Kein anderes Nachkriegsjahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts hat die Welt so schnell verändert wie die 60er-Jahre. Die Auto-Klassiker der wilden 60er lassen uns das bis heute spüren.
Christian Steiger
Wo beginnt es, wo endet es, dieses irre Jahrzehnt? Bestimmt nicht im Kalender. Die frühen 60er sind im Rückblick noch Nachkriegs-Biedermeier mit Winkern am Käfer und Toast Hawaii als Gipfel kitzelnder Exotik. Und die späten 60er, das ist gefühlte Neuzeit, fast mehr Moderne als die 70er und 80er: freie Liebe, farbige Fernsehbilder vom Mond und drei Stunden für die Autobahnfahrt von Frankfurt nach Hamburg. Man kann ins Kino gehen, um den "Abschied von gestern" als Film zu erleben, Deutschland 1966, Regie Alexander Kluge. Es reicht aber auch, jung zu sein und in einer Großstadt zu wohnen. Man kann zum Joint greifen, um sich an dieser Zeit zu berauschen, aber notwendig ist das nicht.
Der erste Supersportwagen des Jahrzehnts war der E-Type, enthüllt im März 1961.
Bild: James Lipman/Fox Syndication
Auch Nüchterne sind high in jenen Jahren. Nicht einmal die deutsche Limonade ist gegen Ende der 60er noch, was sie war: Die "Flower-Power-Pop-Op-Cola" lässt im Werbespot Nonnen juchzen und in den Afri-Cola-Rausch verfallen. Die Beatles singen von "Lucy in the Sky with Diamonds", und die Elterngeneration versteht kein Wort. Noch heißt der Bundespräsident Heinrich Lübke ("Equal goes it loose"), der Kanzler bald schon Willy Brandt. Kein Drehbuchschreiber hätte die Szene seines Kniefalls in Warschau zu erfinden gewagt, aber das ist schon 1970, am Anfang eines anderen, windstilleren Jahrzehnts. Oder dauert das Zeitgefühl der 60er nicht länger, mindestens bis 1973, als der Ölschock die Gewissheit des grenzenlosen Fortschritts stoppt? Für die Automobil-Branche ist es so. Über Nacht sind die Typen der 60er Geschichte, selbst der Käfer, den dieses Jahrzehnt zum wahren Volkswagen machte.
Sieben Liter Hubraum und Frontantrieb waren 1966 eine wilde MIschung, die dem Oldsmobile Toronado viel Respekt brauchte.
Bild: Volker Corell
Rund vier Millionen Autos sind 1960 in Deutschland unterwegs, 17 Millionen sind es 1970, lauter erfüllte Bürgerträume, denn selbst Arbeiter fühlen sich reich im Westdeutschland der 60er- Jahre. Viele, die zu Beginn des Jahrzehnts noch auf dem Moped saßen, sinken am Ende in die weichen Sessel eines Opel Rekord oder Audi 100. Und die Chefs steigen längst nicht mehr aus der Isabella mit 60 PS, sondern aus dem dreimal so starken Porsche 911 S oder einem Mercedes 300 SEL 6.3, der in unglaublichen 7,5 Sekunden von 0 auf 100 schiebt. Viel mehr geht nicht, selbst 40 Jahre später. Luxusdetails wie E-Fenster, Luftfederung, Klimaanlage? Die feinen Wagen der 60er haben es schon. Die Scheibenbremse setzt sich durch in jenen Jahren, die elektronische Benzineinspritzung und der Stahlgürtelreifen, fast auch der Sicherheitsgurt und beinahe sogar ABS und Airbag, aber die Elektronik ist noch nicht ganz so weit. Wann enden sie, die 60er? Vielleicht nie. Denn die Autos sind ja noch da und lassen die wildesten Filme im Kopfkino weiterlaufen. Licht aus, Film ab.
