Zukunft aus dem Drucker: So will Hankook den Reifen neu erfinden
Science-Fiction wird Realität: Hankook setzt auf 3D-Druck-Reifen

Hankook druckt die Zukunft: Mit 3D-Technik will der Reifenhersteller Pneus revolutionieren – luftlos, recyclingfähig und smart.
Bild: Hankook
Reifen aus dem 3D-Drucker? Was vor ein paar Jahren noch nach Science-Fiction klang, wird bei Hankook längst Realität. Der koreanische Premiumhersteller experimentiert mit additiven Fertigungsverfahren – und könnte damit die Art, wie Reifen entwickelt und produziert werden, revolutionieren.
Bei der Tochterfirma Hankook Precision Works setzt man bereits 3D-Metalldruck ein, um hochpräzise Heizformen für Reifen herzustellen. Der Vorteil: komplexere Strukturen, weniger Produktionszeit, mehr Flexibilität.

In diesen 3D-Druckern werden die Reifen angefertigt
Bild: Hankook
Auch Prototypen neuer Profile entstehen inzwischen Schicht für Schicht im Drucker – schneller als auf herkömmlichem Weg.
Hankook-Reifen aus dem 3D-Drucker: Luftlos, recyclingfähig, smart
Noch spannender ist die Vision: Reifen, die gar keine Luft mehr brauchen. Solche „non-pneumatic“ Konzepte eignen sich perfekt für autonom fahrende Taxis oder urbane Mobilitätslösungen, wo Geschwindigkeit keine Hauptrolle spielt, Zuverlässigkeit dagegen schon. Kein Plattfuß, kaum Wartung – und im Idealfall sogar komplett recyclingfähig.

Hankook nutzt den 3D-Druck zunächst vor allem für Entwicklungsprozesse und Konzeptstudien
Bild: Hankook
Die Idee: Ein Reifen aus mehreren Materialschichten, innen starr für die Kraftübertragung, außen flexibel für Grip. Gedruckt werden könnte mit nachhaltigen Polymeren, Nylon oder sogar Metallen. Künftig sollen selbstheilende Materialien die Lebensdauer verlängern, biologisch abbaubare Stoffe den Kreislauf schließen.
Noch nicht auf der Straße – aber bereit
Wann geht’s in die Serie? Hankook bleibt vorsichtig. Erst wenn Fahrzeuge ohne Fahrer in großer Zahl unterwegs sind, macht eine Massenproduktion Sinn. In Asien, wo autonome Taxis schon Alltag werden, könnte es schneller gehen als in Europa. „Innovation liegt in unseren Genen“, sagt das Unternehmen selbstbewusst.
Bis dahin nutzt Hankook den 3D-Druck vor allem für Entwicklungsprozesse und Konzeptstudien. Ein Beispiel: der futuristische Wheelbot 2, ein Prototyp mit luftlosen Reifen und komplett neuem Kapsel-Design, entwickelt gemeinsam mit Robotik-Spezialisten. Voll funktionsfähig – und schon heute im Hankook-Technodome im Einsatz.
Fazit
Noch rollen wir alle auf klassischen Pneus. Doch hinter den Kulissen entsteht gerade die nächste Generation Reifen – gedruckt statt gegossen, luftlos statt aufpumpbar, nachhaltig statt Einweg. Was Hankook hier zeigt, ist mehr als nur Technik-Spielerei. Es ist ein Blick auf die Zukunft der Mobilität, die irgendwann auch bei uns auf der Straße landen wird.
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