Bin ich noch fahrtüchtig? AUTO BILD hat Alkoholtester für Zuhause geprüft – manche Geräte liefern bedenkliche Werte und könnten den Führerschein kosten. Unser Test zeigt, welche Modelle wirklich zuverlässig messen.
Die exakte Messung des Atemalkohols ist alles andere als einfach. Schon 2022 hat Dräger, einer der weltweit führenden Anbieter aus Lübeck, gemeinsam mit AUTO BILD verschiedene Alkoholtester mit klarem Fokus auf die Messgenauigkeit untersucht. Relevant ist das Thema bis heute, denn die Frage „Haben Sie etwas getrunken?“ gehört zu den gefürchtetsten, die ein Polizist Autofahrern stellen kann.
In Deutschland gilt seit 2001 die 0,5-Promillegrenze, zuvor waren es 0,8. Doch was heißt das in der Praxis? Eine Flasche Bier, zwei Gläser Wein: geht das noch oder ist der Führerschein schon in Gefahr? Fakt ist: Pauschale Regeln gibt es nicht. Alter, Gewicht, Trinkmenge und Zeitabstand machen den Unterschied. Wer sicher gehen will, kann nur selbst messen. Alkoholtester gibt es schon ab 16 Euro und AUTO BILD hat davon in Kooperation mit Dräger acht Modelle geprüft. Das Ergebnis: teils erschreckend ungenau!
Das Wichtigste in Kürze
Messgenauigkeit entscheidet: Atemalkohol lässt sich nur mit hochwertigen Geräten zuverlässig bestimmen. Billig-Tester taugen als Party-Gag.
Große Unterschiede: Im Test schnitten wenige Geräte wirklich gut ab. Viele zeigten gefährlich ungenaue Werte – teils mit null Punkten in der Genauigkeit.
Technik-Tipp: Präzise Tester arbeiten mit elektrochemischem Sensor, günstige Halbleiter-Modelle liefern meist unzuverlässige Ergebnisse.
Sicherheitsaspekt: Unterschätzte Werte können Führerschein oder Versicherungsschutz kosten. Im Zweifel aufs Autofahren verzichten.
Testsieger & Preis-Leistungs-Sieger des AUTO BILD Alkoholtester-Test: ACE AF 33
Sehr hohe Messgenauigkeit und gute Ausstattung bringen den Testsieg für den ACE AF 33. Der obendrein faire Preis bedeutet gleichzeitig bestes Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch die Anwendungsfreundlichkeit lässt keine Wünsche offen. Einzig bei der Anleitung dürfte das Gerät von ACE noch etwas ausführlicher sein. Der ACE AF 33 wird außerdem auch Preis-Leistungs-Sieger. Für rund 90 Euro liefert er exakte Messergebnisse und taugt bestens für eine effektive Selbstkontrolle. Messtechnisch auf dem gleichen Niveau bewegt sich der Trendmedic. Allerdings ist er neun Euro teurer.
So hat AUTO BILD getestet
Im Testlabor: Das Analysegerät simuliert eine menschliche Lunge, aus der Luft mit einem Atemalkoholwert von 0,84 Promille strömt.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Wichtigstes Testkriterium war die Messgenauigkeit, die an einem Nass-Gas-Analysegerät im Dräger-Labor durchgeführt wurde. Diese Apparatur simuliert eine menschliche Lunge, aus der Luft mit einem Atemalkoholwert von 0,84 Promille in den jeweiligen Testkandidaten strömt. Zentrale Frage: Wie stark weicht der Mess- vom Referenzwert ab? Bei zu starker Differenz gab's null Punkte. Zusätzlich wurde jedes Gerät einer Praxisanwendung mit menschlicher Atemluft unterzogen: Der Testproband sprühte vor jeder Messung ein alkoholhaltiges Spray in den Rachen, um Mundrestalkohohl zu simulieren. Anschließend wurden die Werte untereinander verglichen.
Alkotester ACE AF 33 im Einsatz: Unser Testsieger zeichnet sich durch hohe Messgenauigkeit, gute Ausstattung und Anwendungsfreundlichkeit aus. Auch der Preis stimmt.
Bild: Daniel Ewen/AUTO BILD
Bewertungen zu Gerätequalität, Lieferumfang und Bedienung rundeten den Labortest ab. Außerdem untersuchte das Testteam jedes Gerät in einem Alltagstest nach dem Konsum verschiedener Alkoholika (Bier, Wein, Schnaps). Auch hier lieferte der Vergleich der gemessenen Werte wichtige Anhaltspunkte über Messgenauigkeit, Anwendung und Eigenarten der Testkandidaten.
Die Testergebnisse im Überblick
Der Ascozy VK-Tester 2 verfügt über kein Mundstück. Hier wird mit etwas Abstand in eine Öffnung gepustet. Ungenaue Messergebnisse sind die Folge.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Zwei Mal sehr gut, zwei Mal befriedigend und vier Mal mangelhaft – dieses Testergebnis macht die Wahl eines Alkoholtesters einfach. Wer ein genaues Prüfgerät zur Selbstkontrolle sucht, kommt an den beiden Geräten von ACE und Trendmedic nicht vorbei. Nur sie liefern so exakte Ergebnisse, dass sie zuverlässig die Fahrtüchtigkeit mittels Atemalkohol-Analyse anzeigen. Finger weg von jenen Produkten, die wir bei der Messgenauigkeit mit null Punkten bedacht haben. Sie taugen nur als Partygag.