In der Bildergalerie finden Sie 19 Auto-Legenden der 60er-Jahre
Fotos Klassiker der 60er-Jahre
1/56
Mit ihrer Aura, ihrer Optik und ihren mächtigen Motoren lassen sie uns den wilden Zeitgeist der 60er-Jahre bis heute spüren. Wir zeigen 19 knackige Klassiker. Den Anfang macht der Mercedes 300 SEL 6.3, keine S-Klasse ist wilder als das rasende Chefzimmer Mercedes. Nur 6526 Gutverdiener kaufen ihn, aber am Image seiner 500 Newtonmeter berauschen sich alle, ...
Bild: Dieter Rebmann
2/56
... die hinter dem Stern sitzen. Auf Basis eines 300 SE Coupé entsteht 1967 der erste 6.3-Prototyp mit dem V8-Motor des 600 und Fünfgang-Schaltgetriebe. Im März 1968 ist Verkaufsbeginn des Mercedes 300 SEL 6.3 (Bild), Listenpreis 39.160 D-Mark, Automatik serienmäßig.
Bild: Dieter Rebmann
3/56
Selbst ein Porsche 911 S lässt sich im 6.3er niederringen, dabei ist der Big Benz mit 1,8 Tonnen Leergewicht ein markentypisch schwerer Wagen. Doch er fühlt sich nicht so an, wenn er die Kasseler Berge plättet.
Bild: Dieter Rebmann
4/56
Ich rauche gern: Burn-outs vermitteln 1968 ein ganz neues Mercedes-Gefühl. Neben dem Drehmoment wirkt auch der Verbrauch amerikanisch, ein voller 105-Liter-Tank reicht bei zügiger Fahrt kaum von Stuttgart nach Düsseldorf. Die Luftfederung sorgt dabei für echten Fernreise-Komfort.
Bild: Dieter Rebmann
5/56
Elektrisches Schiebedach (Schalter rechts vom Zündschloss!) und Becker-Radio stehen trotz 40.000 Mark Neupreis auf der Optionsliste. Die edle Zebrano-Echtholzverkleidung ist dagegen serienmäßig an Bord.
Bild: Dieter Rebmann
6/56
Das Geheimnis des Über-Benz: Außer dem Schriftzug deutet äußerlich nichts auf den Mega-V8 hin. Die Platzverhältnisse zeigen, dass der bei der Entwicklung des W 108/109 nicht wirklich geplant war – Werkstattkunden könnenn das auch an der Höhe ihrer Reparaturrechnungen erkennen.
Bild: Dieter Rebmann
7/56
Jaguar E-Type: Für die Konkurrenz ist er ein herber Schlag, denn sie können in den 60er-Jahren nichts Gleichwertiges bieten. Für Sportwagenfans dagegen ist der krasse Renner unwiderstehlich. Heute mehr denn je. Es ist nicht nur seine Motorhaube, die den Jaguar E-Type zeitlos macht.
Bild: James Lipman/Fox Syndication
8/56
Am 15. März 1961 platzt auf dem Genfer Autosalon eine Bombe: Direktor Lyons enthüllt die Kreation, die als berühmtester aller Jaguar in die Geschichte eingehen wird: den E-Type. Den Besuchern verschlägt es den Atem. Dieses Gefährt sieht nicht nur verboten aus, es schreit geradezu nach Vollgas.
Bild: James Lipman/Fox Syndication
9/56
Extreme Proportionen paaren sich mit sinnlichen Rundungen, dazu Räder mit Zentralverschlüssen in Ben-Hur-Ausführung und Stoßfänger wie Krummsäbel. 2098 Pfund soll das Tier in seiner Heimat Großbritannien kosten – 1961 schon fast ein Schnäppchen.
Bild: James Lipman/Fox Syndication
10/56
Der Eintritt in den E-Type ist nicht einfach: Beim Ur-Coupé heißt es erst mal, sich durch einen winzigen Verschlag über den hohen Schweller zu zwängen. Dort findet sich der Fahrer sodann auf einer spartanischen Hartschale hinter einem sperrigen Lenkrad wieder.
