Dieses Gadget liefert E-Autos dringend benötigte Notfall-Reichweite
Liegenbleiben mit dem E-Auto? Eine Powerstation bringt die Rettung
Wer von seinem Verbrenner-Auto noch nicht auf Elektromobilität umgestiegen ist, zögert oft aus einem Grund: der Reichweite. Ähnlich wie ein Benzin-Reservekanister verhilft eine Powerstation an Bord zu der nötigen Notfall-Energie. Wir haben es ausprobiert.
- Michael Schmidt
- Julia Struck
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1.
1,2
sehr gut
- Erweiterbar bis 5 kWh
- Liefert dauerhaft 1800 Watt
- Lädt schnell auf
- Geringe Ladeverluste
- Viele Anschlüsse
- Kompaktes Design
- Taugt als Balkonkraftwerk-Speicher
- Steuerbar per App
- Keine Taschenlampenfunktion
- Kann Geräte nicht induktiv laden

2.
Anker
1,3
sehr gut
- Erweiterbarer Speicher
- Hohe und effiziente Solarladeleistung
- Viele Anschlüsse
- Hält Kapazitätsversprechen
- Etwas laut bei hoher Leistungsabgabe

3.
EcoFlow
1,3
sehr gut
- Erweiterbare Kapazität
- Nutzbar als Balkonkraftwerk-Speicher
- Mit guter Hersteller-App
- Große nutzbare Kapazität
- Akzeptables Gewicht im Verhältnis zur Kapazität
- Lädt schnell
- Ohne Transportrollen

4.
EcoFlow
1,3
sehr gut
- Handlich und wiegt nur 12 kg
- Nutzt Lithium-Eisen-Akku
- Lädt sich schnell auf
- Verträgt bis zu 500 W Solarleistung
- Vier Steckdosen
- Komfortable Anzeige, auch per App
- Kein Licht am Gerät
- Hörbare Lautstärkeentwicklung

5.
Anker
1,4
sehr gut
- Erweiterbar um Zusatzakkus
- Langlebiger Lithium-Eisen-Akku
- Lädt via Steckdose rasant auf
- Versorgt Geräte mit 2.300 Watt
- Anzeige über Display und App
- Schwer und groß
- Etwas teuer im Verhältnis zur Kapazität
- Geräuschentwicklung bei hoher Belastung

6.
Jackery
1,6
gut
- Leistungsstark
- Mit Transportrollen
- Lädt sehr schnell
- Verträgt hohe Solarmodulleistung
- Nicht für Balkonkraftwerk nutzbar
- Keine Lampenfunktion
- Weniger Kapazität als versprochen
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Unterwegs liegen bleiben ohne funktionierende Ladesäule – ein Albtraum, den niemand mit dem E-Auto erleben möchte. Und doch ist so eine Situation realistisch: Mal ist die angesteuerte Ladesäule defekt, im Winter reduziert sich die Batterieleistung schneller als gedacht oder die Restanzeige bei einem älteren Akku wird unzuverlässig. Da hilft auch keine noch so sorgfältige Planung der Ladestopps oder dass E-Auto-Hersteller eine kleine Sicherheitsreserve im Akku einplanen.
Ist der letzte Prozentpunkt verbraucht und das Fahrzeug steht, bleiben kaum noch Optionen. Statt ewig auf den Pannendienst zu warten oder Hilfe im Freundeskreis zu suchen, gibt es noch eine einfachere Lösung: den elektrischen Reservekanister. Ein mobiler Speicher, Powerstation genannt, liefert im Notfall Strom für ein paar entscheidende Kilometer – und sorgt für ein gutes Gefühl, wenn die Restreichweite langsam gegen null geht.

