Sommerreifentest: 265/23 R19 und 295/30 R20
Wettstreit der Leistungsträger
Für Hobbyrennfahrer und ambitionierte Fahrer leistungsstarker Sportwagen spielt der passende Reifen eine entscheidende Rolle, denn er ist die einzige Verbindung zwischen Auto und Asphalt. Welche Marke bietet den sportlichsten Reifen? AUTO BILD hat 2024 Modelle in der Mischbereifung 265/35 R19 und 295/30 R20 auf der Teststrecke einer aufreibenden Prüfung unterzogen.
Unser Versprechen
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1.
Continental
SportContact 7 265/35 R19 (98Y) XL
1,2
sehr gut
- präzises Einlenkverhalten
- dynamisches Handling
- kurze Bremswege
- leicht erhöhtes Abrollgeräusch

2.
Michelin
Pilot Sport 4S 265/35 ZR19 98Y
1,3
sehr gut
- präzises Einlenken
- kurze Bremswege
- leises Abrollgeräusch
- durchschnittliche Aquaplaning-Reserven

3.
Vredestein
Ultrac Pro 265/35 ZR19 (98Y) XL
1,5
gut
- gute Aquaplaning-Reserven
- kurze Bremswege
- überzeugender Abrollkomfort
- leicht verzögertes Einlenkverhalten

4.
Bridgestone
Potenza Sport 265/35 ZR19 (98Y) XL
2,5
befriedigend
- beeindruckender Grip auf nasser Piste
- kurze Bremswege
- gute Balance
- starke Abnutzungserscheinungen
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Früher konnte man den Hersteller eines Sportwagenreifens sofort am Profil erkennen. Die markanten Laufflächen erinnerten an kunstvolle Muster oder kraftvolle Symbole. Heute ähneln sich viele Designs, meist mit schlichten Längsrillen und wenig Charakter.
Umso interessanter sind die deutlichen Unterschiede in Leistung und Sicherheit, die AUTO BILD im Sportreifen-Vergleich 2024 herausgefahren hat. Premium-Marken wie Bridgestone, Continental, Michelin und Goodyear liefern gewohnt starke Ergebnisse. Doch auch Herausforderer wie Hankook und der traditionsreiche Hersteller Vredestein zeigen mit neuen Ultra-High-Performance-Reifen, dass sie den Anschluss an die Spitze suchen.
Der Test zählt zu den wichtigsten Sommerreifen-Vergleichen für Hochleistungsfahrzeuge und kürt den „besten Sportreifenhersteller 2024“. Gleichzeitig klärt AUTO BILD, ob Premiumreifen ihren höheren Preis wert sind. Besonders spannend: Der günstige Winrun R330 kostet weniger als die Hälfte der Markenmodelle. Ob er trotzdem überzeugt, zeigt der AUTO BILD Sommerreifentest 2024, dessen Ergebnisse auch heute noch relevant sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Preisfrage: Zwischen günstigen und hochwertigen Reifen gibt es große Unterschiede bei Sicherheit und Performance. Wer in Präzision und Stabilität investieren will, greift besser tiefer in die Tasche.
- Erkenntnis: Der AUTO BILD Sommerreifentest 2024 zeigt große Unterschiede bei Bremsweg, Handling und Aquaplaning. Nur hochwertige Reifen können die Kraft moderner Sportwagen sicher auf die Straße bringen.
- Empfehlung: Für sportlich ambitionierte Fahrer lohnt sich die Wahl eines Premiumprodukts, da es auf trockener wie nasser Fahrbahn die höchste Sicherheit und den größten Fahrspaß bietet.
Der Continental SportContact 7 ist ein überzeugender Supersportler, der kaum eine Schwäche zeigt und mit präzisem Einlenkverhalten, dynamischem Handling auf nasser und trockener Piste, einer ausgezeichneten Balance und kurzen Bremswegen den ersten Platz und eine vorbildliche Gesamtnote von 1,2 einfährt. Und nicht nur auf der trockenen Strecke performt der Sport Contact 7, sondern liefert auch im Nassen gute Ergebnisse und hat genügend Sicherheitsreserven bei Aquaplaning.
Sommerreifen in 265/35 R 19 (2024): Ergebnisse im Detail
Sommerreifen in 295/30 R 20 (2024): Ergebnisse im Detail
Damit die hohe Motorleistung eines Sportwagens überhaupt erfahrbar wird, ist der Reifen entscheidend. Das haben wir in unserem Test eindrücklich erfahren. Bei nasser und trockener Strecke haben wir umfangreiche Prüfungen gemacht.
Die Tests bei Nässe
Handling
Den Reifen von Continental und Bridgestone attestieren unsere Tester einen überragenden Nassgrip und perfekte Balance. Mit ausgewogenem Fahrverhalten ist man auch auf Michelin und Vredestein sicher und schnell unterwegs. Goodyears F1-Supersportler findet dagegen nicht den richtigen Grip.
Bremsen

