Autopolituren: Test
Lackpolituren im Test
Große Versprechen sorgen noch lange nicht für echten Tiefenglanz: AUTO BILD hat Polituren für Hand- und Maschinenanwendung getestet – und Blender von wirklich überzeugenden Produkten getrennt.
Unser Versprechen
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1.
Koch-Chemie
ShineSpeedPolish (500 ml)
1,4
sehr gut
- Sehr leichtes Auftragen
- Sehr leichtes Abpolieren
- Sehr gutes Oberflächenbild

4.
Meguiars
Ultimate Compound Lackreiniger (450 ml)
2,9
befriedigend
- Sehr gutes Oberflächenbild
- mangelhaftes Schleifbild
- mangelhafte Materialverträglichkeit
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Fällt das Licht schräg auf den Lack, werden feine Kratzer, matte Stellen und Hologramme sichtbar. Eine hochwertige Politur kann solche Spuren beseitigen und neuen Tiefenglanz erzeugen. Gerade die Anwendung per Hand erlaubt präzises Arbeiten und schont empfindliche Bereiche, in denen Maschinen an ihre Grenzen stoßen.
Im AUTO BILD-Test standen deshalb vor allem Polituren für die manuelle Verarbeitung im Fokus. Einige als maschinentauglich beworbene Produkte erwiesen sich aufgrund ihrer Konsistenz ebenfalls eher als Handpolituren. Ergänzend wurden spezielle Maschinenpolituren geprüft. Der Test zeigt, welche Mittel sichtbar aufbereiten – und welche hinter ihren Versprechen zurückbleiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Handanwendung: Polituren per Hand sind besonders schonend und erreichen auch filigrane Stellen. Viele Produkte sind speziell dafür ausgelegt.
- Testergebnisse: Koch Chemie Shine Speed Polish überzeugt mit leichter Verarbeitung und perfektem Schleifbild – auch Preis-Leistungs-Sieger.
- Vergleich: Dr. Wack und Petzoldt’s schneiden ebenfalls stark ab, Sonax setzt Maßstäbe bei der Glanzsteigerung. Andere Produkte zeigen Schwächen oder sind überteuert.
- Maschinenpolituren: Für geübte Anwender geeignet – Petzoldt’s liefert beste Ergebnisse, Sonax überzeugt ebenfalls, während Swissvax und Herrenfahrt enttäuschen.
Um für sämtliche Polituren identische und reproduzierbare Testbedingungen zu schaffen, ist ein standardisiertes Vorgehen nötig. Die poröse Lackoberfläche unseres Ford LTD ist zu matt und würde jedes Produkt aufsaugen wie ein Schwamm, zudem ist die Verwitterung und Verschmutzung völlig uneinheitlich. Der Industrieverband für Körperpflege und Waschmittel e. V. (IKW) hat eine Empfehlung zur Qualitätsbewertung von Lackreinigern gegeben – nach diesem IKW-Schema haben wir zusammen mit der Fahrzeug-Sachverständigenorganisation KÜS in einem chemischen Fachlabor getestet.
Unsere Testbleche sind mit einem modernen unischwarzen Wasserbasislack lackiert. Wasserbasislacke sind seit rund 20 Jahren Industriestandard und finden auch im Reparaturfall fast immer Anwendung. Drei Viertel der Testfläche werden mit einer speziellen Mattierungspaste künstlich verwittert, sodass wir auf einen Glanzgrad von 60 kommen. Der Glanzgrad wird mit einem Glanzgradmessgerät ermittelt.

Für den ersten Test wurden neun Produkte ausgewählt, die sich auch von Hand verarbeiten lassen.
Bild: Sveinn Baldvinsson
Die untere Fläche des Blechs bleibt unbehandelt und hat einen Glanzgrad von 90. Dies entspricht einer Neulackierung und ist auch durch eine Politur nicht steigerungsfähig – im Gegenteil: Hier geht es darum, den Wert nicht zu verschlechtern. Um die Leistungen der Polituren vergleichen zu können, setzen wir einen nach IKW-Rezeptur angesetzten Referenzlackreiniger ein.