Bild: James Lipman/Fox Syndication
11/56
Ein Lenkrad aus blondem Holz mit Lochspeichen: Großgewachsene Menschen können mit den Knien lenken, ein stämmiger Schaltknüppel führt den Fahrer durch das Vierganggetriebe. Im Cockpit herrscht strenge Symmetrie mit schlichten, schwarzen Instrumenten.
Bild: James Lipman/Fox Syndication
12/56
Hinter den zierlichen Schalensitzen wartet im Heck ein gut nutzbarer Laderaum. Der E-Type ist nicht nur ein Sportwagen, er ist zugleich reisetauglich, ein echter GT (Gran Turismo) also.
Bild: James Lipman/Fox Syndication
13/56
So schön können Motoren sein: der klassische XK-Sechszylinder mit seinen zwei obenliegenden Nockenwellen und drei SU-Vergasern, weit hinter der Vorderachse platziert. 265 PS verpassen der italienischen Hautevolee von Maserati und Co. den technischen Knock-out.
Bild: James Lipman/Fox Syndication
14/56
Oldsmobile Toronado: Ein Riesen-Coupé ohne Beispiel wird zum Vorbild. 1966 krempelt der Toronado den US-Automobilbau komplett auf links. Styling und Frontantrieb lösen im Amerika der 60er eine Revolution aus.
Bild: Volker Corell
15/56
Endlos ist die Front des Toronado, dazu ein Fließheck, dessen C-Säulen harmonisch ins glatte Heck auslaufen, und breit ausgestellte Radhäuser als Symbol für Kraft und Selbstbewusstsein.
Bild: Volker Corell
16/56
Die Form des Toronado gehört zum Besten, was US-amerikanisches Automobildesign je hervorgebracht hat. GM hüllt die neue Technik in eine schnörkellose, Kraft ausstrahlende Form. Kaum Zierleisten, kein Firlefanz, alles wirkt wie aus einem Guss.
Bild: Volker Corell
17/56
Blick zurück: Front drive, Klappscheinwerfer und horizontal verrippter Grill erinnern an den Cord 810. Die Machart und das Material sind von besonderer Güte.
Bild: Volker Corell
18/56
Vorn gibt es Einzelradaufhängung an Querlenkern und Schraubenfedern, hinten eine Starrachse mit Blattfedern. Auch mit den gelochten Rädern verbeugen sich die Designer vor dem Cord-Original und schaffen etwas völlig Neues.
Bild: Volker Corell
19/56
Der Toronado ist ein 5,36 Meter langes und 210 km/h schnelles Kingsize-Coupé. Kein Kardantunnel wölbt das Bodenblech, keine Mittelkonsole schluckt Fußraum: So entsteht Platz für sechs Personen. Der verwinkelte Armaturenträger mit Trommel-Tacho könnte auch von Citroën stammen.
Bild: Volker Corell
20/56
Ein Monster des amerikanischen Motorenbaus ist der 6965 Kubikzentimeter große V8. 385 SAE-PS und 645 Newtonmeter fressen Reifen und Sprit im Zeitraffer. Über 20 Liter Super sind vollkommen normal, aber das ist den 40.963 Käufern des 1966er Toronado völlig egal.
Bild: Volker Corell
21/56
Der Alfa Romeo GT 1300 Junior erzählt bis heute vom süßen italienischen Lebensgefühl der 60er-Jahre. Der elegante Sportler hätte gut in Fellinis "La Dolce Vita" gepasst.
Bild: Aleksander Perkovic
22/56
Die 50er-Jahre sind vorbei, Schnörkel, Flossen und Chrom-Lametta passé. Der Alfa zeigt, wo es jetzt langgeht: Nüchtern, straff, harmonisch und funktional sind die Autos im Stil der neuen Zeit.
