Mobile Kfz-Starthilfegeräte im Test
Die Retter in der Not: Starthilfegeräte mit Powerbank
Ist die Autobatterie leer, geht nichts mehr. Kompakte Batterie-Booster versprechen schnelle Starthilfe ohne fremdes Fahrzeug. AUTO BILD hat mobile Starthilfegeräte im Taschenformat getestet.
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1.
Dino
Kraftpaket
1,4
sehr gut
- besonders hochwertig verarbeitet
- besonders viel Zubehör
- beste Leistung im Labor-Test
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Dreht der Anlasser nicht mehr durch und es bleibt beim müden Klicken, ist meist die Batterie leer. Moderne Batterie-Booster versprechen schnelle Hilfe ohne fremdes Auto oder Starthilfekabel. Die kompakten Geräte liefern genug Power für den Motorstart, dienen oft als Powerbank fürs Smartphone und bringen eine integrierte Taschenlampe mit. Doch wie zuverlässig sind die Mini-Starthilfegeräte wirklich? AUTO BILD hat verschiedene Modelle getestet und zeigt, welche Booster im Ernstfall überzeugen.
Das Wichtigste in Kürze
- Einsatz: Mobile Starthilfegeräte ersetzen Kabel und Spenderauto – sie starten Motoren direkt und unabhängig.
- Funktionen: Neben Starthilfe dienen sie als Powerbank fürs Handy und als Taschenlampe mit Zusatzmodi.
- Testergebnisse: Unterschiede zeigen sich vor allem bei Startstrom, Ausdauer bei Kälte und Sicherheitsfeatures.
- Vorab: Kompakte Booster sind praktische Alleskönner und lohnen sich für Autofahrer, Oldtimer- und Bootbesitzer gleichermaßen.
Der erstplatzierte mobile Booster macht seinem Namen alle Ehre. Ein Kraftpaket, das tatsächlich eins ist: Mit über 6200mAh Energie-Kapazität ist es der stärkste Kandidat im Test und hilft selbst großen Aggregaten von Transport- und Nutzfahrzeugen wieder auf die Beine. Und ist dabei mit einem Gewicht von weniger als 900g im betriebsbereiten Zustand unwahrscheinlich leicht.
In jeder Testkategorie überzeugt es mit guten oder sehr guten Leistungen. Im Labortest messen wir, ob bei Raum- oder Minustemperaturen, einen ausdauernden Startstrom. Auch alle Sicherheitstests – zum Funkenschutz, Verpolungsschutz und Kurzschlussfestigkeit – besteht es. Lediglich ein konsequenterer manueller Modus wäre wünschenswert, an den Klemmen liegt bei dieser Einstellung nur für etwa 30 Sekunden Spannung an.
Keine Wünsche offen lässt die sehr gute Nutzbarkeit und Verarbeitung des Geräts und der Polklemmen. Der üppige Lieferumfang mit verschiedenen Adaptern, einer hochwertigen Aufbewahrungsmappe, Ladezubehör und einem Netzadapter macht das Dino Kraftpaket zum empfehlenswerten Testsieger des AUTO BILD Starthilfegeräte-Tests.
Der Jump Starter 1200 von Topdon ist nicht nur preiswert, sondern eine echte Alternative zu höherpreisigen Starthilfegeräten. Mit einer sehr guten Verarbeitung und Bedienbarkeit und guten Ergebnissen im Labor-Test erreicht der Preis-Leistungs-Sieger die Note 2,0. Bemerkenswert ist die mit über über 3200mAh großzügig gestaltete Akku-Kapazität – enttäuschend hingegen, dass der Startstrom bei normalen Temperaturen nur etwa drei einhalb Sekunden anliegt. Bei höheren Minusgeraden ist schon nach zwei Sekunden Schluss.
Der manuelle Modus liefert eine halbe Minute lang zuverlässig Saft. Eine zuverlässige Powerbank mit großem Akku, die das Auto überbrücken, als Arbeitslampe fungieren und Kleingeräte laden kann, muss, wie Topdon in diesem Test mit dem JS1200 beweist, keine große Investition sein.
Hersteller bewerben ihre Starthilfe-Powerbanks mit horrenden Leistungsdaten und Startströmen. Im AUTO BILD Test untersuchen wir mit verschiedenen Mess- und Testmethoden, welche Geräte bei einer Panne wirklich helfen und welche ihr Versprechen nicht einlösen können.