Die linken Flächen des Testblechs werden mit dem Referenzlackreiniger behandelt, rechts kommt das Testprodukt zum Einsatz. Aufgetragen werden die Produkte mit einem Schwamm aus PUR-Ether, auf dem fünf Gramm Produktmenge einmassiert werden. Der Schwamm ist an einem 1,5-Kilogramm-Gewicht befestigt, welches ohne zusätzlichen Anpressdruck im "Kreuzgang" über das Testblech geführt wird, insgesamt in fünf Durchgängen. Auch das Abpolieren geschieht mit dem 1,5-kg-Gewicht.

Ob die Politur die matte Fläche wieder zum Glänzen bringt, ermitteln wir mit einem Glanzgradmesser.
Bild: Sveinn Baldvinsson
Nach dem Abpolieren wird der Glanzgrad gemessen und das Blech mit Isopropanol gereinigt, um eventuell im Produkt enthaltene Silikone oder Wachse zu entfernen. Der Grund: Wir wollen sehen, ob das Produkt Kratzer erzeugt hat. Silikone, Öle oder Wachse können die beim Polieren entstehenden Kratzer verdecken. Nach dem Entfetten wird die Fläche nochmals optisch begutachtet und ein letztes Mal der Glanzgrad gemessen.
Knapp hinter dem Produkt von Koch Chemie auf Platz 1 liegen die Autopolituren von Petzoldt's und Dr. Wack. Auch sie erzielen gute Ergebnisse in allen relevanten Prüfkriterien. Die beste Gesamtleistung erzielt die Sonax Premium Class Saphir Power Polish. Sie schafft eine Glanzwertsteigerung von 60 auf 77. Keine andere Politur erzielt eine größere Steigerung des Glanzwerts auf der mattierten Fläche des Testblechs. Auch in allen anderen Prüfkriterien liefert sie gute Ergebnisse.

AUTO BILD hat insgesamt verschiedene Autopolituren getestet: Produkte für den Handeinsatz und Mittel für die Maschinenpolitur.
Bild: Sveinn Baldvinsson
Das Feld teilt sich im Mittelfeld: Die Politur von Meguiar's (Platz sechs) enttäuscht beim Schleifbild. Nach dem Entfetten ist das Testblech übersät mit feinen Kratzern, verursacht durch grobe Schleifkörner im Produkt. Wer sie auf nur leicht ermatteten Lacken anwendet, läuft Gefahr, neue Kratzer hineinzupolieren.
ChemTools, steigert den Glanzgrad nur mäßig. Eine Politur, die den Lack nicht zum Glänzen bringt, macht keine Freude. Ebenso wenig eine, die beim Auspolieren staubt, wie es beim aufwendig verpackten Lackreinigungs-Set von Nigrin der Fall ist. Und was ist mit der teuersten Politur des Feldes? Swissvax duftet nach Himbeerjoghurt und ist gut zu verarbeiten – Für das Gebotene ist das Produkt zu teuer.. Hier finden Sie wertvolle Tipps zum Polieren des Autos.
Koch Chemie Shine Speed Polish ist kinderleicht aufzutragen und vor allem abzupolieren, wird dazu noch Preis-Leistungs-Sieger. Ein Top-Produkt! Ganz dicht beieinander liegen Dr. Wack und Petzoldt's. Sonax gewinnt die Eigenschaftswertung und setzt den Maßstab bei der Glanzgradsteigerung. Meguiar's, ChemTools und Nigrin erzeugen feine Kratzer, Swissvax ist für die gebotene Leistung viel zu teuer und sein Geld nicht wert.
Autopolituren im Vergleich
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Testsieger im AUTO BILD-Autopolituren-Test: Koch Chemie Shine Speed Polish
Autopolituren im Vergleich
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Für Hobby- wie für Profi-Lackaufbereiter ist eine Poliermaschine ein wunderbares Arbeitsgerät (Hier geht's zum AUTO BILD Poliermaschinen-Test). Mit ihrer Drehzahl von bis zu 3500 Umdrehungen pro Minute trägt sie die obere, verwitterte Lackschicht Mikrometer für Mikrometer ab. In ihrer hohen Polierleistung liegt der große Vorteil solcher Maschinen, der aber zugleich ihr größter Nachteil ist: Wenn sie falsch benutzt werden, kann das den Lack erheblich beschädigen.
