Die besten Sommerreifen für kompakte SUVs: Welcher kann performen?
Kompakt-SUVs verlangen Reifen, die auf der Straße ebenso überzeugen wie im Gelände. Doch welches Profil liefert echte Leistung und welche Gummis enttäuschen? AUTO BILD hat Sommerreifen in 215/60 R 17 im großen Test gecheckt.
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Sommerreifen in 215/60 R 17 (2021)
#
Getestete Produkte
Testnote
1.
Testsieger
Testsieger
Goodyear EfficientGrip 2 SUV
vorbildlich
2.
Michelin Primacy 4
vorbildlich
3.
Bridgestone Turanza T005
vorbildlich
4.
Continental PremiumContact6
gut
5.
Nokian Wetproof SUV
gut
6.
Falken Ziex ZE310 EcoRun (96 V)
gut
7.
Maxxis Premitra 5 HP5 (96 H)
befriedigend
8.
BF Goodrich Advantage SUV (96 V)
befriedigend
8.
Toyo Proxes Comfort (100 V)
befriedigend
10.
Imperial EcoSport SUV (100V)
nicht empfehlenswert
Für unseren Sommerreifen-Test hat AUTO BILD verschiedene Modelle in der beliebten Dimension 215/60 R 17 geprüft, eine Standardgröße für kompakte SUVs wie VW Tiguan, Ford Kuga oder Hyundai Tucson. Die Preise für einen Satz Sommerreifen variieren deutlich: Ein Premium-Set kostet bis zu 525 Euro, während günstige Modelle schon ab 265 Euro zu haben sind. Der Unterschied liegt meist im Qualitätsniveau.
Markenreifen wie der Michelin Primacy 4 aus Frankreich gelten als Maßstab für sicheres Handling, starken Grip und hohe Laufleistung. Wer dagegen auf den Preis achtet, greift zu Budgetreifen wie dem Imperial EcoSport SUV. Die Marke gehört zum belgischen Reifengroßhändler Deldo und lässt ihre Modelle in einem modernen Werk in China fertigen. Imperial-Reifen sind seit 2011 auf dem Markt und zählen zu den etablierten Discountmarken.
Bereits 2021 hat AUTO BILD Sommerreifen dieser Größe getestet – die Ergebnisse sind auch heute noch aussagekräftig und relevant.
Auf der kurvenreichen, bewässerten Teststrecke kommen die Schwächen des China-Reifens zum Vorschein.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Sommerreifen aus China: richtig billig – aber auch gut?
Das erklärt den drastischen Preisunterschied zu den westlichen Markenreifen. Reifen aus chinesischer Produktion haben nicht gerade den besten Ruf in Westeuropa. Klar, sie sind richtig billig. Aber müssen sie deshalb zwangsläufig auch richtig schlecht sein? Der Imperial ist nicht der erste China-Reifen, der sich unseren Tests stellen muss. Und unsere Tests haben schon in der Vergangenheit zweierlei gezeigt: Zum einen lernen die chinesischen Reifenhersteller rasant dazu. Zum anderen kann man China-Reifen nicht über einen Kamm scheren. Sie sind so unterschiedlich wie die Reifen von traditionsreichen Herstellern. Vorurteile bringen also gar nichts. Man muss den Aufwand betreiben, professionell zu testen und zu messen.
Und siehe da: Beim Imperial EcoSport SUV bleibt die große Katastrophe aus. Schlechter als mit der Note 3 schneidet dieser Discountreifen in einer einzigen unserer 15 Disziplinen ab: Auf der kurvenreichen und bewässerten Handlingstrecke reicht es nur für die Note 4+ wegen des mäßigen Nässegrips in Kurven und vergleichsweise träger Lenkreaktion. Das ist deshalb fatal, weil schon eine einzige Note 4 unweigerlich zur Abwertung und damit zu unserem Gesamturteil "nicht empfehlenswert" führt. Dieses Problem haben die restlichen neun Testkandidaten nicht. Auf die bedenkliche Note 4 rutscht keiner von ihnen ab, nicht in einer Disziplin. Die Plätze vor dem Imperial belegen die drei Fernost-Fabrikate Falken, Maxxis und Toyo sowie der BF Goodrich – eine US-amerikanische Traditionsmarke, die schon seit 30 Jahren in der Hand des französischen Reifenriesen Michelin ist.
