Motorrad-Tankrucksäcke im Test
Wie gut halten Tankrucksäcke mit Magnetbefestigung?
Praktisch, schnell montiert und ideal für unterwegs: Magnet-Tankrucksäcke sind eine unkomplizierteste Art, Gepäck auf dem Motorrad zu transportieren. Doch wie alltagstauglich sind sie wirklich? AUTO BILD hat acht Modelle getestet – mit spannenden Ergebnissen.
- Dirk Mangartz
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1.
SW-Motech
Legend Gear LT1
1,7
gut
- sehr hochwertige Verarbeitung
- Sicherheitshinweise vorhanden
- hohes Preisniveau
- überschaubare Ausstattung

2.
Shad
SL 12
1,9
gut
- sehr hochwertig verarbeitet
- Universaltalent
- relativ hohes Preisniveau
- keine Sicherheitshinweise

3.
Held
Carry II
2,0
gut
- geeignet für viel Gepäck
- Sicherheitshinweise vorhanden
- Hält vor allem im vorderen Bereich nicht fest genug am Motorrad

4.
Givi
EA138
2,5
befriedigend
- wasserdicht mit Überzug
- Lackschutz dank Antirutsch-Überzug
- etwas schwache Magnete
- keine Sicherheitshinweise vorhanden
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, braucht Stauraum für Handy, Karten oder Regenjacke. Neben Koffern und Hecktaschen bietet sich auch der Tank als Gepäckplatz an, zentral, leicht erreichbar und schwerpunktgünstig. Besonders praktisch sind Magnet-Tankrucksäcke: Sie benötigen keine Halterung, lassen sich zum Tanken einfach anheben und beim Parken bequem mitnehmen. Voraussetzung ist allerdings ein Stahltank, denn auf Alu oder Kunststoff haften die Magnete nicht.
AUTO BILD hat acht Modelle mit Volumen zwischen drei und 18 Litern getestet. Im Mittelpunkt standen Verarbeitung, Ausstattung, Nässeschutz und vor allem die Magnetkraft, also die Frage, wie sicher die Taschen bei Größe, Gewicht und Tempo am Motorrad halten.
Das Wichtigste in Kürze
- Verwendungszweck: Magnet-Tankrucksäcke bieten schnellen, sicheren Stauraum direkt auf dem Motorrad-Tank. Sie sind leicht anzubringen, zum Tanken abnehmbar und ideal für kleine Touren oder den Alltag.
- Testkriterien: Geprüft wurden Verarbeitung, Ausstattung, Magnetkraft, Witterungsschutz, Stabilität bei verschiedenen Geschwindigkeiten sowie Handhabung mit Handschuhen.
- Testerkenntnisse: Kleine und mittlere Taschen hielten sicher, große Modelle verrutschten bei Tempo. Unterschiede gab es bei Dichtigkeit, Reißverschlüssen und Materialqualität. Stabile Magnete und Regenhaube erwiesen sich als entscheidend für Alltagstauglichkeit.
- Kauf-Tipp: Wer häufig fährt, sollte auf starke Haftung, gute Verarbeitung und eine Regenhaube achten. Für kürzere Strecken genügt ein kompakter Tankrucksack mit stabilem Halt und einfachem Zugriff.
- Sicherheit: Beim Befestigen auf stabilen Stand achten, Hände vor eingeklemmten Fingern schützen und auf freie Sicht zum Tacho achten. Tasche immer fest verschließen, damit beim Fahren nichts verrutscht oder herabfällt.
Der Legend Gear LT1 von SW-Motech überzeugt durch edle Materialien, durchdachte Details und eine formstabile Verarbeitung. Mit seinem Retrolook und cleverem Magnetkonzept ist er die perfekte Wahl für Puristen mit Stilbewusstsein. Zwar könnte die Haftkraft der Magnete etwas stärker sein, doch Stabilität und Alltagstauglichkeit stimmen – vor allem bei mittlerem Tempo. Regen? Kein Problem mit der beiliegenden Haube. Der Testsieg geht verdient an dieses Premium-Paket mit Charakter.
Der Shad SL 12 sichert sich verdient den Titel Preis-Leistungs-Sieger. Trotz kompakter Maße punktet er mit starker Magnetbefestigung, durchdachter Ausstattung und einem überraschend robusten Wetterschutz. Selbst bei flotter Autobahnfahrt bleibt die Tasche bombenfest auf dem Tank. Das Touchscreen-Fenster funktioniert zuverlässig, und auch die Bedienung mit Handschuhen klappt problemlos.
Für unter 50 Euro bietet der SL 12 ein stimmiges Gesamtpaket für alle, die einen praktischen, unauffälligen Alltagsbegleiter suchen. Klare Empfehlung für preisbewusste Biker, die trotzdem keine Kompromisse bei Funktion und Haltbarkeit eingehen wollen.
Zum Start stand eine ausführliche Sichtprüfung auf dem Programm. Dabei nahmen wir alle acht Tankrucksäcke genau unter die Lupe: Welche Materialien wurden verwendet? Wie wirken Reißverschlüsse und Nähte? Und wie ist es um die allgemeine Verarbeitung bestellt? Auch die Ausstattung spielte eine zentrale Rolle. Wir haben notiert, ob optionale Riemen beiliegen, eine Regenhaube enthalten ist, Kabeldurchführungen vorhanden sind oder wie die Innenaufteilung gestaltet ist. Zusätzlich wurde geprüft, ob sich Reißverschlüsse auch mit Motorradhandschuhen bedienen lassen – und ob ein Smartphone-Display im Kartenfach gut ablesbar bleibt.