Bild: AUTO BILD/Leon Stoessinger
Zunächst wurden im Testlabor das Durchhaltevermögen bei einem Startstrom mit 300A (in Anlehnung an EN-Norm) und einer Umgebungstemperatur von 20°C gemessen. Und weil die Energiespeicher der Vierreifer häufig vor allem in den kalten Jahreszeiten in einen (oft auch endgültigen) Winterschlaf fallen, haben wir den Test in einer Kältebox mit -12°C wiederholt.

Bild: AUTO BILD/Leon Stoessinger
Bei tiefenentladenen oder kaputten Autobatterien kann es passieren, dass sie von den mikroprozessorgesteuerten Boostern nicht erkannt werden. Um das Auto dann trotzdem starten zu können, sollte der Starthelfer unbedingt über einen manuellen Modus verfügen. Ob und wie gut das bei den Test-Kandidaten umgesetzt ist, haben wir genau untersucht. Im letzten Teil des Leistungstests haben wir außerdem die entnehmbare Energiemenge ermittelt und die Sicherheitsfeatures überprüft.

Bild: AUTO BILD/Leon Stoessinger
Im Praxistest haben wir die Inbetriebnahme bewertet, indem wir das Gewicht (Startbereit, inkl. Polklemmen), die Aufwendigkeit der Ersteinrichtung, und die Bedienungsanleitung und Sicherheitshinweise geprüft haben. Hier gibt es für alle Kandidaten ein "sehr gut". Weiter haben wir uns darauf konzentriert, die Nutzbarkeit der Starthilfegeräte zu bewerten. Dafür haben wir die Länge der Polklemmen und die Startzeit gemessen, festgehalten, ob eine Transporttasche mitgeliefert ist und Bedienung und Verarbeitung von Gerät und Polklemmen bewertet.

Alles dabei: Das Kraftpaket von Dino wird mit allen möglichen Adaptern und einem Netzstecker in einer hochwertigen Aufbewahrungsmappe geliefert.
Bild: AUTO BILD/Leon Stoessinger
Zum Schluss haben wir noch die Ausstattung und die Funktionen beurteilt.
Mobile Starthilfegeräte im Vergleich
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Mit der Note 1,4 (sehr gut) hat sich das Dino Kraftpaket als besonders brauchbar bewiesen. Die größte Akku-Kapazität und die besten Leistungswerte im Labortest in Verbindung mit der besten Ausstattung und einer sehr guten Nutzbarkeit macht das Kraftpaket – gleichermaßen für Privatpersonen und Werkstätten – zum idealen Problemlöser bei Engpässen mit der elektrischen Energie im Bordnetz. Auch bei Minusgraden versorgt der Booster von Dino zuverlässig auch energiehungrige Anlasser größerer Benzin- und Dieselmotoren mit Strom.

Autark und komfortabel: Mehr als das kompakte Gerät braucht es nicht zum Überbrücken.
Bild: AUTO BILD/Leon Stoessinger
Ein Blick auf die anderen Testergebnisse zeigt, dass auch die anderen Modelle (mit Ausnahme des Nexpows) ihre Sache "gut" machen. Die Inbetriebnahme und die Nutzbarkeit aller getesteten Starthilfe-Powerbanks ähnelt sich stark. Außer Hulkman und Nexpow, die keine Transport- oder Aufbewahrungstasche mitliefern, gibt es keine Hersteller, die in diesen Testkapiteln Defizite haben. Eine nennenswerte Erwärmung der Geräte während der Leistungstests im Labor haben wir übrigens bei keinem Modell feststellen können.
Ein ähnlicher Trend setzt sich in der Ausstattung und den Funktionen fort: Alle Geräte haben eine integrierte Ladestandsanzeige, USB-Ladebuchsen und Taschenlampe, werden mit Ladezubehör geliefert und unterstützen jede gewöhnliche PKW-Batterie. Punkte für alle gibts außerdem für die tadellosen Sicherheitsfunktionen. Lkw mit einem 24V System oder Oldtimer mit 6V Systemen können nicht versorgt werden. Dino tut sich mit einem enthaltenen Netzteil und Hulkman mit einem sehr gut ablesbaren Display hervor.

