Welches ist das beste Lackpflegemittel?

Welches ist das beste Lackpflegemittel?

Autopolituren: Test

13 Lackpolituren im Produkttest

Schicke Schachtel und hoher Preis machen noch keine Premium-Politur aus. AUTO BILD KLASSIK hat neun Autopolituren für den Handeinsatz und vier Mittel für die Maschinenpolitur aus dem oberen Preissegment getestet.
Wenn Sie Ihren Oldie mal in der Frühlingssonne betrachten: Glänzt er rund um makellos, oder kommt ­­ an einigen Stellen verwitterter, leicht verkratzter Lack zum Vorschein? Dann wäre jetzt zum Saisonstart eine Lackpolitur angebracht. Idealerweise per Hand, denn so lassen Sie keine filigranen Details, Ecken und Kanten aus. Außerdem ist es schonender für den Lack. Welches Mittel dafür am besten geeignet ist, hat AUTO BILD KLASSIK in einem umfangreichen Test von neun Lackpolituren ermittelt. Der Testablauf wurde dabei auf den manuellen Einsatz abgestimmt. Die neun getesteten Produkte sind zwar laut Herstellerangaben allesamt für Hand-­ und Maschineneinsatz geeignet. Mit ihrer zähflüssigen Konsistenz wirken sie jedoch klar für den Handeinsatz optimiert. Außerdem: Vier weitere Polituren für die Poliermaschine im Test.

Neun Autopolituren auf dem Prüfstand

Für den Test wurden nur Produkte ausgewählt, die sich auch von Hand verarbeiten lassen.

Die beste Gesamtleistung erzielt die Sonax Premium Class Saphir Power Polish. Sie schafft eine Glanzwertsteigerung von 60 auf 77. Keine andere Politur erzielt eine größere Steigerung des Glanzwerts auf der mattierten Fläche des Testblechs. Auch in allen anderen Prüfkriterien liefert sie gute Ergebnisse. Da Sonax die Toppolitur aber nur in einem 38,99 Euro teuren Set mit Polierknauf, Schwamm und Mikrofasertuch liefert, fällt sie im Kostenkapitel weit zurück. Hier punktet der Test­- und Preis­-Leistungs­sieger Koch Chemie. Für 16,99 Euro liefert der Hersteller 500 Milliliter Shine Speed Polish, die sich sehr leicht auftragen und abpolieren lässt. Keine der anderen acht Polituren ist derart mühelos rückstandsfrei wegzupolieren. Ein perfektes Oberflächen­ und Schleifbild ergänzt das positive Gesamtbild – Platz eins! Fusionskin, Petzoldt's und Dr. Wack folgen dicht auf. Auch sie erzielen gute Ergebnisse in allen relevanten Prüfkriterien. Weitere Themen: Tipps zum Auto polieren

Die teuerste Politur im Test ist ihr Geld nicht wert

Das Feld teilt sich zwischen dem fünften und dem sechsten Platz: Die Politur von Meguiar's (Platz sechs) enttäuscht beim Schleifbild. Nach dem Entfetten ist das Testblech übersät mit feinen Kratzern, verursacht durch grobe Schleifkörner im Produkt. Wer sie auf nur leicht ermatteten Lacken anwendet, läuft Gefahr, neue Kratzer hineinzupolieren. Die Siebtplatzierte, ChemTools, steigert den Glanzgrad nur mäßig. Eine Politur, die den Lack nicht zum Glänzen bringt, macht keine Freude. Ebenso wenig eine, die beim Auspolieren staubt, wie es beim aufwendig verpackten Lackreinigungs-Set von Nigrin der Fall ist. Und was ist mit der teuersten Politur des Feldes? Swissvax duftet nach Himbeerjoghurt und ist gut zu verarbeiten – 58 Euro jedoch ist das Produkt nicht wert. Alle Ergebnisse des Politurtests sehen Sie in der Bildergalerie!
Fazit von Lars Busemann: Koch Chemie Shine Speed Polish ist kinderleicht aufzutragen und vor allem abzupolieren, wird dazu noch Preis-Leistungs-Sieger. Ein Topprodukt! Ganz dicht beieinander liegen Fusionskin, A1 und Petzoldt's. Sonax gewinnt die Eigenschaftswertung und setzt den Maßstab bei der Glanzgradsteigerung. Doch der hohe Setpreis von 38,99 Euro wirft Sonax zurück. Meguiar's, ChemTools und Nigrin erzeugen feine Kratzer, Swissvax ist für die gebotene Leistung viel zu teuer und sein Geld nicht wert.
# Polituren im Test
1.