Um die Sitzfestigkeit zu prüfen, sind wir mit allen Modellen die gleiche Teststrecke gefahren – darunter auch eine Autobahn-Etappe.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Im nächsten Schritt folgte die Montage auf dem Tank einer BMW R nineT. Dabei wurde dokumentiert, wie der Befestigungsmechanismus funktioniert, wie der Erstkontakt mit dem Tank ausfällt und wie sich die Taschen im Stand und unter Belastung verhalten. Besonders interessiert hat uns, ob und wie sich Unterschiede beim Halt auf dem Motorrad zeigen – etwa bei verschiedenen Geschwindigkeiten oder bei unterschiedlich gefülltem Gepäck.

Je mehr, desto besser: Nur mit ausreichend starken Magneten hält der Rucksack auch bei höheren Geschwindigkeiten sicher auf dem Tank.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Ein weiterer Testpunkt war die Wasserbeständigkeit. Dafür wurden die Tankrucksäcke in zwei Durchgängen mit einem mittelstarken Wasserstrahl besprüht – zuerst frontal, dann seitlich im Winkel von etwa 30 Grad. In der ersten Testrunde verzichteten wir bewusst auf die Nutzung eventuell beiliegender Regenhauben, um die reine Dichtigkeit von Material und Nähten beurteilen zu können. Anschließend wurde der Wasserdruck erhöht, um eine starke Regenfahrt zu simulieren.

Feines, aber kleines Detail: Kabeldurchführung zum Laden des Handys.
Bild: Olaf Ittrich / AUTO BILD
Der Fokus lag auf praxisnahen Aspekten: Handhabung, Stabilität, Witterungsschutz und Funktion im Motorradalltag. Der Preis oder die Markenbekanntheit wird in unserem Test nicht bewertet.

Viele Taschen, viele Möglichkeiten – für durchdachte Nutzbarkeit gibt es Extrapunkte.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Im Vergleichstest der Magnet-Tankrucksäcke zeigten sich große Unterschiede in Verarbeitung, Ausstattung, Tankhaftung und Regenschutz. Vom ultrakompakten Navi-Halter bis zum vollwertigen Reiserucksack war alles vertreten – doch nur zwei Modelle konnten sich wirklich absetzen.
Testsieger ist der SW-Motech Legend Gear LT1. Er überzeugt mit überdurchschnittlicher Materialqualität, stabiler Verarbeitung und stilvollem Retrolook. Der formstabile Aufbau, die rutschhemmende Unterseite und durchdachte Features wie Kabeldurchlässe zeigen, wie viel Sorgfalt in diesem Modell steckt. Zwar könnte die Magnetkraft angesichts des Eigengewichts stärker sein, doch selbst bei hohem Tempo bleibt der LT1 stabil – und mit Regenhaube ist auch starker Niederschlag kein Problem. Die hohe Qualität hat ihren Preis, aber auch ihren Platz ganz oben auf dem Podest.

