Zanardi meistert Ironman auf Hawaii
Ersten Langstrecken-Triathlon absolviert

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Erschöpft, aber glücklich erreicht Alessandro Zanardi nach 226,255 Kilometern Gesamtstrecke das Ziel des berühmten Ironman-Triathlons auf Hawaii.
Bild: BMW
Alessandro Zanardi (IT) hat auch seine jüngste Herausforderung gemeistert: Der BMW Werksfahrer hat am Samstag auf Hawaii (US) erfolgreich seinen ersten Langstrecken-Triathlon absolviert. Der 47-jährige Italiener bewältigte die Gesamtdistanz von 226,255 Kilometern in einer Zeit von 9:47:14 Stunden. Unter den 2.187 Teilnehmern, die das Ziel erreichten, belegte er den 247. Gesamtrang. Damit setzte er sein Vorhaben um, den Triathlon nicht nur zu beenden, sondern mit einer guten Zeit ins Ziel zu kommen. Der Triathlon bestand aus 3,86 Kilometern Schwimmen im offenen Meer, 180,2 Kilometern Radfahren und einer Laufstrecke über eine volle Marathondistanz von 42,195 Kilometern.
Eine harte Probe
Insgesamt 2.246 Sportler gingen bei dem Härtetest auf der hawaiianischen Insel Big Island an den Start, darunter waren weniger als ein Dutzend Athleten und Athletinnen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Zanardi, der vor 13 Jahren bei einem Rennunfall beide Beine verloren hatte, musste die gesamte Strecke allein mit der Kraft seiner Arme bewältigen. Auf der Radstrecke trat er mit seinem Handbike an, die Laufstrecke absolvierte er mit einem Rennrollstuhl. In seiner Altersklasse M45-49 (Männer zwischen 45 und 49 Jahren) belegte er unter 247 Teilnehmern den 19. Platz.
Stolz auf das Ergebnis

Zanardi: Auch außerhalb des Cockpit ein großer Kämpfer
Ab ins Wasser
Zum Auftakt erwartete die Teilnehmer die knapp vier Kilometer lange Schwimmstrecke in der Kailua Bay bei Kona. Danach mussten die Rad- und Laufstrecken entlang der West- und Nordküste von Big Island absolviert werden, inklusive zahlreicher Anstiege. Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und starker Wind, vor allem auf der Radstrecke, machten die Herausforderung für Zanardi noch größer. „Bereits die Schwimmstrecke war problematisch. Denn da ich keine Beine habe, ist das Sprinten für mich sehr schwierig. Immer, wenn ich vor mir eine Lücke sah, in die ich schwimmen könnte, hat jemand anderes zum Sprint angesetzt und sich vor mich gesetzt“, berichtete er. „Zudem wurde ich unzählige Male angerempelt, und dreimal wurde mir der Schnorchel weggerissen. Es war sehr hart. Es hat sehr viel Zeit gekostet, aber ich war mit dieser Teilstrecke dennoch recht zufrieden. Denn meine Zeit war trotz all der Probleme fantastisch.“
Windige Angelegenheit
„Als ich dann auf mein Handbike gestiegen bin, dachte ich ‚wow‘“, fuhr er fort. „Es war ein ganz besonderer Moment, als ich auf den Highway 19 in Richtung Norden eingebogen bin. Denn ich wusste, dass ich zwar eine unglaublich lange Distanz vor mir hatte, aber ich habe mich großartig gefühlt. Ich habe mich mit meinem Trainer Francesco Chiappero sehr gut vorbereitet. Unglücklicherweise hatten wir plötzlich sehr starken Gegenwind, und es war schwierig, auf Tempo zu kommen. Wir haben den ganzen Weg hinauf bis nach Hawi gegen den Wind angekämpft. Als wir dort wendeten und zurückfuhren, dachte ich, dass wir nun endlich Rückenwind haben werden. Doch dann hat der Wind seine Richtung geändert. Er kam sehr stark von der Seite, und einige sind wegen des Windes gestürzt. Denn wenn man bergab fährt, wird man sehr schnell, und der Wind kam in starken, plötzlichen Böen. Auch ich wäre zweimal beinahe gestürzt, doch ich hatte Glück. Als wir dann wieder auf den Highway 19 kamen und noch etwa 70 Kilometer vor uns hatten, hat der Wind wieder gedreht und wir hatten wieder Gegenwind! Ich habe dagegen angekämpft und musste ich einen Gang schalten, den ich normalerweise nehme, wenn ich in den Bergen einen Anstieg hinauf fahre.“
Unendliche Geschichte

Ob zu Wasser oder zu Land: Zanardi biss sich durch
Zufrieden mit der Zeit
„Auf der Laufstrecke, die ich mit dem Rollstuhl absolviert habe, lief es gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich schon ein so langes Rennen mit dem Handbike hinter mir hatte“, fuhr Zanardi fort. „Auf dem Bergaufstück in der Palani Road hatte ich Probleme, denn mein Schweiß tropfte auf die Treibringe und meine Hände sind immer abgerutscht. Aber ich kann mit meiner Zeit zufrieden sein.“ Zanardi bilanzierte abschließend: “Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht auf eine Zeit unter neun Stunden gehofft hätte. Doch ich bin sehr stolz auf meine Leistung, denn unter den gegebenen Umständen war es eine hervorragende Performance. Ich bin sehr, sehr glücklich und wirklich zufrieden.“ Nachdem er sich erfolgreich der Herausforderung Triathlon gestellt hat, kehrt Zanardi nun nach Europa und in das Cockpit seines BMW Z4 GT3 zurück. Am kommenden Wochenende wird er im belgischen Zolder beim vorletzten Lauf der Blancpain Sprint Series 2014 antreten.
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