Bild: Aleksander Perkovic
23/56
Die Coupés von den Zeichenbrettern Giorgio Giugiaros sind die wohl zeitlosesten und schönsten Entwürfe dieser Epoche – Alfa Romeo war auf der Höhe der Zeit.
Bild: Aleksander Perkovic
24/56
Unter der Haube mit der charakteristischen Nase steckt der bekannte Doppelnocker des Hauses. Der debütierte schon 1953 in der Giulietta und zählt zehn Jahre später noch immer zu den besten Vierzylindern der Welt.
Bild: Aleksander Perkovic
25/56
11.700 Mark kostet der Junior, also etwa so viel wie zwei VW 1200. Oder rund 4000 Mark weniger als der große Bruder Sprint GT. Schneller als die untermotorisierten deutschen Coupés vom Schlage eines Karmann-Ghia ist man auch mit den 87 PS des GT 1300 Junior allemal.
Bild: Aleksander Perkovic
26/56
Sitze und Innenausstattung fallen beim Junior deutlich spartanischer aus als beim Sprint GT. Im Bild der ergonomische Fahrerplatz, typisch für die 60er-Jahre: kleines Lenkrad, optimal platzierter Schalthebel und großer Drehzahlmesser.
Bild: Aleksander Perkovic
27/56
So schlicht und schön kann ein Motor sein: Luftfilter, zwei Nockenwellen und ein Leichtmetallkopf mit zentral zwischen Ein- und Auslassventilen platzierten Zündkerzen. Drehzahlorgien untermalt der Doppelnocker mit seinem unverwechselbar schnarrenden Auspuffkonzert.
Bild: Aleksander Perkovic
28/56
Mit der "Neuen Klasse " kehrt in den 60er-Jahren neues Klassen-Bewusstsein bei BMW ein. Die sportliche Viertürer-Familie bingt die Bayern zurück auf die Überholspur. Gegen Ende sogar mit Einspritzung, beim Topmodell BMW 2000ii.
Bild: Werk
29/56
Auf der IAA 1961 ist die "Neue Klasse" die große Sensation. Die gelungene Limousine im Michelotti-Dress begründet das Fahrzeugsegment der sportlich-dynamischen Mittelklasse-Limousine und gilt daher als Urahn der 5er-Reihe.
Bild: Werk
30/56
Die umlaufende Linie übernahm Michelotti von Chevrolets Corvair. Das Neue-Klasse-Design dient später auch als Vorlage für die kleinere 02-Baureihe. Der 2000 bleibt die einzige BMW-Limousine mit Rechteck-Scheinwerfern.
Bild: Werk
31/56
1969 das Finale, ein letztes Mal wird die Neue Klasse ihrem Namen gerecht: mit dem ersten Einspritzer von BMW, dem 2000 touring international injection, kurz tii. Nur ein zweites kleines i macht auf das Wunderwerk der mechanischen Kugelfischer-Einspritzung aufmerksam.
Bild: Werk
32/56
Gediegen, aber karg möbliert ging das Topmodell in den Endspurt seiner Laufbahn. BMW spendiert dem Fahrer einen Drehzahlmesser, mehr Luxus gibt's nicht. Einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in elf Sekunden und 185 km/h Spitze stehen null Glanz und Glamour gegenüber.
Bild: Werk
33/56
Der Zweiliter überzeugt schon in der 100 PS starken Vergaser-Version als agiles Aggregat. Die entscheidenden 30 PS Mehrleistung lässt sich BMW teuer bezahlen: 14.290 D-Mark kostet der BMW 2000tii.
Bild: Werk
34/56
1966 erklärt Porsche das Thema Cabrio für beendet – mit dem Reißverschluss-Konzept namens Targa. Nach ihm wird noch heute eine ganze Fahrzeuggattung benannt. "Targa" heißt nicht nur das neue Auto, dahinter steht eine neue Idee!