Die Reichweite neigt sich dem Ende? Eine Powerstation rettet Sie noch ein paar Kilometer weiter.
Bild: AUTO BILD/Michael Schmidt
So funktionieren Powerstations
Eine Powerstation ist ein tragbarer Akkuspeicher. Dieser lässt sich flexibel aufladen, etwa an der Steckdose, über Solarmodule oder direkt an der Bordsteckdose des Autos. Über verschiedene Anschlüsse, darunter auch eine 230-Volt-Steckdose, gibt die Powerstation ihre Energie wieder ab. Damit lädt sie sogar ein E-Auto.
Welche Reichweite bringt die Powerstation?
Ein klassischer Reservekanister mit fünf Litern Benzin reicht je nach Auto für etwa 75 Kilometer – davon können Fahrer von Elektroautos nur träumen. Eine Powerstation ist eher für eine kurze Reichweite im Notfall gedacht. Sinnvoll sind Geräte mit 1 bis maximal 3 Kilowattstunden (kWh) Kapazität. Mehr lohnt sich kaum, denn Gewicht, Größe und Preis steigen schnell. Eine Powerstation mit 1 kWh wiegt rund 12 Kilogramm, bei 2 kWh sind es schon etwa 25 Kilogramm – mehr will man dauerhaft im Kofferraum auch nicht transportieren.

Die Powerstation Bluetti AC 200 Max lädt während der Fahrt über die Bord-Steckdose.
Bild: AUTO BILD/Michael Schmidt
Für den Ernstfall genügt jedoch eine kleine Ladung: Sie kann den entscheidenden Unterschied machen, um einige Kilometer weiterzukommen – etwa bis zur nächsten Ausfahrt, der nächsten Ladesäule oder auf einen Parkplatz. So lässt sich das Risiko vermeiden, mitten in der Nacht auf einer dunklen Landstraße liegen zu bleiben.
Eine Powerstation mit einer Kapazität von einer Kilowattstunde (kWh) liefert in der Praxis – nach Ladeverlusten – rund 0,8 kWh Energie an das E-Auto. Das reicht bei einer sparsamen Fahrweise für etwa 10 Kilometer zusätzliche Reichweite, wenn man mit einem Verbrauch von 80 Wattstunden pro Kilometer rechnet. Das entspricht gemütlichen 50 (km/h) auf ebener Strecke. Wer besonders effizient fährt, kann noch ein paar Kilometer mehr herausholen. Eine Powerstation mit 2 kWh Kapazität verdoppelt diesen Wert und sorgt so für etwa 20 Kilometer Reserve – genug, um sicher die nächste Ladesäule oder das Ziel zu erreichen.