Der Preis-Leistungs-Sieger von Shad ist kompakt, praktisch und sehr preiswert.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der Shad SL 12 überzeugt trotz seiner kompakten Größe mit einer starken Magnethaftung, durchdachten Details und solidem Nässeschutz. Selbst bei zügiger Autobahnfahrt sitzt der Tankrucksack sicher auf dem Motorrad. Das sichtfreundliche Touchscreen-Fach arbeitet zuverlässig, und auch mit Handschuhen gelingt die Bedienung mühelos. Für unter 50 Euro liefert der SL 12 ein durchweg überzeugendes Gesamtpaket – ideal für alle, die einen praktischen, dezenten und funktionalen Begleiter für den Motorradalltag suchen.
Im breiten Mittelfeld tummeln sich mehrere Modelle mit individuellen Stärken. Der Held Carry II etwa glänzt mit satten 13 Litern Volumen, die sich auf bis zu 18 Liter erweitern lassen – ideal für Tourenfahrer. Die Verarbeitung ist solide, das Raumangebot großzügig, doch trotz sieben Magneten mangelt es an sicherem Halt bei hohem Tempo. Wer das im Blick behält, bekommt für unter 35 Euro ein echtes Stauraumwunder.

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Ähnlich vielseitig zeigt sich der moto-detail, der mit cleverem Innenleben, Kartenfach und Schlüsselkarabiner punktet. Seine Magnetbefestigung schwächelt jedoch – vor allem im vorderen Bereich fehlt Stabilität. Auch der Givi EA138 gefällt durch modernes Design und gute Alltagstauglichkeit, leidet aber unter schwacher Fixierung auf dem Tank und lässt ohne Regenhaube schnell Wasser durch.
Der Rockbros As-089 sorgt für gemischte Gefühle: Er ist der einzige Rucksack mit komplett wasserdichten Reißverschlüssen – da kommt selbst bei Starkregen nichts durch. Doch seine Haftung auf dem Tank ist unzureichend, was bei Fahrten über 100 km/h zum Problem wird. Wer eher gemütlich unterwegs ist, könnte mit ihm dennoch glücklich werden.