Mehr als eine Spielerei: Die integrierte Lampe hilft nicht nur, die Batteriepole im dunkeln finden zu können, sondern kann auch als Taschenlampen-Ersatz dienen.
Bild: AUTO BILD/Leon Stoessinger
Wesentliche Unterschiede finden sich vor allem in den Ergebnissen des Leistungstests unseres Labors. Besonders hat uns erstaunt, dass bei einer normalen Umgebungstemperatur von 20°C nur das Kraftpaket von Dino und der Boost Plus GB40 von Noco in der Lage sind, 300 Ampere Startstrom für fünf Sekunden (beim Noco über zehn Sekunden) zu liefern; bei den anderen Kandidaten bricht der Startstrom schon nach wenigen Sekunden ab. Bei -12°C liefern nur Dino und Osram gute Ergebnisse.

Alle Geräte werden startfertig gewogen. Wer einen großen Akku wählt, muss ein erhöhtes Gewicht in Kauf nehmen.
Bild: AUTO BILD/Leon Stoessinger
Den letzten Platz belegt die Starthilfe Powerbank von Nexpow, die zwar mit guter Nutzbarkeit und Ausstattung, nicht aber mit Leistung glänzen kann. Bei normalen Temperaturen ist die Leistung schwach (Abbruch des Startstroms nach 2,5 Sekunden) und bei der Messung bei 20°C versagt das Gerät bereits nach einer Sekunde. Immerhin: Mit einer hohen Akku-Kapazität und einer guten Ausstattung und Verarbeitung schafft das schwächste Gerät noch eine Gesamtnote von 2,5 (befriedigend).
Die hoch mobilen Starthilfegeräte sind echte Alleskönner. Ihre Hauptaufgabe, müden Autos – oder vielmehr ihren Batterien – wieder Leben einzuhauchen, meistern sie (mehrheitlich) mit Bravour; unabhängig, schneller und stressfreier als das mit Überbrückungskabeln und Spenderfahrzeug geht. Hervorgetan haben sich besonders die Hersteller Dino, Noco und Osram mit ihren ausdauernden Startstrom-Leistungen.

Bild: AUTO BILD/Leon Stoessinger
Doch die erste Hilfe im Pannenfall ist nicht alles, was die Energiebündel können: Die helle LED-Lampe dient als Taschenlampen-Ersatz und hat weitere Funktionen wie einen SOS- oder Blinkmodus. Mit den USB-Ausgängen können außerdem Handys und andere Geräte auch unterwegs mit Energie versorgt werden – weil die Polklemmen von allen Geräten abnehmbar sind, können sie dazu wie eine herkömmliche, kompakte Powerbank benutzt werden.
Die Geräte sind nicht nur für Autofahrer eine sinnvolle Investition, um etwa auf längeren Reisen abgesichert zu sein, sondern auch für Fahrer von Oldtimern, deren Fahrzeuge nach einer längeren Standzeit nicht selten Starthilfe benötigen und auch für Bootseigner.
Alles Wissenswerte zu Starthilfegeräten
Welches ist das beste mobile Starthilfegerät?
Im AUTO BILD Starthilfegeräte Test ist das Kraftpaket 12V-600A von Dino wegen der sehr guten Leistungen Testsieger geworden. Die Akku-Kapazität ist wesentlich höher als die der anderen getesteten Geräte, der Startstrom bei gemäßigten und kalten Temperaturen zuverlässig stark und das mitgelieferte Zubehör sehr umfangreich.
Wie viel darf ein mobiles Starthilfegerät kosten?
Die Kosten für ein mobiles Starthilfegerät hängen richten sich nach dem individuellen Anspruch an das Gerät. Werden besonders hohe Energiereserven benötigt und Wert auf zusätzliche Ausstattung gelegt, werden für Top-Geräte, wie etwa das Kraftpaket 12V-600A von Dino, 150 bis 200€ fällig. Günstigere aber ebenfalls leistungsfähige Geräte, wie den Testsieger JS1200 von Topdon, gibt es bereits für etwa 70€.
Wer braucht ein mobiles Starthilfegerät?
Für Autofahrer, Reisende, Bootsfahrer aber auch für Werkstätten oder für die Fuhrpark-Erhaltung sind mobile Starthilfegeräte eine sinnvolle Investition.
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