Bild: Volker Corell
35/56
Warum nicht gleich ein richtiges Cabrio oder besser noch einen Speedster? Und weshalb dieser Bügel? Der Targa sei, antwortet Porsche, ein Auto mit zwei Funktionen. Offen wie ein Cabrio, sicher wie ein Coupé. Ein "Sicherheits-Cabriolet".
Bild: Volker Corell
36/56
Der Bügel gibt der weichen Karosserie Stabilität und schützte die Insassen, Targa-Dach und Heckfenster ermöglichen unterschiedliche Frischluft-Stufen. Tempo 200, Schatten über dem Kopf und den Fahrtwind im Nacken! Wo gibt es denn etwas Vergleichbares?
Bild: Volker Corell
37/56
Nur die Faltfenster-Konstruktion machen sich bald unbeliebt: Der Reißverschluss ist fummelig, der Ausbau inklusive Targa-Dach kostet Zeit und Nerven, und bei Kälte zieht sich der Kunststoff zusammen. Unter 15 Grad nicht öffnen, so die Empfehlung des Herstellers. Zum Modelljahr 1970 wird das Faltfenster gestrichen.
Bild: Volker Corell
38/56
Nackt und natürlich: Der karge Innenraum, das Holzlenkrad und die Uhren mit grünen Ziffern erinnern noch an den vierzylindrigen Vorgänger vom Typ 356.
Bild: Volker Corell
39/56
Der Zweiliter-S-Motor, zu erkennen am roten "Luftleitblech" aus GFK, liefert hochtourige 160 PS an die Hinterräder. Das reicht für 7,6 Sekunden von 0-100 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. 1966 ist der Porsche 911 S Deutschlands schnellster Sportwagen.
Bild: Volker Corell
40/56
Schon der einfache Mini verblüfft die Welt. Aber erst 1961 dreht er richtig auf: Eine Drei-Meter-Schachtel namens Mini Cooper begeistert die Sportfahrer. Und ab 1964 lehrt der Cooper 1275 S etablierte Sportwagen das Fürchten.
Bild: Bernd Hanselmann
41/56
Der Mini Cooper S demokratisiert Geschwindigkeit. Jetzt kacheln auch weniger Begüterte mindestens genauso zügig über Land wie die Besitzenden in ihren Sportwagen und PS-starken Limousinen. Im Bild der Cooper S im Morris-Design. Es gibt ihn auch als Austin.
Bild: Bernd Hanselmann
42/56
Englische Polizisten heben mahnend ihre Zeigefinger – das Auto würde einer zügellosen Fahrweise Vorschub leisten. Und auf den Rallyepfaden und Rennpisten räumen die Giftzwerge auf ihren lächerlichen Zehn-Zoll-Rädern die Pokale ab.
Bild: Bernd Hanselmann
43/56
Gib ihm eine kurvenreiche Strecke, und der alte Cooper S fährt Kreise um alles, was kreucht und fleucht. Das immer wieder gern missbrauchte Klischee vom Gokart-Feeling, hier hat es seinen Ursprung.
Bild: Bernd Hanselmann
44/56
In diesem winzigen Auto herrscht gespenstische Weiträumigkeit, dank extremer Raumökonomie und platzsparender Möblierung. Ein Cooper S der ersten Generation, hier im zeitgenössischen Rallye-Outfit: Holzlenkrad, verlängerte Kippschalter, Tripmaster (links im Cockpit) für präzise Streckenmessungen.
Bild: Bernd Hanselmann
45/56
Unter der Haube drangvolle Enge: Zur Mini-üblichen Technik kommen noch ein zweiter Vergaser sowie ein Bremskraftverstärker. Aus 1275 Kubikzentimeter Hubraum holt der kleine Vierzylinder 77 PS. Der Halogen-Christbaum am Bug räumt bei Bedarf die Fahrbahn frei.
Bild: Bernd Hanselmann
46/56
Triumph TR4: Bloß ein Zweiliter-Vierzylinder mit 100 PS, ja und? Der britische Roadster im italienischen Michelotti-Kleid hatte schon in den 60ern Stil, bot reichlich Fahrspaß und war für 70.000 Fans erschwinglich. Das zählt – noch heute.