Koch Chemie Shine Speed Polish

Preis*: 16,99 Euro

Testurteil: sehr empfehlenswert

2.

FUSION SKIN Ultimate Polish

Preis*: 14,80 Euro

Testurteil: empfehlenswert

3.

DR. WACK A1 Ultima Show & Shine Polish

Preis*: 23,19 Euro

Testurteil: empfehlenswert

4.

PETZOLDT’S Premium Reinigungspolitur

Preis*: 13,90 Euro

Testurteil: empfehlenswert

5.

SONAX Premium Class Saphir Power Polish

Preis*: 38,99 Euro

Testurteil: empfehlenswert

6.

MEGUIAR’S Ultimate Compound

Preis*: 17,19 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

7.

CHEMTOOLS Acrylshield S

Preis*: 15,00 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

8.

NIGRIN BLACK Label Lackreinigungs-Set

Preis*: 34,95 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

9.

SWISSVAX Cleaner Fluid Medium

Preis*: 58,00 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

*Einkaufspreise der Testprodukte

Vier Maschinen-Polituren im Test

Für Hobby- wie für Profi-Lackaufbereiter ist eine Poliermaschine ein wunderbares Arbeitsgerät (Hier geht's zum AUTO BILD Poliermaschinen-Test). Mit ihrer Drehzahl von bis zu 3500 Umdrehungen pro Minute trägt sie die obere, verwitterte Lackschicht Mikrometer für Mikrometer ab. In ihrer hohen Polierleistung liegt der große Vorteil solcher Maschinen, der aber zugleich ihr größter Nachteil ist: Wenn sie falsch benutzt werden, kann das den Lack erheblich beschädigen. Eine Handpolitur mit der Maschine zu verarbeiten ist keine gute Idee! Bei scharfen Handpolituren auf dem Maschinenteller besteht die Gefahr, dass aufgrund von Drehzahl und Anpressdruck Hitzeschäden auf dem Lack entstehen oder der Lack nach dem ersten Ansetzen mit zu hoher Drehzahl gar nicht mehr da ist. Spezielle Maschinenpolituren haben eine dünnflüssigere Konsistenz und meist feinkörnigere Schleifmittel.
Wir haben vier Maschinenpolituren getestet – von den drei etablierten Anbietern Petzoldt’s, Sonax und Swissvax sowie vom Branchenneuling Herrenfahrt. Ergebnis: Petzoldt’s Hochglanz-Maschinenpolitur kann beide Anschliffe fast vollständig herauspolieren, spritzt kaum und hinterlässt eine tief glänzende, grauschleierfreie Oberfläche. Top! Dicht dahinter: Sonax. Das Produkt von Herrenfahrt hinterlässt Grauschleier, ebenso Swissvax. Da hier auch die Polierleistung die schlechteste aller vier Produkte ist, bleibt nur der letzte Platz. Völlig überzogen: der Kaufpreis von 89 Euro!
Fazit von Lars Busemann: Die Ausrüstung mit Poliermaschine und speziellen Maschinenpolituren ist ein Fall für fortgeschrittene Hobby-Aufbereiter. Petzoldt’s erzielt hervorragende Polier- und Glanzergebnisse, das gilt auch für Sonax Perfect Finish. Leider spritzt sie etwas.
# Maschinenpolituren im Test
1.

PETZOLDT’S Premium Hochglanz Politur

Preis*: 15,75 Euro

Testurteil: sehr empfehlenswert

2.

SONAX Profiline Perfect Finish

Preis*: 18,31 Euro

Testurteil: empfehlenswert

3.

3. HERRENFAHRT X-Cut 2000 Polish Medium

Preis*: 16,00 Euro

Testurteil: empfehlenswert

4.