Eine Powerstation liefert im Fall der Fälle Notstrom.
Bild: AUTO BILD/Michael Schmidt
So lange dauert der Ladeprozess
Ganz ohne Warten geht es nicht: Eine 1-kWh-Powerstation liefert im Schnitt bis zu 1500 Watt Ladeleistung, bei 2-kWh-Modellen sind es etwa 2200 Watt. Damit dauert es rund 30 bis 45 Minuten, bis die gespeicherte Energie ins E-Auto übertragen ist. Für eine echte Notladung ist das ein akzeptabler Zeitraum – schließlich zählt in solchen Momenten jeder Kilometer, den man wieder zurücklegen kann.
Tipp: Ladeleistung richtig einstellen
Beim Laden über eine Powerstation muss die maximale Ladeleistung des Autos angepasst werden. Über den 230-Volt-Stecker erwartet das Fahrzeug normalerweise die Leistung einer üblichen Haushaltssteckdose – also etwa 3500 Watt. Fast keine Powerstation kann jedoch dauerhaft so viel Energie liefern. Wird die Belastungsgrenze überschritten, schaltet sich das Gerät automatisch ab, um Schäden zu vermeiden. Deshalb gilt: Die Ladeleistung im Fahrzeugmenü so einstellen, dass sie unter der Dauerleistung der Powerstation bleibt. So läuft der Ladevorgang sicher und zuverlässig.
In unserem Test kam die Bluetti AC200 Max zum Einsatz. Diese Powerstation kann rund 2200 Watt Dauerleistung liefern – genug für eine kurze Notladung. Damit das System stabil läuft, muss der Ladestrom am E-Auto auf 9 Ampere begrenzt werden. Warum? Ganz einfach: 9 Ampere × 230 Volt = 2070 Watt. So bleibt die Ladeleistung unterhalb der maximalen Belastungsgrenze der Powerstation – und der Ladevorgang läuft sicher und ohne Abschaltung.
Kompatibilität: Erdung und Ladekabel beachten
Eine Powerstation hat keine klassische Erdung wie eine Haushaltssteckdose. Genau das kann beim Laden eines E-Autos zum Problem werden. Viele Fahrzeuge oder Ladeadapter prüfen nämlich, ob das Stromnetz korrekt geerdet ist. Fällt diese Prüfung durch, startet der Ladevorgang nicht.
Wenn das Laden über die Powerstation also fehlschlägt, liegt die Ursache oft an dieser Erdungsprüfung. In manchen Fällen hilft es, die entsprechende Funktion in den Einstellungen zu deaktivieren oder die betroffene Komponente zu tauschen. Dieses Deaktivieren wird oft auch als "Norwegenmodus" bezeichnet, da in Norwegen ebenfalls keine klassische Erdung vorhanden ist.
Im Test mit der Bluetti AC200 Max und einem Standard-Tesla-Typ-2-230-V-Ladekabel traten keine Probleme auf – das Fahrzeug konnte ohne zusätzliche Anpassungen geladen werden.
Sicherheit: Worauf Sie achten sollten
Eine Powerstation bringt einiges auf die Waage – je nach Modell auch mal 25 Kilogramm. Deshalb sollte sie sicher im Fahrzeug verstaut werden, am besten im Kofferraum oder in einer festen Halterung. Bei einem Unfall darf sie auf keinen Fall durch den Innenraum geschleudert werden, sonst wird sie schnell zur Gefahr.
Auch die Akkutechnik spielt für die Sicherheit eine wichtige Rolle. Powerstations mit NMC-Zellen (Nickel-Mangan-Cobalt) bieten zwar hohe Energiedichte, gelten aber als brandempfindlicher. Modelle mit LFP-Akkus (Lithium-Eisen-Phosphat) sind dagegen deutlich sicherer, da sie bei Beschädigung weniger Sauerstoff freisetzen und thermisch stabiler bleiben. Wer Wert auf maximale Sicherheit legt, sollte daher gezielt auf LFP-Technik achten.
Powerstation wieder aufladen – so geht es
Ist die Powerstation entladen, lässt sie sich auf verschiedene Arten wieder aufladen. In vielen Fahrzeugen kann das bequem über den 12-Volt-Bordnetzanschluss (Zigarettenanzünder) erfolgen – natürlich erst, wenn das Auto selbst wieder ausreichend Energie hat. So bleibt die Powerstation immer griffbereit, ohne dass man sie ständig ein- und ausladen muss. Alternativ funktioniert das Laden auch ganz klassisch an der 230-Volt-Steckdose zu Hause. So ist der mobile Reservekanister beim nächsten Einsatz wieder voll einsatzbereit.
Powerstations im Überblick
In unserer Übersicht finden Sie die besten getesteten Powerstations der 1- und 2-kWh-Klasse mit einer Mindestausgangsleistung von 1500 Watt. Die Tabelle fasst die wichtigsten technischen Daten für E-Auto-Fans zusammen. Wer noch mehr über die einzelnen Modelle erfahren möchte, findet in unserem Powerstation-Test noch mehr Details.
Ladeleistung der Powerstations im Überblick
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Fazit
Wer mit dem Elektroauto lange Strecken fährt, kann mit einer Powerstation auf Nummer sicher gehen. Sie bietet eine praktische Notfall-Reserve, falls die Reichweite einmal nicht ausreicht oder die geplante Ladesäule ausfällt. Nach weniger als einer Stunde Ladezeit liefert sie genug Energie, um weitere 10 bis 20 Kilometer zu fahren – oft genau die Distanz, die fehlt, um die nächste Lademöglichkeit oder das Ziel zu erreichen.
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