Bild: Werk
47/56
Hubraum statt Spoiler: Dodge Charger R/T heißt die brutale Topversion des ohnehin heißen Muscle-Cars. Das steht für Road/Track, dieser Charger gibt also mit seinem 7,2-Liter-Big-Block (380 PS) den Straßenfeger oder die Pistensau. Tja, Sprit kostet in den USA 1968 fast nichts.
Bild: Werk
48/56
Chevrolets spektakuläre Corvette Sting Ray zählt 1962 zu den zornigsten Sportlern der Welt. Kenner wählen – wennschon, dennschon – ab 1966 den Siebenliter-V8, der den "Stachelrochen" mit 435 PS auf gut 270 km/h katapultiert. Dazu passt das Jahrhundert-Design mit der charakteristischen geteilten Heckscheibe.
Bild: Andreas Lindlahr
49/56
Schon Fords Ur-Mustang kann richtig böse sein: Ein 4,7-Liter-V8 mit 275 PS befeuert die Topversion. Ganz nett, aber ausbaufähig, befindet Renn-Spezialist Carroll Shelby und züchtet den Hengst zum Shelby GT350, einem Renn-Mustang mit 306 PS.
Bild: Werk
50/56
Mit dem Cosmo 110S im zeitgeistigen Space-Design beginnt bei Mazda 1967 die Ära des Wankelmotors – in diesem Fall ein solider Zweischeiben-Typ mit 110 PS, gut für 185 km/h Spitze. Sehr schade, dass das Sportcoupé nie nach Europa findet.
Bild: Werk
51/56
007 hat ihn weltberühmt gemacht, und bis heute gilt der Aston Martin DB5 als das James-Bond-Auto schlechthin. Der italienisch-elegante Aston ist aber mit seinem 286 PS starken Vierliter-Reihensechser (Spitze: 250 km/h) auch ohne Agenten-Hightech ein Sportcoupé der Superlative.
Bild: Stefan Lindloff
52/56
V8-Coupés sind für deutsche Privat-Rennsportler 1965 nicht erreichbar, wohl aber die heißen NSU 1000 TT oder besser TTS, deren Einliter-Heckmotor den knapp 700 Kilogramm leichten Flitzer mit 55 bzw. 70 PS beflügelt. Der Golf GTI der 1960er-Jahre – immer noch ein Spaß!
Bild: Wolfgang Gröger-Meier
53/56
Der Familien-Kleinwagen Renault 8 im Schuhkarton-Design mutiert 1964 durch Einpflanzen des Gordini-Motors mit fetten 78, später 88 PS zur knackigen Rennkiste mit 175 km/h Spitze – des Franzosen liebstes Spaß- und Rallyeauto.
Bild: Werk
54/56
Maserati Quattroporte: Der Raum-Gleiter mit dem bescheiden-sachlichen Namen "Viertürer" versteckt unter seinem eleganten Frua-Dress einen 4,7-Liter-Brutalo-V8 mit 300 PS. Mit rund 240 km/h Spitze gilt der Familien-Sportler bis 1968 als schnellste Serienlimousine der Welt.
Bild: Werk
55/56
Zum Preis eines Einfamilienhauses (50.000 Mark) gibt es 1962 auch einen Ferrari 250 GT Lusso. Der ist deutlich schneller (240 km/h), stärker (V12 mit 250 PS), eleganter und viel cooler als die biedere Hütte.
Bild: Werk
56/56
Jean Rédélés Meisterwerk: Die kleine Alpine A110 mit Renault-Motor wiegt keine 600 Kilogramm. Daher genügen dem "französischen Porsche" 48 bis 140 PS (je nach Baujahr) für 17 siegreiche Jahre als Rallye-Pistensau und puren Fahrspaß ohne lästigen Komfort.