Zweimal Sechszylinder: BMW M3 vs. Alfa Romeo Giulia QV

Gebrauchte Powerlimos von BMW und Alfa

BMW M3 gegen Giulia QV: beide mit viel Ausstattung, noch mehr Carbon und zusammen 941 PS unter 55.000 Euro! Wer hat die besseren Karten?
Der ewige BMW M3 wird langsam langweilig? Wie wär's dann mit einer Alternative, zum Beispiel dem Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio Verde? Dessen Ferrari-stämmiger V6 leistet knapp 80 PS mehr als der Reihensechser im M3, kein schlechtes Argument. AUTO BILD hat je ein gebrauchtes Exemplar von M3 und Giulia QV zum Vergleich herausgesucht. Beide kosten knapp 55.000 Euro, sind wenig gelaufen und scheinen hauptsächlich aus Carbon zu bestehen. Unterschiede gibt es aber zur Genüge: Wo dieser M3 mit einer ellenlangen Liste an Extras aufwartet, ist die Giulia ein spaßiger Fall für Rennstrecken und Landstraßen. Welcher macht mehr an?
Den Anfang macht der BMW M3. Er stammt aus dem Baujahr 2015, hatte zwei Vorbesitzer und ist erst 14.000 Kilometer gelaufen. Wahrscheinlich handelt es sich um ein ehemaliges Vorführfahrzeug, das würde auch die ungewöhnlich gute Ausstattung erklären. Dieser M3 bietet nämlich Extras, die man teilweise eher eine Klasse höher einordnen würde. Sitzheizung im Fond, 360 Grad Kamera, Head-up-Display, Harman Kardon-Soundsystem, Infotainment mit Online-Navigation und ein elektrisches Heckscheibenrollo stehen auf dem Zettel. Sitze, Türtafeln und das komplette Armaturenbrett kleiden sich in Merinoleder mit Nähten in Kontrastfarbe. Dem Auge schmeicheln weiterhin Carbonzierleisten und der anthrazitfarbene Dachhimmel aus der BMW Individual-Abteilung. Noch nicht überzeugt? Der BMW unterstützt den Fahrer mit Abstandstempomat, Verkehrszeichenerkennung sowie Totwinkel-, Fernlicht-, und Spurhalteassistent.

M3 mit fast 50 Prozent Wertverlust

Die goldenen Bremssättel verraten die Carbon-Keramik-Bremsanlage. Der Zustand wirkt neuwertig.

Neben all dem Luxus kann der Bayer natürlich auch Sport. Sein Dreiliter-Reihensechszylinder leistet 431 PS und 550 Nm. Die Gänge werden von einem Siebengang-DKG verwaltet. Der Biturbo schießt den Hecktriebler in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, dank dem optionalen Drivers Package sind 280 km/h Spitze drin. Ein adaptives Fahrwerk und die optionale Keramik-Bremse halten den BMW auf Kurs. Hecklippe, Dach und Gelenkwellen sind aus Carbon gefertigt. Das alles gab es natürlich nicht umsonst. Der Neupreis dieses M3 lag bei mehr als 107.000 Euro! Nach nur 14.000 Kilometern hat er jetzt fast 50 Prozent an Wert eingebüßt und steht für 54.900 Euro beim Händler, Garantie inklusive. Die letzte Inspektion ist laut Händler allerdings schon ein Jahr bzw. 10.000 Kilometer her und sollte sicherheitshalber nach dem Kauf durchgeführt werden.
Die Giulia QV gibt sich optisch noch angriffslustiger. Vor allem das Heck mit den vier schräg stehenden Endrohren und dem überdimensionalen Diffusor macht Eindruck. Wo schon der M3 nicht mit Carbon geizt, geht die Giulia geradezu verschwenderisch damit um. Neben Dach und Motorhaube sind auch Heck- und Frontlippe, Kardanwelle, Antriebswellen und die komplette Unterbodenverkleidung aus dem leichten Werkstoff gefertigt. Trumpf ist aber der Motor. Der Ferrari-stämmige Biturbo-V6 presst aus 2,9 Litern Hubraum ganze 510 PS und 600 Nm. Besonders schön: Hier darf von Hand geschaltet werden! Das manuelle Sechsganggetriebe wurde nur von fünf Prozent aller QV-Kunden geordert und verschwand 2018 ganz aus dem QV-Programm. In 3,9 Sekunden beschleunigt der Hecktriebler aus dem Stand auf 100 km/h und darf ohne elektronische Fesseln bis 307 km/h weiterrennen. Wie der M3 setzt der Alfa auf ein adaptives Fahrwerk, die Brembo-Sättel nehmen aber nur gelochten Stahlscheiben in die Zange.

Der Alfa ist jünger und günstiger

Die Handschaltung wurde beim QV nur sehr selten geordert und 2018 aus dem Programm gestrichen.

Ganz ohne Komfort geht es auch im Alfa nicht. Der mit Leder, Alcantara und Carbon ausstaffierte Innenraum wartet mit Online-Navigation, Sitzheizung und einem beheizten Lenkrad auf. Auch eine Rückfahrkamera, Fernlicht-, Totwinkel- und Spurhalteassistent sind an Bord. Die Giulia ist zwei Jahre jünger als der M3 und moderate 21.830 Kilometer gelaufen. Der einzige Vorbesitzer hat das Auto laut Inserat scheckheftgepflegt. Auf dem Preisschild stehen 53.940 Euro, darin inbegriffen sind frischer TÜV, Garantie und ein Satz neuer Pirelli-Gummis.

Ausstattung und Effizienz gegen Emotion

Der blaue Lack steht der Giulia gut, vor allem in Kombination mit den Carbon-Akzenten.

Wer in der finanziellen Lage ist, 55.000 Euro für eine sportliche Mittelklasselimousine auszugeben, hat hier die Qual der Wahl. Der M3 ist viel besser ausgestattet und etwas weniger gelaufen, trotz weniger Power sind seine Fahrleistungen nicht viel schlechter. Das interessantere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet wohl er. Die Giulia ist aber jünger, etwas günstiger, und in Sachen Emotionen führt hier ohnehin kein Weg an ihr vorbei. Nicht, dass der BMW einen kalt ließe, aber Optik, Handschaltung und Motor sprechen in dieser Hinsicht dann doch für die Italienerin. Hier gibt es weitere gebrauchte BMW M3 und Alfa Romeo Giulia mit Garantie!

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