Der BacTrack C8 hat nicht nur ein kleines Display, er kann auch über eine App mit dem Smartphone verbunden werden. Dort werden zusätzliche Informationen gezeigt.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Alkoholtester im AUTO BILD-Test – alle Ergebnisse im Detail
Alkoholtester im AUTO BILD-Test – alle Ergebnisse im Detail
AUTO BILD hat acht Alkoholtester unter die Lupe genommen. Als Referenz wurde das Profi-Gerät der Firma Dräger verwendet.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Eine gute Nachricht: Wer ein zuverlässiges Testgerät für Jackentasche oder Handschuhfach sucht, muss nicht zwingend über 100 Euro investieren. Genauso gilt aber auch: Finger weg von Billiggeräten. Sie taugen nur als Partygag, nicht zur seriösen Fahrtüchtigkeitsanalyse. Gute Geräte arbeiten mit einem elektrochemischen Sensor. Günstige Alkohol-Tester, die nur über einen Halbleiter als Sensor verfügen, funktionieren viel ungenauer und sind eher "Schätzeisen" als ein Prüfinstrumente.
Gefährlich wird's, wenn Alk-Tester zu wenig Promille anzeigen wie bei Kungfuren und Memonotry. Das kann Unfälle verursachen oder den Führerschein kosten. Problem ist oft die lange Lagerung der Geräte, dadurch werden sie ungenauer. Für gute Geräte gibt es deshalb einen Eichservice. Im Zweifel, also schon bei leichten Promille-Werten, lieber Hände weg vom Lenkrad. Selbst im legalen Bereich kann Alkoholkonsum schwere Konsequenzen haben. Bei nicht selbstverschuldeten Unfällen laufen auch nur schwach alkoholisierte Fahrer Gefahr, eine Mitschuld zu bekommen.
Die Firma Dräger bietet mit dem Alcotest 4000 ein eigenes Testgerät für knapp 400 Euro an. Das ist deutlich teurer als die getesteten Normalgeräte, liefert dafür aber auch die exaktesten Werte. Das belegen die Ergebnisse beeindruckend, denn wir haben den Alcotest 4000 außer Konkurrenz mitgetestet. Großes Display, hochwertige Verarbeitung und sehr gute Handhabung machen den Dräger-Tester zu einem echten Profigerät. Außerdem bietet Dräger einen Eichservice an, um das Gerät stets maximal messgenau zu halten. Denn lange Lagerung schadet den Prüfern und führt zu Ungenauigkeiten.
Häufige Fragen zu Alkoholtestern
Was ist ein Alkoholtester?
Ein Alkoholtester ist ein Messgerät, dass mit einem eingebauten Sensor den Atemalkohol aus der Luft der Lunge analysiert. Dazu muss der Proband über einige Sekunden kontinuierlich in das Testgerät pusten. Die Messwerte werden als Ziffern oder mittels LED angezeigt. Zusätzlich gibt es bei einigen Geräten akustische Warnungen.
Wie funktioniert ein Alkoholtester?
Höherwertige Geräte verfügen über einen elektrochemischen Sensor, der in der Lage ist, genaue Werte auszugeben. Weniger teure Alkoholtester messen den Atemalkohol mittels eines Halbleiters. Egal um welchen Gerätetyp es sich handelt, es benötigt in jedem Fall eine Stromversorgung durch Batterien.
Wie genau sind private Alkoholtester?
Gute Testgeräte wie der Dräger Alcotest 4000 oder auch der ACE AF-33 oder der Trendmedic TM-2000 liefern sehr genaue Werte. Ein Problem bei Alkoholtestern ist, dass lange gelagerte beziehungsweise überlagerte Geräte in ihrer Messgenauigkeit stark abnehmen. Für höherwertige Geräte gibt es darum einen Eichservice.
Welche Alkoholtester sind die besten?
Eines der wohl besten Testgeräte am Markt ist der Alcotest 4000 der Firma Dräger. Das Gerät kostet knapp 400 Euro. In der Preisklasse bis 160 Euro wurde im AUTO BILD-Test der Promilletester AF-33 von ACE Testsieger (Preis: 89,99 Euro). Ebenfalls mit "sehr gut" bewertet wurde das Prüfgerät TM-2000 von Trendmedic (Preis: 99 Euro).
Was für Alkoholtester benutzt die Polizei?
Auf deutschen Polizeiwachen stehen ausnahmslos Geräte der Firma Dräger. Die stationären Prüfer messen nicht nur die Atemalkoholwerte, sondern dokumentieren auch schriftlich Uhrzeiten und Rahmenbedingungen. Bundesweit gibt es rund 2000 dieser Profi-Messstationen. Für den mobilen Einsatz in den Streifenwagen werden ebenfalls Geräte von Dräger benutzt.