Video: AUTO BILD Sommerreifen-Ratgeber
Startklar für den Sommer
Sommerreifen-Test 2021: Testsieger kommt von Goodyear
Die ersten fünf Plätze besetzen Reifen von fünf namhaften Traditionsmarken. Jeder von ihnen hat besondere Stärken, auf die der Reifenkäufer vielleicht individuell abzielt. Der Nokian (Platz 5) bringt vergleichsweise viel Traktion auf Gras und Kies, rollt aber mit mehr Widerstand ab. Der Continental (Platz 4) fühlt sich gerade auf Gras und Kies nicht wohl, ist aber unschlagbar bei der Nässehaftung. Der Bridgestone (Platz 3) bringt Bestwerte auf trockener Fahrbahn, verliert aber Punkte auf nassem Gras. Der Michelin (Platz 2) kommt nur auf Sand nicht gut voran, ist aber sonst sehr ausgewogen. Beim diesjährigen Testsieger Goodyear dagegen gibt es keine einzige Disziplin, in der er auch nur wenig ins Hintertreffen gerät. Da zahlt man dann gern auch den hohen Preis. Ein Satz Goodyear kostet etwa 500 Euro.
Sommerreifen in 215/60 R 17 (2021): Alle Ergebnisse im Detail
Sommerreifen in 215/60 R 17 (2021): Alle Ergebnisse im Detail
Modell
Goodyear EfficientGrip 2 SUV (96 V)
Michelin Primacy 4 (96 V)
Bridgestone Turanza T005 (96 V)
Continental PremiumContact 6 (96 V)
Nokian Wetproof SUV (100 V)
Falken Ziex ZE310 EcoRun (96 V)
Maxxis Premitra 5 HP5 (96 H)
BF Goodrich Advantage SUV (96 V)
Toyo Proxes Comfort (100 V)
Imperial EcoSport SUV (100V)
Platz
1
2
3
4
5
6
7
8
8
10
Preis pro Satz
ca. 500 €
ca. 525 €
ca. 495 €
ca. 500 €
ca. 440 €
ca. 420 €
ca. 385 €
ca. 420 €
ca. 400 €
ca. 265 €
EU-Label*
C/A/70
B/A/69
B/A/71
C/A/71
C/A/69
C/A/67
C/A/70
B/A/70
C/A/70
C/C/71
Gelände**
2+
2
2
2-
2+
2-
2
2
2-
2
nass**
2+
2+
2
2+
2
2
2-
2-
2-
3+
trocken**
2+
2+
2+
2+
2-
2
2
2-
2
3+
Urteil
vorbildlich
vorbildlich
vorbildlich
gut
gut
gut
befriedigend
befriedigend
befriedigend
nicht empfehlenswert
Stärken
Testsieger mit vorbildlichen Fahrqualitäten auf allen Untergründen, sportlich- dynamisches Trockenhandling, präzises Einlenkverhalten, kurze Nass- und Trockenbremswege, kraftstoffsparender Rollwiderstand
Spitzenfahrleistungen auf nasser und trockener Strecke, gute Sicherheitsreserven bei Aquaplaning, präzises Nass- und Trockenhandling, kurze Trockenbremswege
dynamisches Handling mit hoher Lenkpräzision auf nasser und trockener Piste und im Gelände, kurze Trockenbremswege, kraftstoffsparender Rollwiderstand
ausgewogenes Premium-Sommerprofil mit spitzenmäßigem Handling auf allen Untergründen, präzises Einlenkverhalten, kurze Nass- und Trockenbremsweg
gute Sicherheitsreserven bei Aquaplaning, hohe Zugkraft auf Gras und Schotter, kurze Nass- und Trockenbremswege
mäßige Zugkraft auf Schotter und Matsch, erhöhter Rollwiderstand
untersteuerndes Fahrverhalten und verzögertes Lenkansprechen bei Nässe, verlängerte Nassbremswege
geringe Zugkraft auf Sand, untersteuerndes Nass- und Trockenhandling, eingeschränkte Lenkpräzision und Rückmeldung
mäßige Geländetauglichkeit, verzögertes Lenkansprechen und untersteuerndes Fahrverhalten bei Nässe, verlängerte Nassbremswege
Billigreifen aus Fernost mit erheblichen Schwächen bei Nässe, unausgewogen übersteuerndes Nasshandling, diffuse Lenkung, verlängerte Nass- und Trockenbremswege
Bei diesem Reifentest für kompakte SUVs liegt das Niveau insgesamt hoch. Gleich drei Fabrikate erreichen das Urteil "vorbildlich", weitere drei ein "gut" und noch mal drei immerhin noch ein "befriedigend". Nur der China-Reifen verfehlt knapp ein befriedigendes Resultat.