Wahnsinn: Mit dem Billigreifen kommt der Testwagen erst 19 Meter später zum Stehen.
Bild: AUTO BILD
Welch ein Albtraum: Die Bremsleuchten des Vordermanns leuchten am Stauende auf, doch trotz Vollbremsung baut das eigene Fahrzeug kaum Geschwindigkeit ab! Wer nicht in eine solch gefährliche Situationen kommen möchte, lässt von Billigreifen wie dem Winrun R330 tunlichst die Finger. Schon aus Tempo 100 verliert er gegenüber dem besten Bremser, dem Conti SportContact 7, erschreckende 19,1 Meter an Sicherheitsreserve.
Aquaplaning

Bei Aquaplaning verlieren die Reifen den Kontakt zur Fahrbahn, das Fahrzeug schiebt nur noch stur geradeaus.
Bild: AUTO BILD
Die besten Reserven gegen das kritische Aufschwimmen bei Starkregen oder an tückischen Autobahnsenken bietet Vredesteins Ultrac Pro. Auch Hankooks Ventus S1 evo Z lässt sich bei kritischer Witterung nicht aus der Ruhe bringen. Trotz der elektronischen Assistenten setzt die Physik, gerade bei hohem Tempo, immer noch enge Grenzen. Verlieren die Reifen in Kurven den Kontakt zur Fahrbahn, kann es übel enden.
Kreisbahn

Gute Seitenführung sorgt für schnelle Runden.
Bild: AUTO BILD
Mit überragender Seitenführung auf Nässe gehen die Nässegreifer von Continental und Bridgestone klar in Führung. Auch Michelins Pilot Sport 4S und der neue Ultrac Pro von Vredestein können ihr Potenzial ausreizen. Den Billigreifen Marke Winrun schiebt es dagegen aus der Kurve.
Die Tests bei Trockenheit
Handling

Der Spaßfaktor des GT ist stark von der Reifenwahl abhängig.
Bild: AUTO BILD
Auf trockener Piste kann endlich auch der Eagle F1 SuperSport seinem Namen alle Ehre machen. In der Subjektivwertung streicht er die meisten Pluspunkte ein. Die schnellsten Rundenzeiten gelingen dagegen mit den ebenfalls vorbildlich agierenden Sportgrößen von Michelin und Continental.
Rollwiderstand
Sportliche Fahrleistungen und niedrige Rollwiderstände müssen nicht im Widerspruch stehen, wie das Abschneiden von Conti und Hankook beweist. Mit Goodyear bereift, würde sich der Kraftstoffverbrauch um vier Prozent erhöhen.
Bremsen

Bei einer Notbremsung zählt jeder Zentimeter.
Bild: AUTO BILD
Auch auf trockener Fahrbahn verschenkt der Billigreifen aus chinesischer Produktion wichtige Sicherheitsreserven und kommt erst knapp zwei Wagenlängen hinter dem Potenza Sport von Bridgestone zum Stehen.
Vorbeifahrgeräusch
Der Flüsterreifen kommt aus dem Hause Vredestein, weniger umweltschonend läuft’s mit Goodyear.
Erstaunlich, wie unterschiedlich sich ein Fahrzeug wie der AMG GT je nach Bereifung anfühlen kann. Souverän-sportlicher Alleskönner auf nasser und trockener Fahrbahn auf Contis SportContact 7, knackig-agiler Kurvensportler auf Michelins Pilot Sport 4S oder ausgewogen komfortorientierter Allrounder auf den Ultrac-Pro-Decken von Vredestein. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie leisten sich in keiner der zehn Testdisziplinen einen Ausrutscher und bieten jeder auf seine Art ein Höchstmaß an Sicherheit und Fahrspaß. Verdient erhalten diese drei Topsportler dafür unser Gütesiegel "vorbildlich".
Nicht ganz so rund läuft es für die Spitzensportler von Bridgestone und Hankook, die beim Handling noch ein wenig an ihrer Balance arbeiten müssen. Der Goodyear enttäuscht dagegen bei Nässe, und vom Winrun lässt man zur eigenen Sicherheit am besten ganz die Finger. Mit diesem Billigheimer bleiben sowohl die Fahrsicherheit als auch der Fahrspaß auf der Strecke.
Testsieger: Continental SportContact 7 (98/101 Y)
Dieser Test wurde unterstützt von Bridgestone, Continental, Hankook, Michelin und Vredestein. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie hier.
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