4. SWISSVAX Cleaner Fluid Professional Medium

Preis*: 89,00 Euro

Testurteil: bedingt empfehlenswert

*Einkaufspreise der Testprodukte

So hat AUTO BILD getestet

Ob die Politur die matte Fläche wieder zum Glänzen bringt, ermitteln wir mit einem Glanzgradmesser.

Um für sämtliche Polituren identische und reproduzierbare Testbedingungen zu schaffen, ist ein standardisiertes Vorgehen nötig. Die poröse Lackoberfläche unseres Ford LTD ist zu matt und würde jedes Produkt aufsaugen wie ein Schwamm, zudem ist die Verwitterung und Verschmutzung völlig uneinheitlich. Der Industrieverband für Körperpflege und Waschmittel e. V. hat eine Empfehlung zur Qualitätsbewertung von Lackreinigern gegeben – nach diesem IKW-Schema haben wir zusammen mit der Fahrzeug-Sachverständigenorganisation KÜS in einem chemischen Fachlabor getestet. Unsere Testbleche sind mit einem modernen unischwarzen Wasserbasislack lackiert. Wasserbasislacke sind seit rund 20 Jahren Industriestandard und finden auch im Reparaturfall fast immer Anwendung. Drei Viertel der Testfläche werden mit einer speziellen Mattierungspaste künstlich verwittert, sodass wir auf einen Glanzgrad von 60 kommen. Der Glanzgrad wird mit einem Glanzgradmessgerät ermittelt. Die untere Fläche des Blechs bleibt unbehandelt und hat einen Glanzgrad von 90. Dies entspricht einer Neulackierung und ist auch durch eine Politur nicht steigerungsfähig – im Gegenteil: Hier geht es darum, den Wert nicht zu verschlechtern. Um die Leistungen der Polituren vergleichen zu können, setzen wir einen nach IKW-Rezeptur angesetzten Referenzlackreiniger ein.
Die linken Flächen des Testblechs werden mit dem Referenzlackreiniger behandelt, rechts kommt das Testprodukt zum Einsatz. Aufgetragen werden die Produkte mit einem Schwamm aus PUR-Ether, auf dem fünf Gramm Produktmenge einmassiert werden. Der Schwamm ist an einem 1,5-Kilogramm-Gewicht befestigt, welches ohne zusätzlichen Anpressdruck im "Kreuzgang" über das Testblech geführt wird, insgesamt in fünf Durchgängen. Auch das Abpolieren geschieht mit dem 1,5-kg-Gewicht. Nach dem Abpolieren wird der Glanzgrad gemessen und das Blech mit Isopropanol gereinigt, um eventuell im Produkt enthaltene Silikone oder Wachse zu entfernen. Der Grund: Wir wollen sehen, ob das Produkt Kratzer erzeugt hat. Silikone, Öle oder Wachse können die beim Polieren entstehenden Kratzer verdecken. Nach dem Entfetten wird die Fläche nochmals optisch begutachtet und ein letztes Mal der Glanzgrad gemessen.
Die Maschinenpolitur wird auf dem Prüfstand getestet. Hier werden zwei Testbleche verwendet. Eines mit einem weichen Glasuritlack und eines mit einem härteren Ceramicclear-Lack. Beide Lacke werden auf dem Prüfstand punktuell angeschliffen. Der weiche Lack mit 3000er-Körnung, der harte mit 5000er. Anschließend werden beide Bleche geprüft.

Autopolituren Vergleich: Testergebnisse

Platzierung Produkt Testnote
1. Koch Chemie Shine Speed Polish sehr empfehlenswert
2. FUSION SKIN Ultimate Polish empfehlenswert
3. DR. WACK A1 Ultima Show & Shine Polish empfehlenswert
4. PETZOLDT’S Premium Reinigungspolitur empfehlenswert
5. SONAX Premium Class Saphir Power Polish empfehlenswert
6. MEGUIAR’S Ultimate Compound bedingt empfehlenswert
7. CHEMTOOLS Acrylshield S bedingt empfehlenswert
8. NIGRIN BLACK Label Lackreinigungs-Set bedingt empfehlenswert
9. SWISSVAX Cleaner Fluid Medium bedingt empfehlenswert

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Stichworte:

Autolack Autopolitur

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