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Größenmäßig aus der Reihe tanzt der Louis Mini-Rucksack. Mit nur einem Liter Volumen ist er ein Spezialist für Smartphone, Navi oder etwas Kleinkram. Mehr passt wirklich nicht hinein. Dafür hält er überraschend sicher am Tank, lässt sich auch als Hüfttasche tragen und kostet unter 40 Euro. Für Minimalisten mit Technikfokus eine smarte Lösung.
Der Dracarys schließlich zeigt viel Potenzial, aber auch klare Schwächen: Trotz großem Volumen, klassischer Form und fairem Preis sorgt die schwache Magnetplatzierung auf verschiedenen Tankformen für zu viel Spiel. Selbst die Regenhaube kann den durchwachsenen Gesamteindruck nicht ganz retten.
Magnet-Tankrucksäcke sind die Schnellzugriffe unter den Motorrad-Gepäcklösungen: kein Gefummel, kein Umbau, einfach auf den Tank gesetzt – fertig. Ideal für Alltag und Kurztrip. Doch der Test zeigt: gute Idee ist nicht gleich gute Umsetzung. Vor allem bei größeren Modellen gerät das Magnetprinzip schnell ins Wanken – buchstäblich. Je schwerer die Tasche, desto eher hebt sie bei Tempo ab. Kleine und mittlere Taschen hingegen zeigen sich deutlich stabiler und alltagstauglicher.
Der SW-Motech Legend Gear LT1 punktet mit edler Verarbeitung, cleverem Design und stylischem Retrolook. Ein verdienter Testsieger! Der Shad SL 12 holt sich den Preis-Leistungs-Sieg: Er überzeugt mit starker Haftung, guter Ausstattung und solidem Nässeschutz, ein echter Geheimtipp für Puristen. Der Held Carry II wiederum bietet großzügiges Volumen durch seine Erweiterungsfunktion und eine hohe Alltagstauglichkeit, schwächelt jedoch bei der Haftung auf dem Tank – vor allem bei hoher Geschwindigkeit.
Am Ende gilt: Wer weiß, was er will – viel Platz, klassisches Design oder einfach nur eine Tasche fürs Handy – findet in diesem Testfeld garantiert das passende Modell. Nur eines sollte man im Blick behalten: Auch beim Tankrucksack zählt am Ende nicht nur das Volumen, sondern auch Halt, Funktion und Verarbeitung.
Die häufigsten Fragen zu Motorrad-Tankrucksäcken
Welcher ist der beste Tankrucksack?
Testsieger im AUTO BILD-Vergleich ist der SW-Motech Legend Gear LT3. Mit seinem edlen Retrodesign, hochwertigen Materialien und durchdachten Details richtet er sich an anspruchsvolle Fahrer, die nicht nur Funktion, sondern auch Stil suchen. Die Tasche überzeugt durch eine formstabile Bauweise, sinnvolle Ausstattung wie Kabeldurchführungen und eine rutschhemmende Unterseite. Zwar könnte die Magnetkraft etwas stärker sein, doch bei normaler Fahrt bleibt der LT3 stabil auf dem Tank – und dank der mitgelieferten Regenhaube auch bei schlechtem Wetter zuverlässig dicht.
Den Titel des Preis-Leistungs-Siegers holt sich der Shad SL 12. Trotz kompakter Maße bietet er eine starke Magnetbefestigung, robuste Verarbeitung und überraschend guten Nässeschutz. Selbst bei höherem Tempo sitzt er sicher, das Touchscreen-Fenster funktioniert einwandfrei, und auch die Bedienung mit Handschuhen bereitet keine Probleme. Für unter 60 Euro liefert der SL 12 ein rundes Gesamtpaket – ideal für alle, die einen praktischen, unauffälligen Tankrucksack für den Alltag suchen.
Ist ein Tankrucksack legal?
Ja, ein Tankrucksack ist grundsätzlich legal und zulässig im Straßenverkehr, solange bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Entscheidend ist, dass der Rucksack ordnungsgemäß befestigt ist und weder die Sicht noch die Lenkbarkeit des Motorrads beeinträchtigt. Bei Magnet-Tankrucksäcken bedeutet das: Die Tasche muss sicher auf einem Stahltank sitzen und darf sich bei Fahrtwind oder Vibrationen nicht lösen.
Zudem darf ein montierter Tankrucksack nicht übermäßig nach vorne aufragen, da er sonst im Falle einer Vollbremsung ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Auch der Zugang zu Armaturen, Zündschloss und Lenkeinschlag muss frei bleiben.
Bei modernen, gut konzipierten Modellen – wie denen im Test – ist das in der Regel der Fall. Wer zusätzlich auf eine sachgemäße Montage und eine dem Beladungszustand angepasste Fahrweise achtet, der kann den Tankrucksack völlig legal und sicher im Alltag nutzen.
Halten die Magnete auch bei hoher Geschwindigkeit?
Die meisten Magnet-Tankrucksäcke im Test bieten bei normaler Fahrt einen sicheren Halt, doch bei hohem Tempo zeigen sich deutliche Unterschiede – abhängig von Größe, Gewicht und Magnetverteilung. Kleine und mittlere Modelle wie der Shad SL 12 blieben selbst bei flotter Autobahnfahrt stabil. Größere Taschen wie der Held Carry II gerieten hingegen bei hohem Tempo ins Wanken, insbesondere wenn sie voll beladen waren.
Grundsätzlich gilt: Je schwerer die Tasche und je glatter oder gewölbter der Tank, desto eher kann sich die Haftung verschlechtern. Auch äußere Faktoren wie Vibrationen, Seitenwind oder schlechte Magnetplatzierung beeinflussen den Halt.
Für Touren mit dauerhaft hoher Geschwindigkeit empfiehlt es sich daher, auf Modelle mit besonders starken Magneten oder zusätzlicher Riemensicherung zu achten – oder bewusst kleinere, windschnittige Varianten zu wählen.
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