeit | 100 km/h (< 3,5 t) |
Getriebe/Antrieb | Neunstufenautomatik/Allrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 93 l + 22 l/Diesel |
Länge/Breite/Höhe | 6967/2020/2870 mm |
Masse fahrbereit/Zuladung | ca. 3500/600 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | k. A./750 kg |
Grundpreis/Testwagenpreis | 118.500 Euro / 131.520 Euro |
Ebenso die Dieselheizung mit zusätzlichen Elektroheizstäben, dank der K-peak-Fahrern nerviges Schleppen von Gasflaschen erspart bleibt. Für ausreichend Saft sorgt die (natürlich serienmäßig verbaute) 300-Ah-Lithium-Batterie, die von der Solaranlage (auch ab Werk!) gespeist wird.

Klappenspiel: Unter dem Bett verstecken sich Heizung, Gasflaschenfach und ein Kleiderschrank.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Hinzu kommen all die elektronischen Annehmlichkeiten, die den Mercedes Sprinter so komfortabel für die Reise machen: Tempomat mit Abstandshalter, Multifunktionslenkrad, MBUX, elektrische Parkbremse, 93 Liter fassender Dieseltank, Schließhilfe für die Schiebetür, Park-Paket mit 360-Grad-Kamera, Regensensor, Fernlichtassistent, aktiver Spurhalteassistent und, und, und. In unserem Testfahrzeug waren zusätzlich noch Aufstelldach (9990 Euro), Markise (1350 Euro), Wechselrichter (990 Euro) und ein Wi-Fi-Router (690 Euro) verbaut.
So fährt der K-peak 7.0 GD
Sieben Meter, Allradantrieb und noch ein Aufstelldach: Klar, dass unser Testwagen nicht mehr in der 3,5-Tonnen-Klasse mitfährt. Mit einem Gesamtgewicht von 4,1 Tonnen müssen K-peak-Camper entweder noch den alten Führerschein haben oder noch mal in der Fahrschule büffeln.

Egal ob on- oder offroad: Der 4x4-Sprinter ist stets ein zuverlässiger Reisebegleiter.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Den On- und Offroad-Qualitäten des Mercedes Sprinter 4x4 haben wir an dieser Stelle schon mehr als einmal gehuldigt. Der Stuttgarter Van ist und bleibt die technisch ausgereifteste Reisemobilbasis auf dem Markt. Mit dem Yucon K-peak hatten wir aber zum ersten Mal die Sieben-Meter-Version im Test.
Auf matschigem Untergrund und flachen Pisten oder zerfurchten Campingwiesen macht der 4x4-Van nach wie vor eine gute Figur. Doch sobald das Gelände hügeliger wird und der Sprinter sich über Hänge arbeiten muss, kommt der K-peak 7.0 an seine Grenzen. Grund: Der lange Radstand von immerhin 4,32 Metern verringert den Rampenwinkel um ein Vielfaches – trotz serienmäßiger Höherlegung.
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