Eine Handpolitur mit der Maschine zu verarbeiten, ist keine gute Idee! Bei scharfen Handpolituren auf dem Maschinenteller besteht die Gefahr, dass aufgrund von Drehzahl und Anpressdruck Hitzeschäden auf dem Lack entstehen oder der Lack nach dem ersten Ansetzen mit zu hoher Drehzahl gar nicht mehr da ist. Spezielle Maschinenpolituren haben eine dünnflüssigere Konsistenz und meist feinkörnigere Schleifmittel.
Maschinenpolituren im Test
Wir haben verschiedene Maschinenpolituren getestet – von den etablierten Anbietern Petzoldt's, Sonax und Swissvax sowie vom Branchenneuling Herrenfahrt. Ergebnis: Petzoldt's Hochglanz-Maschinenpolitur kann beide Anschliffe fast vollständig herauspolieren, spritzt kaum und hinterlässt eine tief glänzende, grauschleierfreie Oberfläche. Top!
Dicht dahinter: Sonax. Das Produkt von Herrenfahrt hinterlässt Grauschleier, ebenso Swissvax. Da hier auch die Polierleistung die schlechteste aller getesteten Produkte ist, bleibt nur der letzte Platz.
Die Maschinenpolitur wird auf dem Prüfstand getestet. Hier werden zwei Testbleche verwendet. Eines mit einem weichen Glasuritlack und eines mit einem härteren Ceramicclear-Lack. Beide Lacke werden auf dem Prüfstand punktuell angeschliffen. Der weiche Lack mit 3000er-Körnung, der harte mit 5000er. Anschließend werden beide Bleche geprüft.
Bei den Maschinenpolituren gilt grundsätzlich: Die Ausrüstung mit Poliermaschine und speziellen Maschinenpolituren ist ein Fall für fortgeschrittene Hobby-Aufbereiter. Petzoldt's erzielt hervorragende Polier- und Glanzergebnisse, das gilt auch für Sonax Perfect Finish. Leider spritzt sie etwas.
FAQ Autopolituren
Welches ist die beste Autopolitur?
Sowohl Testsieger als auch Preis-Leistungs-Sieger wird im Autopolituren-Test von AUTO BILD die Autopolitur Koch Chemie Shine Speed Polish. Für 16,99 Euro liefert der Hersteller 500 Milliliter Shine Speed Polish, die sich sehr leicht auftragen und abpolieren lässt. Keine der anderen acht Polituren ist derart mühelos rückstandsfrei wegzupolieren. Ein perfektes Oberflächen und Schleifbild ergänzt das positive Gesamtbild.
Per Hand oder mit Maschine polieren?
Für Hobby- wie für Profi-Lackaufbereiter ist eine Poliermaschine ein wunderbares Arbeitsgerät. Mit ihrer Drehzahl von bis zu 3500 Umdrehungen pro Minute trägt sie die obere, verwitterte Lackschicht Mikrometer für Mikrometer ab. In ihrer hohen Polierleistung liegt der große Vorteil solcher Maschinen, der aber zugleich ihr größter Nachteil ist: Wenn sie falsch benutzt werden, kann das den Lack erheblich beschädigen. In jedem Fall niemals eine Handpolitur mit der Maschine verarbeiten. Es besteht die akute Gefahr von Hitzeschäden auf dem Lack.
Was kostet eine gute Autopolitur?
Wie immer gilt nach oben gibt es kaum eine Grenze. Unser Autopolituren-Test ergab, dass gute Produkte schon unter 20 Euro zu haben sind. Auch sehr viel teurere Produkte schnitten in unserem Test schlechter ab.
Warum eine Autopolitur benutzen?
Richtig angewendet kann eine Politur kleine Kratzer und Unebenheiten im Lack glätten. Zudem wird eine unschön matte Oberfläche wieder frisch glänzend. Außerdem schützt eine Autopolitur den Lack vor Umwelteinflüssen wie beispielsweise UV-Strahlung, Streusalz oder Vogelkot und trägt so zum Werterhalt des Kfz bei.
Nach der Autopolitur noch versiegeln?
Echte Autoenthusiasten bringen nach einer Autopolitur oft noch eine zusätzliche Versiegelung auf. Das sorgt für noch stärkeren Schutz und verlängert die Haltbarkeit der Autopolitur. Wer diese zusätzliche Arbeit scheut, kann zu einem Kombinationsprodukt beispielsweise mit Carnaubawachs greifen. Das wird sogar in der Lebensmittelindustrie eingesetzt.
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